Bei Jogi Löw haben Überraschungen Tradition - seine größten Joker-Entscheidungen

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Joachim Löw verblüfft seit Anbeginn seiner Bundestrainer-Karriere immer wieder mit seinem Aufgebot. Es gibt sogar einen Weltmeister, der zunächst auf der Streichliste war. Löws größten Überraschungen.

Das Trainerduo Jürgen Klinsmann und Joachim Löw verblüfft bei der WM 2006 in Deutschland mit der Nominierung des Dortmunders David Odonkor, dem Flügelflitzer ohne Länderspiel.
Andere erwarten, sie seien dabei: Fabian Ernst, Patrick Owomoyela und Kevin Kuranyi (Bild), der es kaum glauben kann, als Klinsmann anruft und ihn ausbootet: "Ich habe gelacht und gesagt: Das ist jetzt nur ein Spaß, oder?"
Auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze, sorgt Bundestrainer Löw vor der EM 2008 (Österreich/Schweiz) gleich für mehrere Aufreger. Er streicht Torwart Timo Hildebrand, bis dahin die Nummer 2 hinter Jens Lehmann. Hildebrand reagiert "geschockt und irritiert".
In Torwart René Adler und dem Gladbacher Zweitliga-Aufsteiger Marko Marin (Bild) zaubert Löw dafür zwei Länderspiel-Neulinge aus dem Hut.
Löw überrascht bei seiner vorläufigen 27-Mann-Liste für die WM 2010 in Südafrika mit den Neulingen Holger Badstuber und Dennis Aogo (Bild). Beide schaffen es auch in den 23-Mann-Kader für Südafrika. Torwart-Veteran Jörg Butt vom FC Bayern ersetzt den verletzten René Adler.
Drei Spieler muss Löw "maßlos" enttäuschen: Für Thomas Hitzlsperger (Bild), Marcel Schäfer und Christian Gentner ist kein Platz.
Bei der EM 2012 (Polen/Ukraine) nominiert Löw nicht drei, sondern vier Torhüter. Der Gladbacher Marc-André ter Stegen darf die etablierten Kollegen herausfordern.
Schalke-Talent Julian Draxler ist der andere Kaderneuling. Beide schaffen es nicht in das endgültige Turnieraufgebot. Zur gestrichenen Prominenz zählt unter anderen der erfahrene Mittelfeldspieler Simon Rolfes.
Torjäger Mario Gomez und Torwart René Adler fehlen im zunächst 30-köpfigen Aufgebot für die WM 2014 in Brasilien. "Das ärgert mich unendlich", beklagt sich Gomez. Doch Löw hat gute Gründe: "Mario hat seit September nur 280 Minuten gespielt."
Die einstige Stammkraft Marcel Schmelzer fliegt im Trainingslager raus, auch Kevin Volland und Shkodran Mustafi erwischt es.
Abwehrspieler Mustafi wird dann doch Weltmeister, weil sich Marco Reus im letzten Testspiel vor dem Abflug nach Brasilien verletzt und Löw dafür auf den letzten Drücker doch noch Mustafi mitnimmt.
2016 beruft Löw für die EM in Frankreich vier Youngster in das vorläufige 27-Mann-Aufgebot: Julian Brandt, Joshua Kimmich (Bild) , Julian Weigl und Leroy Sané.
Für vier Weltmeister - Torhüter Ron-Robert Zieler sowie die Feldspieler Matthias Ginter (Bild), Christoph Kramer und Erik Durm - ist kein Platz.
Der Hammer aber folgt erst im Trainingslager in der Schweiz: Neben Karim Bellarabi, Julian Brandt und Sebastian Rudy streicht Löw auch Marco Reus (Bild) aus dem endgültigen EM-Kader. "Er hat massive gesundheitliche Probleme. Er kann nur geradeaus laufen."
Für den WM-Probelauf mit acht Nationen - den Confed Cup 2017 in Russland - nominiert Löw den radikalsten Turnierkader seiner DFB-Amtszeit. Er verzichtet auf alle gestandenen Weltmeister und gibt lieber jungen Akteuren wie Timo Werner eine Chance.
Dazu feiern die Senioren Lars Stindl (Bild) und Sandro Wagner ein spätes DFB-Debüt. Geht das gut? Und wie! Das von Julian Draxler angeführte Perspektivteam holt in Russland den Titel: Stindl schießt beim 1:0 im Finale gegen Chile das Siegtor.
Für die WM 2018 in Russland holt Löw den Länderspiel-Neuling Nils Petersen aus der Kiste - mit 29 Jahren darf er sich im Trainingscamp um einen WM-Platz bewerben. Der Freiburger hat sich mit 15 Toren in der Bundesliga empfohlen.
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