Winzige Zimmer, ungünstiger Schnitt – kleine Wohnungen einzurichten kann eine knifflige Angelegenheit werden. Aber mit etwas Kreativität und geschickter Planung, macht auch das kleinste Apartment große Freude.

Egal ob 1-Zimmer-Wohnung oder fehlende Abstellkammer: Unser Ordnungssinn wird bei Platzmangel auf eine harte Probe gestellt. Stauraum und Geräumigkeit weicht einer ungemütlichen, zugstellten Wohnung.

Glücklicherweise kann man mit wenigen Kniffen auch die kleinste Bude größer erscheinen lassen und Platznöte kreativ nutzen. Hier sind fünf Tipps für mehr Platz in der Wohnung:

Tipp 1: Stauraum schaffen

Mit wenig Raum muss gut gewirtschaftet werden. Es gilt: Jeden Winkel optimal nutzen. Dabei können zum Beispiel praktische Möbel helfen.

Ein Couchtisch mit Stauraum ist dafür ideal.

Ein Bett mit Schublade unter dem Lattenrost zaubert Lagerkapazitäten ohne Platzeinbußen herbei.

Auch nach oben hin gibt es oftmals noch genug freie Flächen zum Stapeln. Nutzen Sie ruhig die gesamte Raumhöhe aus. In der Küche können auch Hängeregale an der Decke die Schränke an der Wand entlasten.

Stauraum ist oft da, wo man ihn als letztes vermutet. Das Kochfeld bleibt beispielsweise die meiste Zeit ungenutzt. Warum es in dieser Zeit also nicht als Ablagefläche nutzen? Ein abnehmbarer Aufsatz dient dann als Regal für Küchenutensilien oder Gewürze.

Mit allerlei kleinen Gadgets hat man die Küche im Handumdrehen entrümpelt. Pfannen mit abnehmbaren Henkeln sparen Platz in den Schränken. Magnete oder eine Reling an der Wand befreien außerdem die Schubladen vom Messerchaos.

Und noch ein Ort, der selten genutzt wird: Badewannen sind platzraubend und oft nur selten im Einsatz. Mit speziellen Holzrahmen verdeckt man die Wanne und funktioniert sie so zum Sammelbehälter, zum Beispiel für Wäsche um.

Aus klein mach groß! Mit diesen Möbeln sparen sie Platz in ihrer Wohnung.

Tipp 2: Die richtigen Materialien verwenden

Mit wuchtigem, dunklem Holzmobiliar kann selbst eine große Wohnung beengt wirken. Bei kleineren Räumen ist es deswegen umso wichtiger, bei der Wahl der Materialien besonders sorgfältig zu sein.

Dunkle Holztöne sollten Sie dementsprechend sparsam im Raum platzieren. Helle Materialien lassen den Raum größer und weiter wirken. Cremige Pastellfarben machen das Zuhause wohnlich.

Während Holz-und Naturtöne freundlich und leicht erscheinen, hat Weiß einen besonders starken optischen Effekt. Es intensiviert das Tageslicht und rückt Wände für den Betrachter auseinander.

Verwandte Farben für Boden, Wände und Decken lassen die Konturen des Raumes verschwimmen und ihn dadurch größer wirken. Das funktioniert auch bei Möbeln. Ein Sofa, das in Farbe und Material dem Boden ähnelt, wirkt wie eine zweite Ebene im Raum.

Ein weißes Sofa auf einem Holzboden vor einer grauen Wand mit einem Bilderrahmen McPGAN - Eine Couch, die in Farbe und Material dem Boden ähnelt, wirkt wie eine zweite Ebene im Raum.

Auch ideal für kleine Zimmer: Möbel aus Glas und Metall. Sie reflektieren das Licht und wirken weniger sperrig. Stühle oder Couchtische gibt es beispielsweise häufig aus Acrylglas.

Tipp 3: Den Raum optisch strecken

Mit einigen visuellen Kniffen holt man auch die letzten Zentimeter aus einem engen Zimmer heraus.

Hohe Decken zum Beispiel, lassen auch kleine Räume großzügiger wirken. Wer die nicht hat, kann mit bodenlangen Vorhängen nachhelfen. Sie verlängern den Raum optisch in die Höhe. In Weiß suggerieren sie dazu, dass sich dahinter weitere Flächen verbergen.

Ein alter Trick mit schönem Effekt: Die Wandfarbe nur bis knapp unter die Decke streichen. Dadurch wird die Decke auf die Wand verlängert und der Raum wirkt höher. Auch senkrechte Streifentapeten gaukeln dem Auge mehr Höhe vor.

