• Anton Innauer hat in einem offenen Brief Bedenken gegenüber dem Frauen-Skifliegen geäußert.
  • "Der Körper einer auf Leichtgewicht getrimmter Frau sei weniger widerstandsfähig als der eines Mannes", so der Ex-Skispringer.
  • Im April wurde beschlossen, dass die Premiere des Frauen-Skifliegens im Frühjahr 2023 erfolgen soll.

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Anton Innauer, erfolgreicher Ex-Aktiver, ehemaliger Skisprung-Cheftrainer und auch Sportdirektor für Skisprung und Nordische Kombination im ÖSV, hat in einem offenen Brief an den Internationalen Skiverband FIS "große Risiken" im Zusammenhang mit dem Frauen-Skifliegen zu bedenken gegeben. Die FIS hatte sich im Frühjahr dafür ausgesprochen, Frauen im März vom großen Bakken in Vikersund (Norwegen) starten zu lassen. Für Innauer ist das keine ausgereifte Idee.

Innauer sieht in dem in heimischen Medien veröffentlichten Schreiben "wichtige biomechanische, medizinische, und ethisch moralische Argumente", die einer solchen Entscheidung entgegenstehen. "Der relevante Unterschied zu ihren männlichen Sportkollegen liegt nicht so sehr in der sportlichen Leistungsfähigkeit, sondern in den zu erwartenden Problemen bei einem typischen Skiflugsturz, wie ihn Daniel Andre Tande oder Thomas Morgenstern in jüngster Zeit erlebt hatten", schrieb Innauer.

So sei "der Körper einer, in unserer Sportart auf Leichtgewicht getrimmter Frau, aufgrund des geschlechtsspezifisch geringeren Muskelanteils am Gesamtkörpergewicht, weniger widerstandsfähig ist als der eines Mannes", führte der 64-Jährige aus. Die Kombination aus im Vergleich zu den Männern erhöhter Anlaufgeschwindigkeit und für Innauer daraus folgender erhöhter Aufprallwucht könne sich fatal auswirken. Dieses "größere Risiko für Frauen ist zu würdigen und zu bewerten", forderte Innauer.

Die Premiere des Frauen-Skifliegens ist für den Frühjahr 2023 geplant

"Es geht am Kern einer ausgewogenen und verantwortungsvollen Beurteilung vorbei, wenn physikalisch-biomechanische Zusammenhänge und Unterschiede und die dadurch drohende Gefahr fahrlässig negiert werden und schwerpunktmäßig eine Gleichstellungsdebatte daraus gemacht wird", betonte Innauer. "Der vorliegende Sachverhalt ist in mehreren Dimensionen heikel, aber umso mehr bedarf er einer ruhigen und fachkundigen Beurteilung, gerade auch von oberster Stelle."

Innauer monierte nicht zuletzt auch das angebliche Nachgeben gegenüber dem Druck von u.a. der Norwegischen Athletenvereinigung NISO, die ihr Anliegen "mit Verweis auf EU-Recht, Gleichstellung von Frau und Mann hinsichtlich Anstellung und Beschäftigung, dem Bosman-Urteil, dem 'Gender Equality Act'", begründet und eine Aufhebung der Diskriminierung von weiblichen Skispringerinnen gefordert hätte.

Ein eigens eingesetztes FIS-Subkomitee hatte im April einstimmig beschlossen, dass die Premiere des Frauen-Skifliegens bei der Raw-Air-Serie in Norwegen im Frühjahr 2023 erfolgt. Demnach sollen die 15 besten Athletinnen der Wertung zum Abschluss vom Weltrekord-Bakken in Vikersund fliegen. (des)  © APA

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