• Zum ersten Mal seit einem Jahrzehnt sucht die ESA neue Astronautinnen und Astronauten.
  • Mehr als 22.600 Menschen haben sich beworben.
  • ESA-Generaldirektor: "Es ist ein Traumjob, Astronaut zu sein!"

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Auf den Spuren von "Astro-Alex": Wer schon immer vom Weltraum geträumt hat, kann sich als Astronautin oder Astronaut bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA bewerben. In diesem Jahr konnten Bewerbungen online bis zum Ende Mai eingereicht werden, quasi wie bei einer völlig normalen Bewerbung auf eine völlig normale Ausbildungsstelle.

Da hören die Gemeinsamkeit zum "normalen Leben" aber auch schon fast auf. Denn Astronautin oder Astronaut werden, darf sich auf eine spannende Laufbahn freuen. Seit Mittwoch (23. Juni) steht fest, wie viele Bewerberinnen und Bewerber eine Ausbildung beginnen möchten, die an Besonderheit kaum zu übertreffen ist.

22.600 Bewerbungen auf nur vier bis sechs Stellen

Fast 22.600 Menschen wollen Astronautin oder Astronaut bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA werden. Darunter sind 3.700 Anwärter aus Deutschland. InsgESAmt gebe es wesentlich mehr Interesse als bei der vorherigen Bewerbungsrunde im Jahr 2008, als rund 8.400 Menschen ins All fliegen wollten. ESA-Generaldirektor Josef Aschbacher sprach am Mittwoch in Paris von einem harten Wettbewerb. "Es ist ein Traumjob, Astronaut zu sein."

Die verlängerte Bewerbungsfrist war am Freitag ausgelaufen. Das Auswahlverfahren hat sechs Stufen - erst Ende kommenden Jahres soll die neue Raumfahrt-Crew feststehen. Gesucht werden vier bis sechs Raumfahrer in Festanstellung sowie eine "Reserve" von bis zu 20 Menschen.

Das erste Mal seit mehr als zehn Jahren werden Astronauten ausgebildet

Der Anteil der Bewerberinnen stieg auf rund 24 Prozent, vor gut einem Jahrzehnt waren es nur gut 15 Prozent gewesen. Über 7.100 Bewerbungen kamen aus Frankreich - das Land liegt damit an der Spitze. In Österreich wollen gut 460 Menschen die Erde einmal aus dem All sehen, in der Schweiz sind es 670. Es ist das erste Mal seit mehr als einem Jahrzehnt, dass die ESA neue Astronauten sucht.

Deutschlands aktuell bekannteste Astronauten sind wohl Alexander Gerst, auch "Astro-Alex" genannt, und Matthias Maurer. Gerst ist seit seiner Rückkehr von der Internationalen Raumstation (ISS) im Dezember 2018 der Deutsche, der am längsten im Weltraum war. Der Saarländer Maurer soll Ende 2021 zur ISS fliegen. Die beiden gehören auch zur Astronauten-Crew der ESA.

Hohe Anforderungen an künftige Weltall-Eroberer

Die Anforderungen an den besonderen Job sind hoch: Bewerberinnen und Bewerber müssen mindestens einen Master-Abschluss in Naturwissenschaften, Medizin, Ingenieurwissenschaften, Mathematik oder Informatik und mindestens drei Jahre Berufserfahrung haben.

Zwar ist eine Pilotenlizenz keine Pflicht, aber jeder sollte die medizinischen Voraussetzungen erfüllen, um eine Lizenz machen zu können. Es muss ein medizinisches Gutachten eingereicht werden. Sehr gutes Englisch und eine weitere Fremdsprache sind außerdem verpflichtend.

Die Voraussetzungen haben es in sich

Voraussetzung sind außerdem eine Körpergröße zwischen 1,50 und 1,90 Meter, die maximale Altersgrenze liegt bei 50 Jahren. Die Astronauten müssen im ersten Monat der Ausbildung einen Schwimmtest bestehen - daher müssen sie gute Schwimmer sein.

Sie müssen auch bereit sein, längere Zeit unter Wasser zu trainieren und einen Führerschein haben, beziehungsweise bereit sein, die Fahrerlaubnis zu machen. Wer zuvor eine Tätigkeit ausgeübt hat, in der Risikomanagement gefragt war, hat einen Vorteil. Denn Raumfahrt ist mit Risiken und Gefahren verbunden.

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Die Entscheidung: Die Qual der Wahl

Früheren Angaben nach sucht die ESA etwa vier bis sechs sogenannte Karriere-Astronauten. Sie werden als festangestellte ESA-Mitarbeiter eingestellt und für die Weltraummissionen eingesetzt. Außerdem sucht die Organisation bis zu 20 Astronautinnen und Astronauten als Reserve. Ob einer oder eine davon vielleicht eines Tages sogar zum Mars fliegen werden? Das weiß momentan noch niemand.

Die ESA ist außerdem explizit auf der Suche nach einer Astronautin oder einem Astronauten mit einem bestimmten Grad an körperlicher Behinderung. Das Programm heißt "Parastronaut".

Es soll helfen, Zugangsbarrieren für Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen abzubauen. Offen ist, ob der oder die Auserwählte am Ende wirklich an einer Mission im Weltraum teilnehmen wird. (ncs/dpa)