Zum 80. Geburtstag von Michael Gambon: Dieselben Rollen, verschiedene Darsteller

Man kennt ihn als Harry Potters weisen Mentor Albus Dumbledore. Doch bevor Michael Gambon, der am 19. Oktober 2020 seinen 80. Geburtstag feiert, sechs Filme lang den hüftenlangen Bart trug, hatte Richard Harris die Rolle inne. Immer wieder müssen in Fortsetzungen Darsteller ersetzt werden.

Michael Gambon feiert am 19. Oktober seinen 80. Geburtstag. Der Charakterdarsteller ist in Großbritannien vor allem als Theatermime bekannt. Beinahe hätte er in den 70er Jahren James Bond gespielt - doch der Welterfolg sollte später anderweitig kommen, getarnt durch einen extralangen Bart: Von 2004 bis 2011 spielte er den weisen Schuldirektor Albus Dumbledore in der "Harry Potter"-Reihe.
Gambon war jedoch nicht die erste Wahl: In den ersten beiden "Harry Potter"-Filmen verkörperte noch Richard Harris den Mentor des Titelhelden. Die Rolle nahm er laut eigener Aussage deshalb an, weil seine elfjährige Nichte gedroht hatte, ansonsten nie wieder mit ihm zu sprechen. Kurz vor der Premiere des zweiten Teils "Harry Potter und die Kammer des Schreckens" verstarb Harris nach schwerer Krankheit - und Gambon erbte die Rolle.
Zu Ehren seines Vorgängers sprach Gambon seine Version des Dumbledore mit leicht irischem Akzent. Neben dem Schauspiel hegt der Brite eine Leidenschaft für das Sammeln von antiken Waffen und dem Fliegen seines privaten Flugzeuges.
Ab dem zweiten "Harry Potter"-Prequel "Fantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen" übernahm Jude Law die Rolle des jungen Dumbledore. Auch im kommenden dritten Teil der Reihe wird er wieder als Zauberlehrer zu sehen sein.
Auch das "Matrix"-Franchise musste schon mit dem Tod einer Darstellerin umgehen: Gloria Foster spielte die Kekse backende Wahrsagerin und künstliche Intelligenz "Das Orakel" in den ersten beiden Teilen "Matrix" (1999) und "Matrix: Relaoded" (2003), bevor sie 2001 an den Folgen einer Diabeteserkrankung verstarb.
Für den dritten Film der Reihe "Matrix: Revolutions" (2003) übernahm Mary Alice die Rolle des Orakels. Die Regisseurinnen pflegten das neue Erscheinungsbild der Figur sogar in die Handlung mit ein: Ein böses Programm hätte ihre "Außenhülle" zerstört, woraufhin sie sich in neuer Form rekonstruiert habe.
Auch bei der "Zurück in die Zukunft"-Reihe gab es einen Darstellerwechsel mit traurigem Hintergrund: Claudia Wells (l.), die im ersten Teil (1985) Marty McFlys Freundin Jennifer Parker spielte, wollte aufgrund der schweren Krankheit ihrer Mutter nicht für den zweiten Teil zurückkehren.
Anstelle von Wells trat nun Elisabeth Shue als Jennifer vor die Kamera. Sie kehrte auch für "Zurück in die Zukunft 3" (1990) zurück.
Nicht alle Darstellerwechsel fallen überhaupt auf. Bevor Josh Brolin in die Rolle des Marvel-Oberbösewichts Thanos schlüpfte, wurde die Figur kurzzeitig von Damien Portier verkörpert: In der Post-Credit-Szene von "Marvel's The Avengers" (2012). Als man die Rolle später jedoch mehr ins Rampenlicht rücken wollte, setzte man lieber auf einen großen Namen. Weil Thanos ohnehin mithilfe der Motion-Capture-Technik anhand der Schauspielbewegungen animiert wird, ist der Austausch nicht zu sehen.
Neben Thanos hat Marvel noch eine Riege weiterer Schauspielerwechsel hinter sich. Im ersten "Hulk" (2003) wurde der zum grünen Monster mutierende Superheld Bruce Banner von Eric Bana gespielt. Inszeniert wurde der Film von Ang Lee, der zwei Jahre später mit "Brokeback Mountain" den Regie-Oscar gewinnen sollte.
