(ae/jf) - Eine Geschichte wie aus einem bösen Hollywoodfilm: Am Freitagabend wurde die Boxerin Rola El-Halabi in Berlin, kurz vor ihrem IBF-Titelkampf im Leichtgewicht, von ihrem Stiefvater schwer verletzt. Roy El-Halabi kam in die Kabine seiner Tochter und schoss ihr ohne Vorwarnung gezielt in die rechte Hand, ins linke Knie und in beide Füße.

Zuvor hatte er zwei Wachmänner angeschossen, um zu seiner Tochter zu gelangen.

Gegenüber der "Bild"-Zeitung schildert die deutsche Box-Weltmeisterin den Tathergang: "Papa stürmte mit einer Pistole rein, schmiss alle aus dem Raum, schloss uns beide ein. Er schoss mir sofort aus drei Metern Entfernung in die rechte Hand! Es brannte höllisch, ich schrie. Doch er ballerte weiter, als nächstes in den linken Fuß, ich fiel hin, verdrehte mir das Knie."

Dabei soll ihr Stiefvater gebrüllt haben, dass sie sein Leben ruiniert haben soll. Während sie versuchte, ihn zu beruhigen, ließ er sich in seiner Wut nicht stoppen. "Während ich mich am Boden krümmte, zielte er auf das Knie, dann auf den anderen Fuß. Jeder Schuss ein Treffer. Aus meinen Schuhen drang immer mehr Blut, mir wurde schwindelig", sagte Rola dem Blatt weiter.

Danach ließ sich der Täter von der Polizei festnehmen. Während er flehte, dass sie ihm verzeihen möge, erwiderte sie schwerverletzt: "Ich hasse dich!" Laut Angaben der "Bild"-Zeitung hatte Rola im Januar ihren Stiefvater als ihren Manager entlassen, da er den neuen Freund seiner Tochter nicht akzeptierte.

Mittlerweile soll Rola die fünfte Operation hinter sich haben. In den Boxring wird sie allerdings nie wieder steigen können. Ihre Hand wird laut dem Medienbericht immer geschädigt bleiben. Dem Stiefvater drohen nun bis zu zehn Jahren Haft.