Vor rund drei Wochen sorgten Fotos, auf denen Ilkay Gündogan und Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdogan posierten, für Aufregung. Nun warnt Bierhoff vor weiterer Kritik an den beiden Nationalspielern.

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Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff hat vor weiterer Kritik an Mesut Özil und Ilkay Gündogan wegen der umstrittenen Erdogan-Fotos gewarnt. "Mesut und Ilkay sind junge Menschen. Man muss sie nicht auf ewig verdammen", sagte Bierhoff der "Süddeutschen Zeitung" (Samstag).

Fotos von einem Treffen der beiden deutschen Fußball-Nationalspieler mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan hatten vor drei Wochen ein harsches Echo ausgelöst.

"Es passiert auch hoch qualifizierten und erfahrenen Politikern, dass sie ins Fettnäpfchen treten, dass sie Fehler machen oder falsche Symbole aussenden - und danach geht's weiter. Für Fußballer sollten keine anderen Maßstäbe gelten", mahnte Bierhoff.

Treffen war "kein bewusstes politisches Signal"

Auf einem Trikot, das Gündogan an Erdogan überreicht hatte, stand handschriftlich über der Signatur auf Türkisch: "Für meinen verehrten Präsidenten - hochachtungsvoll".

Nach heftiger öffentlicher Kritik hatten sich Özil und Gündogan in Berlin mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier getroffen und zuvor ein klärendes Gespräch mit der DFB-Spitze geführt.

"Mir war schnell klar, dass sie kein bewusstes politisches Signal senden wollten", sagte Bierhoff. Er habe aber auch beiden Spielern und ihren Beratern gesagt, "dass sie sich dieser Wirkung dieses Bildes unbedingt hätten bewusst sein müssen. Und dass sie auch mit den entsprechenden Reaktionen hätten rechnen müssen."

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