Haller jubelt nach seinem Tor gegen den FC Augsburg.
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Sébastien Haller: Die Nachricht von seiner Krebserkrankung im Sommer versetzte den BVB in einen Schockzustand. Doch der mit über 30 Millionen Euro teuerste Zugang der Vereinsgeschichte aus Amsterdam erwies sich nicht nur auf dem Fußballplatz als Kämpfer. Wenige Monate nach zwei Operationen und begleitenden Chemotherapien reiste er in der Winterpause zusammen mit dem Team zur Vorbereitung nach Marbella.
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Seither trug er zum Sturm der Borussia von Rangs sechs auf Platz eins bei. Neun Tore - davon allein fünf in den vergangenen fünf Partien - dokumentieren, dass er seinem alten Niveau deutlich näher gekommen ist. "Für mich ist das immer das größte Wunder", sagte BVB-Trainer Edin Terzic.
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Julian Nagelsmann: Als Langzeit-Projekt war Julian Nagelsmann im Sommer 2021 als Nachfolger von Triple-Coach Hansi Flick beim FC Bayern angestellt worden. Rund 20 Millionen Euro Ablöse flossen an RB Leipzig. Einen Fünfjahresvertrag erhielt der junge Trainer. Im ersten Jahr stand die Meisterschaft als Single-Titel.
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Im zweiten Jahr musste Nagelsmann Ende März gehen, als die Münchner Bosse die Saisonziele in Gefahr sahen, obwohl der deutsche Rekordchampion da noch in Bundesliga, DFB-Pokal und Champions League gut im Rennen lag. Nagelsmann steht vorerst weiter auf der Gehaltsliste.
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Retter bei Werder, einziger Gewinner im deutschen WM-Kader: Füllkrug hat eine turbulente Saison hinter sich. Mit seinen Treffern führte der 30-Jährige die Bremer zum Klassenverbleib und schaffte noch den Sprung auf den WM-Zug. Auch in Katar traf Füllkrug zweimal, das peinliche Vorrunden-Aus der Flick-Elf konnte er aber nicht abwenden.
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Mit seiner unbekümmerten und natürlichen Art spielte sich der Stürmer in die Herzen der Fans. Und das, obwohl seine Karriere wegen Verletzungen fast schon beendet schien. Mit 16 Toren führt Füllkrug vor dem letzten Spieltag die Torjägerliste der Bundesliga an. Nicht verwunderlich, dass über einen Wechsel des Angreifers zu einem Topclub spekuliert wird.
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Urs Fischer: Einmal mehr Zu- und Abgänge in Mannschaftsstärke musste Urs Fischer auch zu Beginn dieser Saison hinnehmen. Wo Trainerkollegen darauf hinweisen, dass die Integration der Neuen Zeit benötige, hat der 57-jährige Schweizer die Profis schnell wieder zu einem verschworenen Haufen geformt, der ab dem sechsten Spieltag für sieben Spieltage von der Spitze der Tabelle grüßte.
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Auch wenn die Meisterschaft à la Leicester 2.0 nicht klappt: Fischers Mannschaft steht vier Jahre nach dem Aufstieg in die Bundesliga an der Schwelle zur Champions League und spielt sicher zum dritten Mal in Folge international.
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Oliver Kahn: Im Sommer 2021 löste der einstige Torwart-Titan Oliver Kahn den langjährigen Boss Karl-Heinz Rummenigge an der Spitze des Bayern-Vorstandes ab. Der heute 53-Jährige war die Wunschlösung von Ehrenpräsident Uli Hoeneß.
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Kahn benötigte Zeit, in seine neue Rolle zu finden. Öffentlich hielt er sich im ersten Jahr sehr zurück und war auf der Suche nach einer Zukunftsstrategie. Nach dem Meistertitel 2022 droht die erste titellose Saison seit 2012 - und Kahn als mögliche Konsequenz die vorzeitige Ablösung als Bayern-Chef.
