85. Geburtstag von Alain Delon: Das sind Frankreichs Stilikonen

Stilikone und Schauspieler Alain Delon wird 85. Nicht nur in den 60er-Jahren galt der Franzose als die Definition des klassischen "French Chic" - leger und doch elegant und für jede Situation perfekt gekleidet. Er und andere Stilikonen beweisen, dass den Franzosen der gute Stil in die Wiege gelegt ist. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Dabei waren es nicht nur seine stahlblauen Augen und seine kühle und zugleich charismatische Art, die ihn zu einer Ikone seiner Zeit machten. Auch sein Modestil trug dazu bei. Mit seinen unaufgeregten Looks mit halb aufgeknöpften Hemden und schlichten Baumwollhosen definierte er den Trend der coolen Lässigkeit der 60er- und 70er-Jahre.
Bis heute gilt der Franzose als Stilikone. Dabei bleibt sein Look zeitlos. So warb Dior 2012 sowie 2015 für seinen klassischen Duft Eau Sauvage mit Fotos des damals 32-jährigen Alain Delon im Film "Die Abenteurer" aus dem Jahr 1967. Guten Geschmack beweisen aber auch andere Franzosen und Französinnen ...
Inès de la Fressange war die erste Markenbotschafterin des französischen Modehauses Chanel und Karl Lagerfelds erste Muse in den frühen 1980er-Jahren. Zwar trennten sich nach einem Streit 1989 die Wege des Modeschöpfers und des Models, doch ihr Ruf als Modeikone ist Fressange bis heute geblieben.
Auch die modelnde Schauspielerin und Sängerin Vanessa Paradis war Anfang der 1990er Muse von Lagerfeld. Ihre Markenzeichen sind ihre Zahnlücke und ihr unschuldiger Charme. Ihr Stil lässt sich wohl am besten als romantisch verspielt beschreiben: Die Ex-Frau von Johnny Depp ist oft in Rüschen, Blumenprints und langen Hippie-Kleidern zu sehen.
Mode ist ihr Beruf: Als Chefredakteurin der französischen "Vogue" hat Emmanuelle Alt eine der wichtigsten Positionen in der Fashionindustrie weltweit inne. Die geborene Pariserin verkörpert moderne Lässigkeit und schlichte Eleganz. Dabei verlässt sie sich häufig auf klassische schwarze Outfits sowie Military Looks.
Und auch Alts Vorgängerin zählt zu den wichtigsten Stilikonen Frankreichs: Carine Roitfeld war von 2001 bis 2011 Chefredakteurin des französischen Modemagazins. Zuvor begann sie bereits im Alter von 18 Jahren zu modeln. Ihr Stil gleicht ihrer Arbeitsweise: unvorhersehbar, normbrechend, kombiniert mit klassischen Elementen.
Wie die Mutter, so die Tochter: Julia Restoin Roitfeld wurde als Tochter der ehemaligen "Vogue"-Chefredakteurin das Gespür für Mode in die Wiege gelegt. Die Graphikdesignerin arbeitet für Marken wie Miu Miu oder Max Mara und steht auch selbst als Model vor der Kamera.
Kaum jemand hat die französische wie auch die internationale Mode revolutioniert wie Coco Chanel. Sie gründete Anfang der 1910er-Jahre das Modelabel Chanel, das bis heute als eine der bedeutendsten Marken für klassische Eleganz gilt. Sie befreite mit ihren für damalige Verhältnisse lässig leichten Schnitten die Frau des 20. Jahrhunderts aus engen Korsetten und steifen Röcken.
Mit ihren Designs wie dem klassischen "Kleinen Schwarzen" oder den ersten Hosen für Frauen prägte sie die Mode maßgeblich - und das bis heute. Ihre radikalen Neuerungen galten damals als stilbildend und emanzipatorisch.
Während Coco Chanel auf elegante Lässigkeit baute, kreierte Christian Dior nach dem Zweiten Weltkrieg pompöse Roben und enge Silhouetten. Anders als Chanel wollte sich Dior bewusst von der Kargheit der Kriegszeit abwenden und stattdessen luxuriöse Mode entwerfen, die oft als verschwenderisch kritisiert wurde.