Nachdem aus dem für 2005 geplanten Sequel nichts geworden ist, legte man die Thematik 2008 mit "Der unglaubliche Hulk" neu auf - diesmal mit Edward Norton in der Hauptrolle. Offiziell begründet der Film neben "Iron Man" (2008) den Start des "Marvel Cinematic Universe", einem inhaltlich verknüpften Filmuniversum aller Marvel-Superheldenfilme.
Als für "Marvel's The Avengers" (2012) vier Jahre später die größten Marvel-Helden zusammenkamen, war von Edward Norton keine Spur zu sehen. Die Rolle wurde, ein drittes und bisher letztes Mal, an Mark Ruffalo weitergereicht. Diesmal schien Marvel zufrieden: In bisher sieben Filmen spielte der US-Amerikaner den Hulk, dessen Gesichtszüge praktischerweise denen des Hulk ähneln.
Bei den ersten MCU-Filmen war die Besetzung noch etwas holprig: Auch Terrence Howard (r.) konnte seine Rolle als Tony Starks besten Freund Leutnant James "Rhodey" Rhodes a.k.a. "Warmachine" nur für "Iron Man" (2008) halten. Sich um sein Gehalt betrogen gefühlt, verließ er Marvel anschließend im Streit.
Neubesetzt wurde die Figur ab "Iron Man 2" (2010) mit Don Cheadle. Er bekam das Angebot während einer Lasertag-Kindergeburtstagsparty - und hatte nur zwei Stunden Zeit, sich für eine Rolle zu entscheiden, die ihn direkt für sechs Filme verpflichtete.
Auch die kontrahierende DC-Superheldenwelt hat schon einige Darstellerwechsel hinter sich. Satte 15 Darsteller mimten oder vertonten bereits Bruce Wayne alias Batman in Filmen, Serien und Videospielen. Zwar blieb Christian Bale (r.) der ganzen Dark-Knight-Trilogie von Christopher Nolan als dunkler Ritter erhalten, doch nicht so Katie Holmes (l.): Sie war nur in "Batman Begins" (2005) als Bruce' Kindheitsfreundin Rachel Dawes zu sehen.
Für "The Dark Knight" (2008) wurde Holmes durch Maggie Gyllenhaal, die Schwester von Superstar Jake Gyllenhaal, ersetzt. Gerüchten zufolge hatte sich Holmes bei den Gehaltsverhandlungen verzockt - andere Quellen wiederum behaupten, sie wäre schlicht zu eingespannt mit anderen Projekten gewesen.
Der Thriller "Das Schweigen der Lämmer" (1990) wurde unter anderem aufgrund der beispiellosen Chemie zwischen Sir Anthony Hopkins (l.) als Psychopath Dr. Hannibal Lecter und Jodie Foster (r.) als FBI-Agentin Clarice Starling gelobt. Ein zweites Mal standen die beiden jedoch nicht gemeinsam vor der Kamera.
Erst elf Jahre später sollte mit "Hannibal" (2001) die Fortsetzung erscheinen. Hopkins kehrte als Kannibale Lecter zurück, doch Foster war mittlerweile durch einen engen Zeitplan anderweitig beschäftigt. Ersatz fand man in Julianne Moore, welche eine hartgesottenere Variante der Agentin verkörperte und wodurch laut Kritikerstimmen die ursprüngliche Chemie mit Lecter litt.
Doch auch die berühmten "kreativen Differenzen" können für einen Schauspielerwechsel sorgen: In "Die Mumie" (1999) und "Die Mumie kehrt zurück" (2001) spielte noch Rachel Weisz (r.) die Bibliothekarin und Forscherin Evelyn. Weil ihr aber das Drehbuch des dritten Ablegers nicht zusagte, musste das Studio anderweitig fündig werden.
Und fündig wurde man in Maria Bello - zur Unzufriedenheit der Fans: Ihre Performance als Evelyn in "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers" ist genauso unbeliebt wie der Film selbst.