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Nils Petersen: Stammspieler war der Stürmer schon länger nicht mehr beim SC Freiburg. Dafür ist er vereinsinterner Rekordtorjäger, Rekordjoker in der Bundesliga und Sympathieträger durch und durch - weil er ein fairer Sportsmann ist und ein absoluter Teamplayer.
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Dazu hat er Humor. "Die Fußballbranche ist oberflächlich und wir Fußballer sind nicht so belesen", sagte der frühere Bayern- und Werder-Profi Ende 2017 dem "Focus": "Salopp gesprochen, verblöde ich seit zehn Jahren, halte mich aber über Wasser, weil ich ganz gut kicken kann." Nun beendet er seine Karriere - und kann, wenn er mag, viel lesen.
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Randal Kolo Muani: Im verlorenen WM-Finale gegen Argentinien vergab der französische Stürmer als Joker die Riesenchance zur Führung - bei Eintracht Frankfurt trumpfte er danach groß auf.
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Vor dem letzten Spieltag hat der 24-Jährige 14 Tore erzielt. Natürlich steht er längst auf der Wunschliste großer europäischer Clubs, auch der FC Bayern soll Interesse haben. Kolo Muanis Vertrag bei den Hessen läuft aber bis 2027; sein Marktwert liegt bei etwa 60 Millionen Euro.
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Kay Bernstein: Noch kein Jahr im Amt hat der Überraschungspräsident schon die tiefsten Abgründe des Vereins erlebt. Die Spionage-Affäre um den früheren Investor Lars Windhorst war der erste Gegenwind, der dem ehemaligen Ultra entgegenwehte. Nach einer miserablen Saison steht der Abstieg bereits fest – im Gegensatz zur Lizenz, um die Hertha BSC noch kämpft.
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Dem 42-Jährigen ist es gelungen, mit dem von ihm ausgerufenen "Berliner Weg" trotz der Misere die Atmosphäre um den Klub zu verändern. Während die Profis vor seiner Ära nach einer Derby-Niederlage auf dem Trainingsgelände von den Fans angegriffen wurden, verzeichnet der Verein in der ablaufenden Saison einen Besucherrekord.
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Manuel Neuer: Die WM-Saison wurde für Manuel Neuer zum Alptraum. Mit dem Ziel, noch einmal Weltmeister zu werden, reiste der DFB-Kapitän im November nach Katar. Heraus kam das nächste Vorrunden-Aus nach Russland 2018.
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Und im Urlaub danach erlitt der Torwart beim Skitourengehen einen Beinbruch. Für den inzwischen 37-Jährigen war die Spielzeit damit gelaufen. Inzwischen arbeitet Neuer verbissen an seinem Comeback: Er will zurück ins Bayern-Tor - und auch der Heim-EM 2024 noch einmal für Deutschland spielen.
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Xabi Alonso: Bei allen Verdiensten als Profi in Liverpool, Madrid und München war Xabi Alonso für Bayer Leverkusen bei der Suche nach einem Nachfolger für Gerardo Seoane nicht unbedingt eine folgerichtige Wahl. Schließlich trat der Spanier Anfang Oktober 2022 beim Bundesligisten seine erste Stelle als Profitrainer an.
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Doch die Skeptiker wurden schnell widerlegt: Alonso führte die Werkself von Rang 17 auf sechs und in das Halbfinale der Europa League. Die erfolgreiche Arbeit des 41-Jährigen schürte Gerüchte, dass seine nächste Trainerstation in München sein könnte.
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Max Eberl: Mitte September lüftete RB Leipzig das ohnehin offene Geheimnis und verpflichtete Eberl als neuen Sportchef. Der 49-Jährige trat sein Amt im Dezember an und ist bei den Sachsen so mächtig wie keiner seiner Vorgänger.
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Eberl ist das Gesicht des Clubs und die Hassfigur seiner zahlreichen Gegner. In mehreren Spielen wurden beleidigende Banner gezeigt. Nach dem Wiedersehen mit Ex-Club Gladbach Mitte März beruhigte sich die Lage. Am 3. Juni kann Eberl mit dem DFB-Pokal seinen ersten Titel holen.