• Mit Äußerungen über verstorbene ausländische Arbeiter im WM-Land Katar hat Ronald de Boer für Wirbel gesorgt.
  • Der Niederländer wurde im Juni 2021 vom Organisationskomitee zum WM-Botschafter gekürt.
  • Nun bezeichnete der ehemalige Nationalspieler die Kritik am Gastgeberland als teils "völligen Blödsinn".

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Der frühere niederländische Fußball-Nationalspieler Ronald de Boer hat mit Aussagen über gestorbene ausländische Arbeiter im WM-Gastgeberland Katar für Aufregung gesorgt.

"Da steht ein Wort gegen das andere. Es wird alles in einen Topf geworfen. Von der Lehrerin über die Reinigungskraft bis hin zum Bauarbeiter. Das ist der Stoff, aus dem diese Zahlen gemacht sind", sagte der 51-Jährige während einer Sendung des niederländischen Senders RTL. Er bezog sich auf Medienberichte über 6.500 tote Arbeiter auf den Baustellen in Katar im vergangenen Jahrzehnt.

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Ronald de Boer: "Das ist wirklich völliger Blödsinn"

"Das ist wirklich völliger Blödsinn. Sie haben alle Menschen aus diesen zehn Jahren in einen Topf geworfen. Das wird den Menschen nicht gerecht", sagte der Niederländer. "Es sterben Menschen. Egal wie traurig. Aber sie geben einem das Gefühl, dass die Leute von der Hitze des Stadions erschlagen werden."

Die Zahl von 6.500 gestorbenen Arbeitern aus Südostasien stammt aus der Berichterstattung der britischen Zeitung "Guardian". Die Regierung Katars verwies dabei darauf, dass die Sterberate angesichts von mehr als 1,4 Millionen Menschen aus der Region im Land im zu erwartenden Bereich liege. Das WM-Organisationskomitee argumentiert, dass Baustellen für die WM von anderen in dem Emirat getrennt beurteilt werden müssten. De Boer war im Juni 2021 vom Organisationskomitee zum WM-Botschafter gekürt worden.

Der WM-Gastgeber steht praktisch seit der Vergabe Ende 2010 wegen der Menschenrechtslage und der Bedingungen für ausländische Arbeiter in der Kritik. Im Mittelpunkt stand und steht das in Katar offiziell abgeschaffte sogenannte Kafala-System, das Arbeitnehmern aus dem Ausland praktisch alle Rechte nimmt.

Die Regierung verweist immer wieder auf zahlreiche Reformen - insbesondere bei den Arbeitnehmerrechten. Verstöße gegen die neuen Gesetze würden rigoros verfolgt, heißt es aus dem Emirat. (dpa/mbo)

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