• Die European Broadcasting Union (EBU) hat als Veranstalterin des Eurovision Song Contest Russland von der Teilnahme des Gesangwettbewerbs ausgeschlossen.
  • Zuvor hatten nordeuropäische Sender den Ausschluss gefordert. Die EBU hatte zunächst davon abgesehen.

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Russland nimmt aufgrund des militärischen Angriffs auf die Ukraine nicht am diesjährigen Eurovision Song Contest teil. Das teilte die zuständige Europäische Rundfunkunion EBU am Freitag in Genf mit.

Nachdem Russland in die Ukraine einmarschiert war, hatte die Ukraine gefordert, die EBU-Mitgliedssender sollten so früh wie möglich erwägen, Russland vom diesjährigen ESC in Italien auszuschließen. Auch andere Länder hatten den Ausschluss gefordert.

Finnland drohte nach Angaben des zuständigen Rundfunksenders Yle gar damit, keinen Beitrag zum ESC zu schicken, sollte die Europäische Rundfunkunion Russland nicht die Teilnahme verbieten. Der russische Angriff auf die Ukraine verstoße gegen alle Werte, für die man selbst ebenso stehe wie alle anderen europäischen Rundfunksender, erklärte Yle am Freitag.

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Der norwegische Rundfunksender NRK und sein dänisches Pendant DR äußerten am Freitag ebenfalls die Ansicht, dass Russland in diesem Jahr aufgrund des Ukraine-Kriegs nicht am ESC teilnehmen könne. Zuvor hatte auch der schwedische Rundfunksender SVT die EBU aufgefordert, ihren Beschluss zu überdenken, Russland die Teilnahme zu gestatten.

EBU hatte zunächst von Ausschluss abgesehen

Die European Broadcasting Union (EBU) als Veranstalterin des Musikwettbewerbs hatte zunächst keinen Ausschluss Russlands von der Veranstaltung geplant, die im Mai in Turin stattfindet. Der ESC sei ein nicht-politisches, kulturelles Event, teilte die Organisation in Genf mit. Man sei jedoch besorgt über die aktuellen Ereignisse in der Ukraine und werde die Situation weiterhin genau beobachten.

Von Deutschland und dem hierzulande zuständigen NDR gab es am Freitag auf Nachfrage zunächst keine Stellungnahme, wie mit Russland verfahren werden sollte.

Nach Krim-Besuch: Ukrainerin zieht ESC-Kandidatur zurück

Mit Russland wollten eigentlich 41 Länder am ESC 2022 teilnehmen. Die Höchstgrenze der EBU liegt bei 44 - diese Teilnehmerzahl wurde allerdings bis jetzt noch nie erreicht. Belarus ist nach der Suspendierung des Senders BTRC im vergangenen Jahr auch weiterhin vom Wettbewerb ausgeschlossen.

Am 16. Februar trat Alina Pash als Kandidatin der Ukraine zurück. Hintergrund waren offene Fragen zu einer Reise der Sängerin auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Jahr 2015. Nach dem Rücktritt von Pash schickt die Ukraine nun die Band Kalush Orchestra mit dem Titel "Stefania" nach Turin. Er muss sich erst noch in einem der Halbfinals (10. und 12.5.) qualifizieren. Der russische Beitrag war noch gar nicht gekürt worden.  © dpa