Umwelt und Geldbeutel schonen: So leben Sie nachhaltiger

Nicht nur wir in Europa, sondern in der ganzen westlichen Welt leben die Menschen weit über ihre Verhältnisse. Und das zulasten anderer und der Umwelt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie nachhaltiger leben können. Großer Verzicht ist dabei oft gar nicht nötig - viele kleine Schritte helfen schon, um etwas zu bewirken.

Unser ökologischer Fußabdruck wird immer größer: Wenn alle Menschen den Lebensstil der westlichen Welt pflegen würden, bräuchten sie die Ressourcen von drei Erden! Doch jeder kann etwas tun, um diese Verschwendung zu verringern: Mit einfachen Tipps und Tricks können Sie Ihr Leben etwas nachhaltiger gestalten.
Geholt, ausgetrunken und ab in den Müll: Laut der Deutschen Umwelthilfe werden allein in Deutschland im Jahr fast drei Milliarden Einwegbecher verbraucht. Gut, dass sich immer mehr Kaffeeketten dem Pfandsystem Recup für Coffee-to-go-Mehrwegbecher anschließen. Auch eine Alternative: der eigene Thermobecher.
Plastik ist eines der drängendsten Umweltprobleme unserer Zeit. Deswegen: Die Plastikflaschen stehen lassen und lieber Kästen mit Glasflaschen nach Hause bringen. Noch besser: Das hierzulande hervorragende Leitungswasser mit einem Wassersprudler aufpeppen. Für unterwegs: die eigene Trinkflasche mitnehmen!
Auch im Badezimmer kann man Ressourcen sparen: Statt Wattepads oder Wegwerftücher zu verwenden, einfach zu Waschlappen und Abschminkcreme greifen. Kaufen Sie für Duschgel, Shampoo und Handseifen Nachfüllpacks statt neuer Flaschen. Ideal: feste Seifen und Shampoos ohne Plastikverpackung.
Wir werfen jedes Jahr Hunderttausende Tonnen Lebensmittel weg. Dabei ist es gar nicht so schwer, etwas - also: sich - zu ändern. Durch bessere Planung etwa. Braucht es zum Beispiel einen Großeinkauf, wenn man weiß, dass man die Woche viel unterwegs ist und kaum zum Kochen kommt?
In diesem Zusammenhang der größte Fehler: Lebensmittel wegwerfen, die über dem Mindesthaltbarkeitsdatum liegen. Denn "abgelaufen" bedeutet im seltensten Fall "nicht mehr genießbar". Also: Augen und Nase benutzen.
Damit nicht wie bisher fast ein Drittel aller produzierten Lebensmittel im Müll landet, haben zahlreiche Initiativen nach Lösungen gesucht: Auf Plattformen geben Nutzer - etwa vor einem längeren Urlaub - noch gute Lebensmittel gratis ab.
Viele Supermärkte bieten inzwischen Papier- anstelle von Plastiktüten an. Noch besser: Nehmen Sie für Ihren Einkauf einfach einen Einkaufskorb oder eine Tragetasche mit. Für loses Obst und Gemüse eignen sich kleine Stoffbeutel.
Nächster Schritt beim nachhaltigen Shoppen: verpackungsfreie Supermärkte. Hier können Sie Ihre Einkäufe in mitgebrachte Dosen und Gläser abfüllen lassen. Ist kein solcher Markt in der Nähe, lohnt sich vielleicht auch das schlichte Nachfragen bei kleineren Geschäften.
Auch wenn es Ihnen schmeckt: Weniger Fleisch zu essen, ist ebenfalls ein Schritt zu mehr Nachhaltigkeit. Laut Bundesumweltministerium fallen je nach Tierart zwischen 3,25 Kilogramm (Schwein) und 14,34 Kilogramm CO2 (Rind) pro Kilogramm verzehrtem Fleisch an.
Das ist jedoch kein Vergleich zu einer Flugreise: Laut CO2-Rechner des Umweltbundesamtes erzeugt ein gut zweistündiger Flug von München nach Mallorca und zurück rund 650 Kilogramm CO2 pro Fluggast. Nach Gran Canaria (ca. 4 Stunden) sind es schon 1,4 Tonnen. Und bei einem Interkontinental-Flug nach New York fallen über vier Tonnen an.
Also stattdessen mit dem Auto in den Urlaub? Nachhaltiger ist es, mit dem Zug durch Europa zu reisen. Weiterer Vorteil: Man muss sich nicht auf die Straße konzentrieren und kann die Zeit für die Familie, ein Nickerchen oder die neue Lieblingsserie nutzen.
Denken Sie der Umwelt zuliebe nach: Muss es beim Autoneukauf wirklich ein SUV sein? Die PS-Monster verbrauchen aufgrund ihres höheren Gewichts und Luftwiderstands mehr Sprit als ein kleineres Auto. Wer in der Stadt wohnt, sollte unbedingt über Car-Sharing nachdenken.
Auto fahren führt zu Unfällen, langen Staus, entnervten Pendlern und schlechter Luftqualität. Lassen Sie es also so oft wie möglich stehen. Warum nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren? Oder alternativ: Morgens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, um nicht verschwitzt im Büro zu sitzen, und abends radeln Sie mit einem geliehenen Rad heim.
Elektro-Roller sind ebenfalls ein umweltfreundlich(er)es Fortbewegungsmittel: In einigen Städten gibt es bereits Sharing-Anbieter. Helme sind immer beim Leihroller dabei.
Bei der Anschaffung neuer Haushaltsgeräte sollten Sie auf die Energieeffizienzklasse achten. Kühlschränke, Waschmaschinen und Trockner mit "A+++" mögen in der Anschaffung etwas teurer sein, verbrauchen aber deutlich weniger Strom. Auch der Einsatz von stromsparenden LED-Leuchten macht sich letztendlich auch im Geldbeutel bemerkbar.
Wer beim CO2 sündigt, kann Kompensation betreiben. Seriöse Anbieter verwenden Beiträge (bei elf Tonnen CO2 im Jahr sind etwa 250 Euro fällig), um an anderer Stelle Klimaschutz zu betreiben. So fließt das Geld beispielsweise in Solarkocher in Ruanda oder Sri Lanka, die klimaschädliche Holz(kohle)-Feuerstellen ersetzen sollen. Oder in Biogas-Anlagen in Indien.