• Das ging schnell. Nur wenige Tag nach der Trennung von Gazprom präsentiert Schalke einen neuen Hauptsponsor.
  • Das "temporäre" Engagement von Vivawest bewahrt den finanziell klammen Revierclub vor einer noch größeren Schieflage, dürfte aber weniger einbringen.

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Der FC Schalke 04 ist bei der Suche nach einem Nachfolger für den bisherigen Hauptsponsor Gazprom schnell fündig geworden. Wie der Fußball-Zweitligist am Samstag mitteilte, ziert der Schriftzug des Wohnungsunternehmens Vivawest ab sofort das königsblaue Trikot.

Über die Dauer der Zusammenarbeit und finanzielle Details vereinbarten beide Seiten Stillschweigen. Vivawest-Geschäftsführer Uwe Eichner sprach von einer "temporären Partnerschaft." Gleichwohl machte Schalkes Vorstandsvorsitzender Bernd Schröder aus seiner Erleichterung keinen Hehl: "Mit dieser Partnerschaft beginnt auf Schalke eine neue Zeitrechnung."

Allerdings dürften die Erlöse deutlich unter denen aus der Gazprom-Ära liegen. Sorgen der Fans vor einer noch größeren Schieflage des finanziell angeschlagenen Clubs versuchte Christina Rühl-Hamers zu zerstreuen. "Unsere finanzielle Handlungsfähigkeit war zu jeder Zeit gegeben. Nun gilt es, diese weiter auszubauen und die sich ergebenen Chancen zu nutzen. Wir sind zuversichtlich, dass uns dies auch dank der Partnerschaft mit Vivawest gelingen wird", kommentierte die Schalker Finanzchefin.

Schalke trennt sich von seinem Hauptsponsor Gazprom

Nach jahrelanger Kooperation hatte der Traditionsclub die Zusammenarbeit mit Gazprom zu Wochenbeginn als Folge der russischen Invasion in die Ukraine beendet. Der russische Staatskonzern war seit 2007 der wichtigste Geldgeber des mit rund 200 Millionen Euro Verbindlichkeiten belasteten Bundesliga-Absteigers.

Zuletzt flossen etwa neun Millionen Euro pro Saison von Gazprom Germania, einer deutschen Tochter des staatlichen russischen Energieunternehmens, an die Gelsenkirchener. Der Vertrag hatte eine Laufzeit bis 2025.

Engagement mit Vivawest ist vorerst temporär

Wie lange die Zusammenarbeit mit dem neuen Sponsor andauert, bleibt vorerst offen. Laut Medienberichten soll sie vorerst für anderthalb Jahre gelten und den Schalkern die Suche nach einem neuen Hauptsponsor erleichtern.

"Wir sehen uns als ein Unternehmen mit einer Tradition im Werkswohnungsbau für Bergleute und unserem Verwaltungssitz in Gelsenkirchen in der Pflicht, Schalke zu unterstützen. Die schrecklichen Ereignisse in der Ukraine fordern von uns allen, zusammenzustehen und Haltung zu zeigen", sagte Vivawest-Geschäftsführer Eichner.

Der neue Schalke-Partner hat seinen Sitz in Essen, doch die Hauptverwaltung befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst. Mit knapp 120.000 Wohnungen gilt Vivawest als einer der größten Immobilienkonzerne in Deutschland und ist vor allem im Ruhrgebiet stark vertreten. (dpa/ari)

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Teaserbild: © dpa / David Inderlied/dpa