Marcel Hirscher hat seine Sensationskarriere mit einer Goldmedaille bei Olympia gekrönt. Was ihn am meisten stolz macht, ist aber nicht der Titel an sich.

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Marcel Hirscher hat sich einen Traum erfüllt - und bei seinen dritten Olympischen Spielen in Pyeongchang endlich auch Gold geholt.

"Bis jetzt fühlt sich der Sieg nicht anders an", sagte der Salzburger nach dem Rennen. Stolz sei er "auf die wahnsinnig gute Abfahrt. Und auf die unglaubliche Coolness im Slalom - dass ich mich während der Fahrt nicht verrückt machen habe lassen".

Das sei das große Ziel im Team gewesen: Dem Rennen nicht so große Bedeutung beizumessen, betonte Hirscher. Aber: "Dass wir es [Gold, Anm.] gleich im ersten Versuch machen, nimmt schon Druck."

Auf die Frage, ob er glaube, bei der Siegerehrung emotional zu werden, antwortete der 28-Jährige vor der Zeremonie: "Ich weiß nicht, ob das noch kommt. Ich hoffe, dass das noch kommt. Sonst wäre es ziemlich langweilig."

Jubel bei der Siegerehrung

Mit einem noch höheren Luftsprung als der Tiroler Rodel-Olympiasieger David Gleirscher zwei Tage bejubelte Hirscher seine erste Goldene.

"Sie ist gar nicht so leicht, ein halbes Kilo wird es schon haben", urteilte der strahlende Sieger. "Der ideelle Wert ist natürlich unermesslich hoch."

Weil nur wenige Zuschauer im Zielraum und beim Rennen gewesen seien, wirke es gar nicht so, als sei man bei Olympia, sagte Hirscher in seinem ersten Interview nach der Zeremonie. Bei der Siegerehrung habe er aber immerhin eine österreichische Flagge entdeckt.

Besonders freute sich der Annaberger auch über die erste Medaille im ersten Wettbewerb: "Saucool, dass das jetzt funktioniert hat. Gleich bei der ersten Chance. Unbeschreiblich", jubelte er.

Gold bei der Heim-WM war für Hirscher wichtiger

Für den frisch gebackenen Kombinations-Olympiasieger hatte Gold bei der Heim-WM in Schladming vor fünf Jahren allerdings einen größeren Wert als nun der erste Platz in Südkorea.

"Dass das heute hier funktioniert, ist eine Draufgabe. Das ist gar nicht in Worte zu fassen", betonte Hirscher. "Aber für mich hat das nicht so viel wert wie in Schladming vor 40.000, 50.000 Leuten zu Hause zu gewinnen, bei meinem Heim-Rennen, meiner Heim-WM."

"Wir sind hier irgendwo und fahren halt ein Rennen. Klar, der ideelle Wert ist natürlich unbeschreiblich hoch und in der Außenwirkung ist er auch viel größer", sagte der sechsmalige Gesamtweltcupsieger.

Froh zeigte sich Hirscher über den Sieg vor allem aus einem Grund: "Das Schlimmste wäre gewesen und eine perfekte Saison wäre niedergemacht worden, wenn das Gold fehlt. Das habe ich jetzt." (ank)

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