Madonna wird 61: Rückblick auf ein skandalträchtiges Leben

Sie ist die Pop-Ikone schlechthin: Madonna. In den 1980er Jahren stieg sie durch Hits wie "Like A Virgin" zum Megastar auf und gilt mittlerweile als die erfolgreichste und einflussreichste Solo-Künstlerin aller Zeiten. Am 16. August wird sie 61 Jahre alt - ein Rückblick auf ihr skandalträchtiges Leben. © spot on news

Madonna Louise Ciccone wird am 16. August 1958 in Bay City im US-Staat Michigan geboren. Sie wächst in einer Großfamilie mit sechs Kindern auf. Ihre italienisch-amerikanischen Angehörigen nenne sie "Little Nonny". Noch in ihren ersten Lebensjahren trennen sich ihre Eltern, die Kinder werden zwischen Vater und Mutter aufgeteilt.
Als Madonna fünf Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter im Alter von nur 30 Jahren an Brustkrebs. Ihr Vater Tony heiratet wenig später die Haushälterin Joan Gustafson, mit der er zwei weitere Kinder bekommt. Mit der neuen Stiefmutter zieht ein strenges Regiment ins Haus ein. Auch die kleine Madonna muss hart anpacken.
Zur strengen Erziehung gehört auch der Besuch einer katholischen High School, an der sie zu den besten zwei Prozent gehört – mit einem IQ von 140 gilt Madonna als hochbegabt. Madonna hegt großes Interesse an musischen Dingen und nimmt sowohl Klavier, als auch Ballettunterricht. Das Tanzen wird zu einer ihrer größten Leidenschaften.
Nachdem sie vorübergehend Jazzdance und Modern Dance an der "University of Michigan" studiert hatte, zieht sie mit 17 Jahren und 30 Dollar im Gepäck nach New York City. Zunächst hält sie sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser: Sie arbeitet als Kellnerin und macht Nacktaufnahmen, die 1985 in millionenfacher Auflage in "Playboy" und "Penthouse" erscheinen.
Neben Tanz-Jobs macht sie mit der Band "Breakfast Club" erste Erfahrungen in der Musik. Als Sängerin der Gruppe "Emmy" beginnt sie, selbst Songs zu schreiben. Mit dem ersten verdienten Geld reist sie nach Paris und lässt sich in Gitarre, Keyboard und Schlagzeug ausbilden. Dort lernt sie ihren späteren Produzenten ("Sire Records") kennen, mit dem sie 1981 wieder nach NYC zurückkehrt.
Zurück in New York stellt DJ Mark Kamins Madonna dem Geschäftsführer von "Sire Records" vor, der von ihren Demobändern begeistert ist und sie 1982 unter Vertrag nimmt. Darauf folgt ihre erste Single: "Everybody" wird ein Erfolg in den Discotheken und verkauft sich 250.000 Mal. Im Juli 1983 erscheint ihr Debütalbum "Madonna".
Mit der dritten Single "Holiday" schafft sie den endgültigen Durchbruch und erreicht die Top-Ten der Charts. Nachdem sich das Album millionenfach verkauft hat, wechselt Madonna allerdings ihren Produzenten und ihr Sound wird rockiger. Das Ergebnis: Das Album "Like A Virgin".
Mitte der 80er Jahre lernt Madonna beim Dreh von "Material Girl" in L.A. den Schauspieler Sean Penn kennen. Sie verlieben sich. Am 16. August 1985, ihrem 27. Geburtstag, heiraten die beiden. Die Hochzeit wird zum Medienereignis: Helikopter kreisen über der Küste von Malibu. Unter den Gästen: Cher und Tom Cruise.
Ihr neues Album "True Blue", das 1986 erscheint, widmet sie sogar ihrem Ehemann Sean Penn. Das Album landet in 28 Ländern auf dem ersten Platz der Charts und wird mehr als 25 Millionen Mal verkauft. Hits wie "La Isla Bonita" oder "Papa Don´t Preach" werden Welterfolge und machen sie zum Superstar.