Doch trotz der Kritik setzte sich Diors Modestil durch und wurde in den 1950er-Jahren auch auf der Straße getragen. Dabei erfand der Designer sich und seine Mode immer wieder neu. Ihm haben wir Schnitte wie die "Bleistift-Linie" oder die "A-Linie" zu verdanken.
Zwar ist die Ehefrau des ehemaligen französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy gebürtige Italienerin, allerdings nahm Carla Bruni 2008 die französische Staatsbürgerschaft an. Auch ihr Modestil zeigt ihre Verbundenheit mit Frankreich. Das ehemalige Model überzeugt mit eleganten und cleanen Looks, mal glamourös in Dior-Robe und mal klassisch im Chanel-Kostüm.
Wenn über Frankreich und Mode gesprochen wird, darf er nicht vergessen werden: Der 2008 verstorbene Designer Yves Saint Laurent gilt als Revolutionär des Modedesigns. Der Modeschöpfer begann als Assistent von Christian Dior und setzte später mit seinen eigenen Designs neue Statements.
Nach dem Tod Diors übernahm Saint Laurent die Leitung des Pariser Modehauses. Mit seiner ersten Modenschau revolutionierte er mit der Trapezlinie die klassische Silhouette der Frau. Der Schnitt richtet mit seiner geraden Linie von Schultern zu Beinen den Blick weg von der Taille und befreite die Frauen vom Schönheitsideal der Wespentaille.
Mit seinem Anzug für Frauen, dem Le Smoking, setzte Saint Laurent in den 60er-Jahren ein weiteres wichtiges Zeichen für die Emanzipation der Frau. Der Anzug schaffte es, die weibliche Form elegant und sachlich zugleich zu betonen. Bis heute gilt dieses Stück als wohl wichtigstes Design des französischen Designers.
Bereits 1962 trug die französische Schauspielerin Catherine Deneuve öffentlichkeitswirksam als erste Frau einen von Saint Laurent designten Anzug und sorgte damit für Furore. Die beste Freundin und Muse des Designers gilt bis heute als Modeikone. Sie spielte zudem in über 100 Filmen mit und warb für große Kosmetikmarken wie L'Oréal.
Brigitte Bardot gilt nicht nur als französisches Sexsymbol, sondern auch als echte Stilikone. Ihr Look steht für den Esprit der 50er- und 60er-Jahre: auftoupierte Haare, Minikleider, betonte Taille. Ihr Modeeinfluss war so groß, dass sogar schulterfreie Blusen als "Bardot-Blusen" nach ihr benannt wurden.
Das Bond-Girl Léa Seydoux hatte seinen großen Durchbruch mit "Blau ist eine warme Farbe". Doch nicht nur ihre schauspielerischen Fähigkeiten, sondern auch ihr Modegespür macht auf sie aufmerksam. Das Testimonial des Parfums "Prada Candy" überzeugt mit klassischer französischer Simplizität. Sie liebt einfache Shirts, Jeans und Blazer, bevorzugt im Boyfriend-Schnitt, und kombiniert diese gerne – typisch französisch - mit rotem Lippenstift.
Marion Cottilard ist ebenfalls nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Model und Stilikone bekannt. Sie modelte bereits in über zehn Kampagnen für Dior. Sie beweist immer wieder Mut mit neuen Schnitten und Mustern und hat ein Händchen für Trends sowie zeitlose Klassiker.
Den meisten ist Audrey Tautou wohl durch ihre Rolle als Amélie in "Das fabelhafte Leben der Amélie" im Gedächtnis geblieben. Doch auch in der Modewelt hat sich Tautou einen Namen gemacht. Sie verkörperte nicht nur Coco Chanel in einem ihrer Filme, sie war auch das Gesicht für "Chanel No. 5" und Karl Lagerfeld bekannte sich als großer Fan ihres Stils. Sie verkörpert französische mädchenhafte Leichtigkeit und verzaubert in schlichten wie auch verspielten Outfits.