Ex-Fußballkommentator Marcel Reif wird 70: Seine besten Sprüche

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Von
Ludwig Horn

Am ehemaligen Fußballkommentator Marcel Reif scheiden sich (wie bei wohl allen) die Geister: Die einen lieben ihn, die anderen können ihn nicht ausstehen - auch wegen seiner Bonmots. Anlässlich seines 70. Geburtstags präsentieren wir seine besten Sprüche.

In teils schonungslosen Analysen macht Reif auch vor Bayern-Spielern nicht Halt: "Ciriaco Sforza ist am Ende, aber am Anfang war er heute auch noch nicht."
Hin und wieder, wie in diesem Beispiel, nimmt er Spieler auch wegen ihres äußeren Erscheinungsbildes aufs Korn: "Und als der liebe Gott zu Mineiro gesagt hat: 'Was willst Du lieber – die Ohren ganz nah am Kopf oder Fußball spielen?', da hat er gesagt: 'Fußball spielen.'"
Im Eifer des Gefechts können auch mal geografische Grundkenntnisse verloren gehen. Nur so lässt sich der folgende Satz erklären: "Kamerun – beste Mannschaft Europas!"
Auch der ehemalige italienische Verteidiger Christian Panucci, der unter anderem für den AC Mailand, Real Madrid und für die AS Rom seine Knochen hinhielt, bekam sein Fett weg: "Panucci tut überhaupt nichts, und was er tut, tut er falsch."
Einige Sprüche, die im Moment vor dem Aussprechen sicher vollkommen logisch und erwähnenswert klangen, am Ende aber mehr wie ein Scherz wirken, begleiten Reifs Karriere. So zum Beispiel auch dieser: "Je länger das Spiel dauert, desto weniger Zeit bleibt."
Messerscharfe Logik, Teil zwei zum Thema Tormöglichkeit: "Das war eine halbe dicke Chance."
Situationen, in denen anderen beschämt die Sprache wegbleiben würde, spricht Reif ungeniert an. So zum Beispiel jene, in der Bayern-Stürmer Roque Santa Cruz kurzzeitig völlig entblößt über den Rasen läuft: "Manche Dinge müssen einfach raus."
Oft wurde Reif auch wegen seiner teils beißenden Ironie missverstanden. Gerade bei besonders zähen Partien, wie sie hier vorgelegen haben muss, konnte diese Ironie aber eine willkommene Auflockerung liefern: "Und dieser öffnende Pass brachte wieder 57 Zentimeter Raumgewinn!"
Die überschwängliche Euphorie bei Torfestivals kam manchmal etwas unorthodox daher: "In acht Minuten drei Tore, was können wir als Kassenpatienten mehr verlangen."
Bis heute legendär ist der Auftritt von Reif (re.) und seinem Kollegen Günter Jauch (li.) bei der Vorberichterstattung des Champions-League-Spiels zwischen Real Madrid und Borussia Dortmund im Jahr 1998. Aufgrund eines umgestürzten Tores mussten die Kommentatoren 76 Minuten bis zum Anpfiff überbrücken. Jauch und Reif, der dabei unter anderem folgendes sagte, gelang das mit Bravour: "Noch nie hätte ein Tor einem Spiel so gut getan wie heute hier.“
Er hatte auch kein Problem damit, langweilige Spiele als solche zu bezeichnen: "Wenn Sie dieses Spiel atemberaubend finden, dann haben Sie's an den Bronchien." Auch wenn er oft kritisiert wurde – wegen solcher Sprüche wird er heute in der Branche vermisst. Wir wünschen Marcel Reif alles Gute zum 70. Geburtstag.