Senkrechte Streifentapeten lassen Räume höher wirken.

Aber auch in die Breite lässt sich der Raum optisch strecken. Wandverkleidungen aus Holz oder alte Türrahmen lassen das Zimmer größer wirken und schauen nebenbei auch noch fantastisch aus.

Zusätzlich sollte versucht werden den Boden optisch frei zu halten. Möbel mit klobigen Beinen versperren den Blick auf den Boden und verengen so die Fläche gefühlt. Filigrane Möbel erwecken einen weitläufigeren Eindruck.

Die besten Effekte erzielt man aber mit einfachen Spiegeln. Spiegelschränke sind dabei gleich doppelt praktisch: Sie reflektieren das Licht und sorgen so für optisch mehr Platz. Gleichzeitig verdecken sie den wuchtigen Schrank.

Besonders effektiv sind Spiegel dann, wenn sie den Blick aus dem Fenster widergeben. Dadurch vergrößert sich der Raum optisch nach außen.

Tipp 4: Ruhe in den Raum bringen

Diesen Tipp sollten Sie nicht unterschätzen. Ein unordentlicher oder überfrachteter Raum mit vielen Details überfordert unser Auge und lässt ihn enger erscheinen. Weniger ist in diesem Fall mehr.

Zu viele kleine Bilder beispielsweise erzeugen Unruhe. Wenige große Bilder wirken dagegen aufgeräumter.

Zu viel kleinteiliger Krimskrams in den Regalen hat ebenfalls einen negativen Effekt auf die gefühlte Raumgröße. Dabei könnte das so einfach verhindert werden.

Vitrinen setzen Akzente und lassen kleine Räume aufgeräumt wirken.

Oft hilft hier schon ein Vorhang, um das Chaos zu verstecken. Der wirkt nicht nur leicht und gemütlich, sondern macht den Raum elegant und großzügiger.

Doch es geht auch ohne Vorhänge. Vitrinen verdecken zwar kein Chaos, geben dem Raum aber trotzdem etwas Aufgeräumtes. Hinter Glas wirkt alles gleich viel ordentlicher. Selbst die Aktenordner beim Schreibtisch sind in Vitrinen besser aufgehoben, als im offenen Regal.

Tipp 5: Licht setzen

Ein heller Raum wirkt größer als ein dunkler Raum, denn mehr Licht sorgt für mehr Tiefe - so weit, so offensichtlich.

Trotzdem sollten Sie es nicht übertreiben und auf ein durchdachtes Lichtkonzept und die richtigen Leuchtmittel setzen. Das entscheidet letztendlich darüber, wie freundlich und warm ein Raum erscheint.

Zunächst ist die Lichtfarbe entscheidend. Die kann man bei LEDs genau auswählen. Bestens eignen sich Leuchten mit warmer, orangener Farbe (1.000 - 4.000 Kelvin). Kältere, bläuliche Farben entstehen ab 7.000 Kelvin.

Setzen Sie in kleinen Räumen Licht gekonnt ein.

Gerade bei kleinen Wohnungen muss ein Zimmer oft viele Funktionen erfüllen. Umso wichtiger ist hier eine stimmungsvolle Beleuchtung, die an die jeweilige Situation angepasst werden kann.

Eine einzelne Deckenleuchte kann das kaum bewerkstelligen. Daher die Grundregel: Auf 20 Quadratmeter etwa 3 bis 5 Lichtquellen benutzen.

Eine dezentrale Beleuchtung ist also entscheidend. Eine Deckenlampe in der Mitte lässt die Wände optisch zusammenrücken. Mehrere Leuchten dagegen, schaffen Akzente und gleichen so die räumlichen Defizite aus.

Viele kleine Lichtquellen eignen sich auch hervorragend, um helle Wände in Szene zu setzen und so den Raum optisch erweitern.

Verzweifeln muss man also auch mit wenig Platz nicht. Gute Planung und Kreativität lassen auch die kleinste Wohnung groß rauskommen.

Verwendete Quellen:

  • Westwing: "55 Tipps für kleine Räume"
  • Schöner Wohnen: "Stauraum"
  • Schöner Wohnen: "Wandfarbe"
  • Lumizil.de: "Kleines Zimmer, große Wirkung – 13 Tricks für kleine Räume"
  • Immowelt.de: "Kleine Wohnung einrichten: So kommt die Einzimmerwohnung groß raus"