Bundesliga im Griff des Coronavirus: Wer verzichtet jetzt auf Gehalt?

Auch die Bundesligisten trifft die Coronavirus-Krise mit voller Wucht. Bei einigen Vereinen haben sich laut übereinstimmender Medienberichte Spieler und Funktionäre nun bereits auf Gehaltseinbußen geeinigt - als Zeichen der Solidarität und um den Verein in dieser Zeit wirtschaftlich zu unterstützen. (Mit Material der dpa)

Die Spieler von Borussia Mönchengladbach gehen schon seit vergangener Woche mit gutem Beispiel voran und verzichten freiwillig auf Teile ihres Gehalts. "Der Trainerstab hat sich dem angeschlossen, genau wie unsere Direktoren und Geschäftsführer", sagte Sportchef Max Eberl am Donnerstag und betonte: "Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Wir stehen zusammen für Borussia, in guten wie in schlechten Zeiten."
Die Klubführung von Borussia Dortmund hat dem BVB-Kader nach übereinstimmenden Medienberichten ein Modell zum Gehaltsverzicht vorgelegt. Demnach sollen die Profis auf 20 Prozent ihres Grundgehalts verzichten, wenn keine Fußballspiele stattfinden. Ein Abschlag von zehn Prozent wäre bei Spielen ohne Zuschauer fällig. Eine Entscheidung darüber soll noch in dieser Woche fallen.
Noch gibt es keine offiziellen Zahlen, aber wie "Sport1" erfahren haben will, haben bereits die Spieler des Schalker Mannschaftsrats – unter anderem Kapitän Omar Mascarell, Daniel Caligiuri und Alexander Nübel - eigeninitiativ angeboten, auf 30 Prozent ihres Gehalts zu verzichten. Wie hoch der Verzicht tatsächlich sein wird, soll in den nächsten Tagen beschlossen werden. Für Schalke gehe es in der Coronavirus-Krise um die Existenz, machte Sportchef Jochen Schneider bei "Sport1" deutlich.
Auch bei Hertha BSC gibt es derzeit Gespräch über einen möglichen Gehaltsverzicht der Profis. Da sich momentan noch die gesamte Mannschaft in Quarantäne befindet, wird wohl so bald keine Entscheidung gefällt werden. Der Verein hat sich angesichts der Coronavirus-Krise bereits einen Investitions- und Ausgabenstopp verordnet.
Die Profis und Verantwortlichen von Abstiegskandidat Werder Bremen haben dem Verein wegen der drohenden Einnahmeverluste in der Coronakrise einen freiwilligen Gehaltsverzicht angeboten. "Der Mannschaftsrat ist auf uns zugekommen, proaktiv", erklärte Sport-Geschäftsführer Frank Baumann gegenüber mehreren Bremer Medien. Konkrete Zahlen nannte Baumann aber nicht.
Auch bei Bayer 04 Leverkusen sind Spieler und Führung zu Gehaltsverzicht bereit. Das erklärte Rudi Völler gegenüber "Bild": "Wir machen uns Gedanken und die Spieler auch, das Signal hat Lars (Bender, Anm. d. Red.) mir gegeben. Alle sind gefordert, um dem eigenen Verein zu helfen."
Beim 1. FC Köln gibt es noch keine offizielle Meldung, Geschäftsführer Alexander Wehrle ist allerdings überzeugt, dass auch die Profis der Kölner bereit wären, auf Gehalt zu verzichten. "Jeder Verein muss da zwar seinen eigenen Weg finden, aber wir haben verantwortungsvolle Jungs bei uns, denen der Ernst der Situation bewusst ist. Sie wissen um ihre privilegierte Stellung. Ich habe unsere Spieler so kennengelernt, dass sie im Fall der Fälle bereit wären, auch ihren Beitrag zu leisten", erklärte er gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger".
In der Krise zeigen sich auch die Profis des abstiegsbedrohten Zweitligisten Karlsruher SC mit einem Gehaltsverzicht solidarisch. "Für uns als Mannschaft steht es außer Frage, dass wir zurzeit im Verein noch näher zusammenrücken und unseren Teil dazu beitragen wollen, damit der KSC die aktuelle Situation bestmöglich durchstehen kann", sagte Kapitän David Pisot.