Als Andy Murray der Welt das Ende seiner Karriere mitteilt, schämt sich der Schotte seiner Tränen nicht. Der Körper des ehemals besten Tennisspielers der Welt lässt keinen Leistungssport mehr zu.

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Mit Tränen in den Augen hat der frühere Weltranglisten-Erste Andy Murray das Ende seiner Tennis-Karriere angekündigt.

Der 31-jährige Schotte erträgt die ständigen Schmerzen an der rechten Hüfte nicht mehr und wird spätestens im Sommer in Wimbledon, vielleicht aber auch schon nach den Australian Open aufhören.

Dies kündigte Murray auf einer emotionalen Pressekonferenz in Melbourne an, wo am kommenden Montag das erste Grand-Slam-Turnier der neuen Saison beginnt.

Murray muss den Raum verlassen

Bei dem Pressetermin rang Murray von Anfang an um Fassung. "Nicht toll", sagte er auf die erste Frage, wie es ihm gehe. Dann konnte er nicht mehr weiter, verließ kurz den Raum und sprach danach mit belegter Stimme.

Mehrfach senkte Murray den Kopf, sodass der Schirm seines Basecaps das Gesicht verdeckte, während er sich Tränen aus den Augen wischte. Es fiel ihm immer dann sichtbar schwer, wenn er vom Aufhören und Abschied nehmen sprechen musste.

"Er liebt, was er tut, auch nach so langer Zeit. Es ist wie bei allen Großen", hatte seine Mutter Judy zuletzt bei einem Tennis-Kongress in Berlin erklärt.

Melbourne könnte Murrays letzte Station als Aktiver sein. Dort hat der ungesetzte Brite in der ersten Runde gegen den Spanier Roberto Bautista Agut, der gerade das ATP-Turnier in Doha gewann, eine schwere Aufgabe vor sich.

Ins Hauptfeld war Murray nur dank des für einige Turniere geschützten Rankings für lange verletzte Profis gerückt.

Abgerutscht auf Rang 230 der Weltrangliste

Der nur noch auf Platz 230 der Weltrangliste geführte Brite will zwar zu seiner Erstrundenpartie antreten, sieht sich auf Dauer aber nicht mehr in der Lage, auf höchstem Niveau zu spielen.

Andy Murray, nur noch die Nummer 230 der Weltrangliste, trainiert in Melbourne am 10. Januar 2019 für seinen letzten Auftritt bei den Australian Open.

"Ich bin nicht sicher, ob ich noch vier oder fünf Monate unter Schmerzen spielen kann. Ich möchte es bis Wimbledon schaffen und dann aufhören, aber ich bin nicht sicher, ob ich das machen werde", sagte er. Es sei sehr wohl möglich, dass er in Melbourne sein letztes Turnier spiele.

Murray leidet seit 20 Monaten unter Hüftproblemen und ließ sich deswegen vor einem Jahr operieren. Wegen der fortwährenden Schmerzen erwägt er nun sogar einen weiteren Eingriff.

Er soll ihm zumindest ein schmerzfreies Leben ermöglichen. Am Donnerstag traf er sich mit seinem Operateur. Derzeit kann sich Murray nicht einmal Schuhe oder Socken ohne Probleme anziehen.

Murray erträgt die Schmerzen nicht mehr

"Ich habe eine Menge Schmerzen - es ist zu viel", sagte er. "Der Schmerz erlaubt mir nicht, Spaß am Training oder Wettkampf zu haben", klagte Murray. "Ich habe versucht, damit klarzukommen, ich habe darüber geredet, aber davon geht es meiner Hüfte nicht besser."

Als einer der wenigen konnte der beste britische Tennisspieler der vergangenen Jahrzehnte dem überragenden Trio Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic auch einmal einen Titel abluchsen.

Sein vor allem auf Defensive und Konter ausgerichtetes Spiel mit viel Laufarbeit brachte Murray zwei Triumphe in Wimbledon, zwei Olympiasiege und einen Titel bei den US Open. Er stand fünfmal im Finale der Australian Open sowie einmal im Endspiel der French Open.

Die einstige Top-Ten-Spielerin Andrea Petkovic sprach von einem großen Verlust - auch, weil Murray sich für gleiches Preisgeld bei Damen und Herren starkmachte und nach seiner Mutter Judy in der Französin Amelie Mauresmo eine Frau als Coach engagierte.

"Man wird immer Männer brauchen, die sich für die Frauen einsetzen", sagte die Hessin und schwärmte von Murrays trockenem britischen Witz. Umso trauriger sah er an diesem Freitag im Angesicht des Abschieds aus. (dpa/hau)

Bernard Tomic spielt gegen Nick Kyrgios sensationellen Matchball

In einem Vorbereitungsspiel auf die Australian Open in Melbourne verblüfft Bernard Tomic beim "Kooyong Classic" mit dem möglicherweise frechsten Matchball, der jemals auf einem Tenniscourt gespielt worden ist. Er ist der Höhepunkt des 6:3, 6:4-Erfolgs von Tomic über Kyrgios. Der Übertölpelte, ansonsten für seine Unbeherrschtheiten auf dem Platz bekannt, kommentierte den Trick seines Gegenübers anerkennend: "Ich denke nicht, dass es jemals einen Spieler wie Bernard Tomic gab." Tomic gewann das Turnier in Kooyong bereits im Jahr 2012. © DAZN
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