Echte Frauen mit natürlichen Kurven als Models - ein tolles Konzept für die Kampagne eines Lingerie-Labels. Könnte man meinen. Doch nicht alle Menschen sind dieser Ansicht. Für den Unterwäsche-Laden LiviRae im US-Bundesstaat Georgia führte dieser Werbeansatz zu Beschwerden. Doch das ließen die Besitzerinnen nicht auf sich sitzen.

"Real Bras – Real Women – Real Stories": Mit diesem Slogan wirbt "LiviRae Lingerie" für seine Dessous. Auf den Plakatwänden, die außen am Geschäft der Besitzerinnen Molly Hopkins und Cynthia Decker angebracht sind, strahlen den Passanten glückliche Frauen in Unterwäsche entgegen.

Zu sehen sind Frauen, die nicht dem Size-Zero-Ideal entsprechen. Oder im Rollstuhl sitzen. Oder aus einem fremden Land kommen und daher keine weiße Hautfarbe haben. Es ist eine Werbekampagne, die bewusst darauf setzt, dass alle Menschen gleich sind - und gut aussehen können.

Doch offensichtlich fühlten sich davon einige Menschen angegriffen. Die Motive passten nicht in ihr Weltbild, sie schimpften über den "schlechten Geschmack" der Besitzerinnen.

Die Folge: Der Vermieter des Ladens bat Hopkins und Decker die Plakate abzunehmen.

Doch das ließen die beiden Geschäftsführerinnen des Lingerie-Labels nicht auf sich sitzen. LiviRae ist schließlich nicht umsonst dafür bekannt, alle Frauen dieser Welt zu feiern. Der Slogan der Marke: "No bust too big or small, we fit 'em all", was übersetzt heißt: "Zu groß oder zu klein gibt es nicht - wir passen allen."

Auf Instagram veröffentlichten Decker und Hopkins einen Post, in dem sie den Vorfall schilderten:

"Body Shaming gibt es wirklich. Wir haben das heute aus erster Hand erfahren, als uns unser Vermieter bat, unsere Schaufensterdekoration zu entfernen. Wie ihr euch vorstellen könnt, haben wir eine Menge Anrufe von Leuten erhalten, die uns gefragt haben, wie sie helfen können. Bitte teilt diese Bilder zusammen mit dem Hashtag #NoShameLiviRae, um die Gesellschaft über Body Shaming aufzuklären. Unsere Kampagne zeigt Frauen verschiedener Formen, Größen und Herkunft. […] Bitte lasst uns an euren Gedanken teilhaben. Sind diese Fotos für euch anzüglich oder schlechter Geschmack?", heißt es in dem ausführlichen Posting des Labels.

Die Reaktionen sind überwältigend positiv

Unter dem angegebenen Hashtag fand das Thema bald große Beachtung auf Twitter und Instagram. Und auch zahlreiche Medien berichteten über den Vorfall und liehen LiviRae eine Stimme, um ihr Anliegen öffentlich zu machen.

"Wenn ich mir unsere Schaufenster-Kampagne ansehe, sehe ich mich, sehe ich jemanden, mit dem ich mich identifizieren kann", stellte Decker die Intention hinter der Kampagne im Interview mit der NBC-Sendung "11 Alive" klar.

In den sieben Jahren, in denen sie das Geschäft besitzen, sei es noch nie passiert, dass sie gebeten wurden, Plakate wieder abzunehmen. Bislang hätten sie ihr Schaufenster allerdings stets mit den Fotos professioneller Models dekoriert.

Mit ihrem Widerstand hatten LiviRae-Besitzerinnen Erfolg. "Dank der überwältigenden Rückmeldungen unserer Kunden und Fans hat uns unser Hausverwalter gerade angerufen, um uns wissen zu lassen, dass wir unsere Schaufensterdekoration behalten dürfen. Sie haben euch klar und deutlich gehört."

Auch ein Aufreger: Diese Frau wird für eine Frage bestraft:

Eine junge Kanadierin bewirbt sich auf einen Job. Das telefonische Vorstellungsgespräch läuft gut, ein persönliches Kennenlernen soll folgen. Klingt vielversprechend? Das dachte sich Taylor Byrnes auch – bis das Gespräch aus einem absurden Grund abgesagt wurde. Nun wehrt sie sich per Internet.

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Teaserbild: © instagram.com/liviraelingerie