Hätte Cristiano Ronaldo nach seinem Armeinsatz gegen den Iraner Morteza Pouraliganji Rot sehen müssen? So sieht es zumindest Iran-Trainer Carlos Queiroz, der mit deutlichen Worten gegen den Videobeweis wettert.

Weitere News zur WM 2018 finden Sie hier

In der 83. Minute hatte Schiedsrichter Enrique Caceres einen Zweikampf zwischen Ronaldo und Morteza Pouraliganji mit dem Videobeweis überprüft.

Was denken Sie: Hätte Ronaldo Rot sehen müssen?
  • A
    Ja, das war eine Tätlichkeit
  • B
    Nein, Gelb war völlig ausreichend

Die Iraner forderten vehement Rot für Portugals Superstar, der seinen rechten Arm durchaus heftig gegen seinen Gegenspieler eingesetzt hatte.

Der Unparteiische beließ es nach Studium der Videobilder allerdings bei Gelb.

Queiroz deutet Bevorzugung Ronaldos an

Mit einer Wutrede hat Irans Trainer Carlos Queiroz über die strittige Szene und den Videobeweis hergezogen.

"Ellenbogen bedeutet Rot. So lauten die Regeln", sagte der Portugiese nach der 0:1-Niederlage gegen sein Heimatland am Montagabend in Saransk. Die Pleite bedeutete zugleich das WM-Aus für den Iran.

Queiroz weiter: Die Regel mache keinen Unterschied, ob ein Spieler wie Ronaldo oder Argentiniens Topspieler Lionel Messi den Ellbogen einsetze oder ein anderer Akteur.

Queiroz hält Videobeweis für gescheitert

Der 65-Jährige forderte mehr Transparenz. "Wir müssen wissen, wer das Spiel leitet, wer die Entscheidungen trifft", sagte er. Die Kommunikation zwischen Schiedsrichter und Videoschiedsrichter müsse offengelegt werden.

"Es wurden Zehntausende Dollar ausgegeben, da sitzen fünf Leute zusammen und sehen den Ellbogenschlag nicht. Ach, lasst mich doch in Ruhe." Queiroz forderte FIFA-Präsident Gianni Infantino zum Eingreifen auf.

Auf der Pressekonferenz nach dem Spiel kam Queiroz immer wieder minutenlang auf den Videobeweis zu sprechen. "Der Videoschiedsrichter funktioniert nicht gut, das ist die Realität", sagte er.

Insgesamt hatte der Schiedsrichter drei Entscheidungen nach dem Videobeweis korrigiert: Außer der Gelben Karte gegen Ronaldo verhängte er jeweils nach Ansicht der Bilder Elfmeter. Während Ronaldo den Strafstoß für Portugal vergab (53.), nutzte Karim Ansarifard auf der anderen Seite die Chance zum späten Ausgleich (90.+3).

Queiroz' Trainerkollege Fernando Santos hingegen sah die Video-Entscheidungen nach dem Einzug ins Achtelfinale locker. "Der Schiedsrichter hat getan, was er zu tun hatte", sagte Portugals Nationaltrainer. "Das müssen wir akzeptieren." (cai/dpa)

Sie möchten sich bezüglich der Fußball-WM auf dem Laufenden halten? Abonnieren Sie unsere WM-News per WhatsApp: Hier geht's zur Anmeldung.