Gerhard Haderer mit neuer Ausstellung: "Donald Trump zeichnet sich selbst"

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Mit seinen Cartoons ist Gerhard Haderer ein Chronist des politischen Weltgeschehens, daneben nimmt er den Selfie-Wahn von uns allen oder Fußballer-Frisuren aufs Korn. Das Museum Wilhelm Busch in Hannover präsentiert den Großmeister der Satire in einer umfassenden Ausstellung. © dpa

"Ich zeichne aus Notwehr gegen den Wahnsinn, der uns umgibt", sagt Haderer. Ende 2016 beendete er nach 25 Jahren die Zusammenarbeit mit dem "Stern", um sich in seiner Heimat Linz ganz seiner "Schule des Ungehorsams" zu widmen - einem Denklabor zur Förderung der Demokratie.
Haderer bannt die internationale Finanzkrise genauso in Bilder wie die Rettung Griechenlands. Er ist ein begnadeter Zeichner. Seine mit Acryltusche kolorierten Cartoons wirken fotorealistisch, sind aber nicht am Computer nachbearbeitet, wie der Künstler betont.
In der Schau geht es nicht nur um Politik, sondern auch um lächerliche Fußballer-Frisuren, Konsum-Terror oder die digitale Abhängigkeit. Auch in der Umgebung des Satirikers beschäftigen sich Menschen dauernd mit Smartphones oder Tablets. "Das ist eine Art von Neo-Biedermeier", so Haderer.
Gern porträtiert er Menschen im Urlaub - etwa ein fettes Paar auf einer aufblasbaren Badeinsel im Mittelmeer, auf das eine große Gruppe von Afrikaner zuschwimmt - "Urlaubsgrüße aus Lampedusa" lautet der Titel des 1,80 mal 2,50 Meter großen Ölgemäldes.