München (kle/jfi) - Homosexualität ist noch immer ein Tabu in der Sportwelt. Nun hat sich der Präsident des NBA-Klubs Phoenix Suns, Rick Welts, als schwul geoutet.

In einem Interview mit der "New York Times" sagte er, er wolle ein Vorbild für Sportler sein, die sich um ihre Karriere sorgten. Außerdem wolle er Gespräche über ein Thema anregen, das in der Sportindustrie auch im 21. Jahrhundert noch totgeschwiegen wird.

Welts äußerte auch sein Verständnis für Sport-Profis, die ihr Schwulsein geheim halten. "Spieler haben kurze Karrieren. Da stehen Verträge auf dem Spiel. Dadurch, dass noch niemand vor ihnen diesen Schritt gewagt hat, ist für sie nicht absehbar, welche Konsequenzen ein Outing haben könnte."

Auch sei das Toleranzdenken in der Sportwelt noch nicht so weit fortgeschritten wie in anderen Gesellschaftsbereichen. "Das wird noch einige Zeit dauern", sagte Welts. Bislang herrsche eine Art "Pakt des Schweigens". Niemand stelle Fragen zu dem Thema oder käme von sich aus auf die Idee, sich dazu zu äußern.

Bislang hat Welts nur positive Reaktionen erfahren. Er schließt es jedoch nicht aus, wegen seiner Homosexualität in der Zukunft noch angefeindet zu werden.