Wir sind da. Es ist heiß – die Kinder hungrig, der Göttergatte genervt und verschwitzt. Und als ich gerade sagen will: "Naja... jetzt kann es nur noch besser werden", grinst uns ein kleiner Italiener sehr bemüht und verzwickt an und sagt: "Das Apartemento ist noche nichte fertig gereinigt".

Geschichten aus dem Leben einer Zwillings-Mutter.

Na Hallelujah! Willkommen in der glühend heißen Urlaubs-Hölle. Zumindest dann, wenn man quengelnde Kinder mit im Schlepptau hat. Das im Prospekt absolut verlockend angepriesene Apartment ist statt der versprochenen 55 Quadratmeter nur 40 groß – eine Alternative kann man uns nicht anbieten. Statt Kühlschrank gibt es eine Minibar, die Küche ist so klein, dass man beim Umrühren der Kaffeetassen den Kindern den Ellenbogen in die Magengrube schlägt. Das Leitungswasser schmeckt nach Chlor, der Fernseher hat die Größe eines Handydisplays mit der Auflösung eines Van Gogh Gemäldes. Und im Fall der Kinder wird Sicherheit nur groß geschrieben, weil es ein Hauptwort ist.

Übelkeit und Strandentzug

Unser Liegestuhl ist in Schirmreihe 33 gleich neben dem Klo und bietet Aussicht auf mehr verbrannte Haut als der Hähnchengrill am Oktoberfest. Wir sind zumindest vermutlich am Strand - so genau weiß man das nicht, denn das Meer kann man von hier aus nicht sehen. Wir könnten auch in 33ster Reihe vor einem kaputten Radio liegen - das Rauschen wäre ähnlich - auch die Hintergrundgeräusche. Und dann ist auch noch Quallenalarm... Die Kinder wollen dringend ein Eis und verlieren die Schokokugel auch gleich im Sand - das hält sie aber nicht davon ab sie trotzdem zu essen. Das wiederum führt zu heftigem Erbrechen gleich neben das Strandcafe. Wir entschuldigen uns und verbringen die Mittagshitze dann auf unseren 40 Quadratmetern - aber zumindest im Schatten. Zu Hause hätten wir mehr als 100 Quadratmeter, Großeltern mit einem Planschbecken, kostenloses WLAN und als Nervennahrung gekühlten Prosecco.

Und die Moral von der Geschicht'?
Mit Kindern fahre in den Urlaub nicht...