• Die Analyse des Finales der Formel 2021 ist beendet: Der neue Fia-Chef greift durch.
  • Es gibt auch personelle Konsequenzen. Die Rennleitung wird ausgetauscht. Funkpossen wie beim Finale - künftig untersagt.
  • Dafür kommt der Videoreferee.

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Nach dem umstrittenen Formel-1-Finale am 12. Dezember in Abu Dhabi hat der neue Fia-Boss mit einem Knallhart-Kurs personellen Konsequenzen gezogen. Mohammed Ben Sulayem verkündete am Donnerstag das Ende von Michael Masi als Rennleiter. In einer knapp dreieinhalbminütigen Video-Botschaft teilte der 60-Jährige aus Dubai unter anderem neben der geplanten Einführung einer Art Videoreferee mit, dass schon ab den Testfahrten kommende Woche auf dem Grand-Prix-Kurs bei Barcelona ein neues "Renn-Management" mit dem Deutschen Niels Wittich und Eduardo Freitas aus Portugal im Einsatz sein wird.

Michael Masi
Nach dem Formel-1-Finale vergangenen Saison ist Michael Masi (l) als Rennleiter abgesetzt worden.

Sie werden sich künftig abwechseln und von Herbie Blash als permanentem Berater unterstützt. Masi, der den Posten des Rennleiters vor der Saison 2019 nach dem überraschenden Tod von Charlie Whiting übernommen hatte, bekomme einen neuen Posten innerhalb der Fia angeboten. Ben Sulayem betonte, dass seine Pläne vom Formel-1-Geschäftsführer Stefano Domenicali und den Teamchefs einstimmig abgesegnet worden seien. Auch vom Senat der Fia und dem World Motor Sport Council bekam Ben Sulaymen nach eigenen Angaben Unterstützung zugesichert.

Die Nachrichten von den Umstrukturierungen samt personellen Folgen dürften vor allem die Verantwortlichen bei Mercedes wohlwollend vernommen haben. Und das - anders als bei Ferrari, das den neuen F1-75 am Donnerstag nahezu zeitgleich mit der Fia-Botschaft vorstellte - gerade rechtzeitig einen Tag vor der Präsentation des neuen Silberpfeils an diesem Freitag. Dann wird sich auch Rekordweltmeister Lewis Hamilton zum ersten Mal nach dem Finale 2021 nochmals zu den damaligen Geschehnissen äußern.

Masi hatte mit Entscheidungen Überholmanöver von Max Verstappen im Red Bull gegen Hamilton ermöglicht

Masi hatte mit seinen Entscheidungen am 12. Dezember erst das Überholmanöver von Max Verstappen im Red Bull gegen Hamilton auf der letzten Runde ermöglicht, durch das der Niederländer erstmals den Titel gewinnen konnte. Jüngst waren in dem Zusammenhang auch noch Aufnahmen des Funkverkehrs zwischen Masi und dem Kommandostand von Red Bull aufgetaucht, in dem vom Rennstall das unmittelbar danach praktizierte Szenario beschrieben wurde.

Mercedes hatte nach dem Rennen zwei Proteste eingelegt, die aber abgelehnt wurden. Auf den Gang vor der Berufungsgericht hatte das Team des weiterhin siebenmaligen Weltmeisters verzichtet. Dieser sei ebenso wie er und das gesamte Team desillusioniert, hatte Mercedes-Teamchef Toto Wolff damals betont und auch klargestellt: "Ich erwarte Taten und nicht nur Worte. Wir können in einem Sport, der Sport sein soll, nicht so mit dem Regelwerk freestylen."

Ohne Schiedsrichter gebe es keinen Sport, bekräftigte Ben Sulaymen in seiner Mitteilung. Mit einem neuen virtuellen Rennkontrollraum - wie der Videoreferee im Fußball - soll mittels moderner Technologie und in direktem Kontakt mit dem Rennleiter die Entscheidungsfindung verbessert werden. Nicht mehr übertragen wird der Funkverkehr, dadurch solle Druck vom Renndirektor genommen werden. Bis zum Saisonstart am 20. März in Bahrain sollen zudem noch die Regeln des sogenannten Zurück-Überrundens beim Einsatz des Safety Cars überarbeitet werden.  © dpa

Formel 1: Mercedes verzichtet auf Berufung - Verstappen bleibt Weltmeister

Lewis Hamiltons Mercedes-Team verzichtet nach dem umstrittenen Formel-1-Finale nun doch auf eine Berufung, Max Verstappens erster Weltmeistertitel gerät damit nicht mehr in Gefahr. Wie die Silberpfeile am Donnerstag mitteilten, werden sie nicht mehr gegen das Ergebnis des letzten Saisonrennens in Abu Dhabi vorgehen. © ProSiebenSat.1