• Der FC Schalke 04 zieht Konsequenzen aus dem Krieg Russlands gegen die Ukraine.
  • Der Fußball-Zweitligist trennt sich im Zuge dessen von seinem Hauptsponsor Gazprom.
  • Wie der Club das finanzielle Loch stopfen wird, das der Verzicht auf seinen bislang wichtigsten Geldgeber mit sich bringt, ist noch nicht klar.

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Mit der beschlossenen Trennung vom langjährigen russischen Hauptsponsor Gazprom hat der FC Schalke 04 auf die zunehmende Kritik an dem umstrittenen Geldgeber reagiert. Der Fußball-Zweitligist steht damit vor einem harten finanziellen Einschnitt.

Nachdem die Gelsenkirchener im vergangenen Spiel beim Karlsruher SC am Samstag schon den Schriftzug des Unternehmens vom Trikot entfernt hatte, teilte der Club am Montag mit, dass der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrates beschlossen habe, die Partnerschaft im Zuge der russischen Invasion in die Ukraine vorzeitig zu beenden.

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Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hat die Entscheidung begrüßt, die Zusammenarbeit zu beenden. "Ich finde es richtig, dass Schalke diesen Schritt gegangen ist", sagte der FDP-Politiker der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung". Ein Verein wie Schalke lebe "von der Loyalität, von der Begeisterung der Fans". Es sei nicht vorstellbar, dass man "seine Leidenschaft auf einen Verein setzt, der indirekt von einer Regierung bezahlt wird, die andere Länder überfällt".

DFB will auf jede Art von "schmutzigem Geld" aus Russland verzichten

Weitere Informationen, auch über mögliche neue Sponsoren, gab der Club nicht bekannt, da man aktuell Gespräche mit dem Hauptsponsor führe. Der russische Staatskonzern ist seit 2007 der wichtigste Geldgeber des mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Traditionsclubs, der derzeit etwa neun Millionen Euro pro Saison von Gazprom Germania, einer deutschen Tochter des staatlichen russischen Energieunternehmens, erhält. Der Vertrag hat eine Laufzeit bis 2025.

Diesen für einen Zweitligaclub sehr hohen Betrag wird ein neuer Sponsor wohl kaum aufbringen können. Dennoch versicherte der Zweitligist in seiner kurzen Mitteilung: "Die vollständige finanzielle Handlungsfähigkeit des Vereins bleibt von dieser Entscheidung unberührt. Die Vereinsführung ist zuversichtlich, zeitnah einen neuen Partner präsentieren zu können."

Mit dieser Entscheidung hat der Club die Konsequenzen gezogen, nachdem sehr viel Kritik aus allen Bereichen aufkam. Auch DFB-Interimspräsident Hans-Joachim Watzke hatte sich zuletzt deutlich gegen die Partnerschaft mit dem russischen Konzern ausgesprochen: "Das ist jetzt schmutziges Geld. Da muss man ganz klar sagen, in jeder Richtung, das darf es nicht mehr geben, das dürfen wir nicht mehr annehmen", sagte der 62-Jährige zuletzt im ZDF.

Schalke 04 hatte Schriftzug bereits entfernt

Dass der Revierclub sich schon in der vergangenen Woche mit der Entfernung des Schriftzuges vom Trikot von Gazprom distanziert hat, begrüßte Watzke. "Erstmal bin ich sehr froh, dass die Schalker da Haltung gezeigt haben. Ich hoffe, dass sich die auch weiter fortsetzt", sagte er im "Sportstudio". "Und wenn es dazu dann auch der Solidarität der anderen Clubs in Deutschland bedarf, um sie aus dieser Situation einigermaßen gut herauszuführen, dann müssen wir darüber diskutieren, wie wir das hinkriegen können."

Bereits am vergangenen Donnerstag hatte der von den USA mit Sanktionen belegte Geschäftsmann Matthias Warnig sein Mandat als Gazprom-Vertreter im Schalker Aufsichtsrat niedergelegt. Warnig ist der Vorsitzende der Geschäftsleitung der Nord Stream 2 AG, die eine Tochterfirma des russischen Energiekonzerns Gazprom ist. Der Energieriese war vom ehemaligen Schalker Aufsichtsratschef und Fleischproduzenten Clemens Tönnies an Bord geholt worden.

Auch in einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov sprachen sich die meisten Deutschen in der vergangenen Woche für eine Trennung der Schalker von Gazprom aus. Demnach würden dies 64 Prozent der Befragten befürworten. Laut YouGov würden dies 15 Prozent ablehnen. 21 Prozent machten dazu keine Angabe.

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Teaserbild: © imago images/RHR-Foto/Tim Rehbein