Der pure Wahnsinn: Das ist die Streif in Kitzbühel schon an sich, doch der Südtiroler Christof Innerhofer stürzte sich vergangene Woche mit einem Wadenbeinbruch hinunter und landete: auf einem Podestplatz.

"Der irre Südtiroler!" Diesen Spitznamen hat ORF-Sportreporter Adi Niederkorn dem italienischen Skistar Christof Innerhofer in dieser Woche verpasst.

Nicht ohne Grund: Der "irre Südtiroler" war am vergangenen Freitag, wie erst später bekannt wurde, mit gebrochenem Wadenbein beim Super-G in Kitzbühel angetreten. Und nicht nur das: Innerhofer fuhr trotz der Verletzung auf einen Podestplatz.

Nur der Österreicher Matthias Mayer war noch schneller als er. (Im Video oben sehen Sie die Top 5 des Tages, darunter auch Innerhofers waghalsige Abfahrt mit akrobatischer Einlage)

Innerhofer: "Es ist eines der wichtigsten Rennen"

Dass Innerhofer ausgerechnet die Streif mit der Verletzung fuhr, ist tatsächlich irre, gilt sie doch als gefährlichste Abfahrt und verlangt 100 Prozent körperliche Fitness. Zu dem Zeitpunkt wusste Christof Innerhofer noch nicht, wie schwer er tatsächlich verletzt war, hatte aber starke Schmerzen.

"Ich wollte in Kitzbühel unbedingt dabei sein. Es ist eines der wichtigsten Rennen für uns Athleten und so habe ich trotz Schmerzen die Zähne zusammengebissen", erklärte er einige Tage später auf seiner Facebook-Seite.

Erst eine Untersuchung in München nach dem Kitzbühel-Wochenende brachte ihm die Diagnose: Wadenbeinbruch.

Auf Röntgenbildern, die er anschließend auf Facebook postete, ist die Verletzung deutlich zu sehen. Er hatte sie sich offenbar schon Ende Dezember bei einem Rennen in Santa Caterina zugezogen.

Beim Garmisch-Training noch dabei

Trotzdem wollte Innerhofer nicht aufgeben und ließ sich eine Karbonschiene anfertigen, um am Freitag und Samstag bei den Rennen in Garmisch antreten zu können.

Daraus wird nun allerdings nichts. "Die Schmerzen im Bein sind zu groß", ließ sein Manager Andrea Vidotti am Donnerstag via Facebook wissen. Das Risiko sei – auch in Hinblick auf die WM in St. Moritz – zu groß.

Am Donnerstag war der wild entschlossene Innhofer noch zum Training in Garmisch angetreten - obwohl er von seiner Verletzung da schon längst wusste. (af)