1987 veröffentlicht sie ein Remixalbum mit dem Titel "You Can Dance" und verabschiedet sich aus dem Musikgeschäft. Erst 1989, nach der Scheidung von Penn, meldet sie sich mit dem Album "Like A Prayer" zurück. Darin verarbeitet sie die gescheiterte Ehe, ihre schwierigen Familienverhältnisse und ihr angespanntes Verhältnis zur katholischen Kirche.
1989 tritt das Musikvideo zu "Like A Prayer" eine riesige Welle los: Im Video tanzt Madonna vor einem brennenden Kreuz und küsst eine zu Leben erwachte Statue, die viele für einen "dunkelhäutigen Jesus" halten. Pepsi beendet daraufhin eine Werbekampagne mit ihr, auch der Vatikan ist empört. Der Song wird nichtsdestotrotz ein Verkaufshit.
Danach folgen wilde Jahre: 1992 gründet Madonna eine eigene Produktionsfirma, um Freiheit über ihr Schaffen zu bekommen. Sie veröffentlicht "Erotica", ein Konzeptalbum zum Thema Sexualität. Dazu gehört der erotische Bildband "SEX", der für Schlagzeilen sorgt. Niemals zuvor präsentierte sich eine Pop-Künstlerin der Öffentlichkeit nackt in sexuellen Posen.
Jahrelang versucht sich Madonna als Schauspielerin und wird mehrfach mit der "Goldenen Himbeere" als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet. Doch 1996 ergattert sie die Rolle der "Eva Perón" im Musical-Film "Evita" und begeistert dort als Argentinierin, die "Don't Cry For Me Argentina" singt. 1997 ergattert sie für diese Rolle den Golden Globe.
Am 14. Oktober 1996 findet Madonna auch privat ihr Glück, als sie ihre Tochter Lourdes Maria Ciccone Leon in Los Angeles zur Welt bringt. Der Vater des Kindes ist ihr damaliger Fitness-Trainer Carlos Leon.
1998 veröffentlicht sie ihr neues Album "Ray of Light", das an ihre früheren Erfolge anknüpft. 1999 wird das Album sogar mit vier Grammys ausgezeichnet. Thematisch dreht sich ihr Werk um Mutterschaft und ihre Liebe zu fernöstlichen Religionen. Bis heute wurden 17 Millionen Tonträger davon verkauft. Es ist ihr erfolgreichstes Album in den 1990er Jahren.
Auch privat geht es wieder bergauf: 1998 lernt sie bei einem Abendessen ihres Freundes Sting den britischen Regisseur Guy Ritchie kennen und kommt mit ihm zusammen. Nach der Geburt ihres Sohnes Rocco am 11. August 2000, heiraten sie am 22. Dezember in Schottland. Doch das Glück hält nicht an: 2008 wird die Ehe geschieden.
Im Herbst 2002 erregt Madonna mit ihrem Titellied zum Agenten-Thriller "James Bond – Stirb an einem anderen Tag" Aufsehen. "Die Another Day" wird zum meistverkauften Bond-Titellied aller Zeiten. Madonna ist sogar im Film zu sehen: als Fechtlehrerin Verity.
Madonna ist immer wieder für einen Skandal gut: Bei den MTV Awards 2003 performt sie zusammen mit der Sängerin Britney Spears ihr Duett "Me Against The Music". Während ihres Live-Auftritts küssen sich die beiden auf der Bühne und schockieren damit das US-amerikanische Publikum.
2005 kommt schließlich Madonnas lang erwartetes Album "Confessions on a Dance Floor" auf den Markt, mit dem sie in 29 Ländern Nummer eins wird. Der Klang wurde von der Discomusik der 70er und 80er sowie von modernen Club-Sounds inspiriert. Mit ihrem Dance-Album schafft es die damals 47-Jährige in die Clubs weltweit.
Begleitet wird das Album "Confessions on a Dance Floor" von einem Song, der im Herbst 2005 ein Mega-Hit wird: "Hung Up". Dafür wird Madonna im Jahr 2006 mit einem BRIT Award als beste internationale Künstlerin und zwei Echos (Künstlerin International Rock/Pop & Hit des Jahres) ausgezeichnet.