Nach der Debatte um seinen missglückten Scherz bei der "Romy"-Verleihung in Wien meldet sich nun Dieter Hallervorden selbst zu Wort. Seine Nazi-Aussage sei als Satire angekündigt gewesen und er habe niemanden beleidigen wollen.

Dieter Hallervorden hat sich zu seinem Nazi-Spruch bei der Vergabe des österreichischen Filmpreises "Romy" geäußert. Hallervorden hatte am Samstagabend seine Dankesrede mit den Worten beendet: "Ich führe die österreichische 'Romy' morgen heim ins Reich!"

Der Schauspieler rechtfertigt sich auf Facebook damit, seine Aussage sei "wohlgemerkt ironisch" gewesen: "Damit wollte ich satirisch auf einen Tatbestand hinweisen, der in Österreich gern stillschweigend unter den Teppich gekehrt wird, nämlich: Es war ein historischer Fehler, sich mit wehenden Fahnen und weit ausgebreiteten Armen Nazideutschland anzuschließen."

Man dürfe eine Nation an ihre Geschichte erinnern. Auch sei sein Seitenhieb "ausdrücklich als Satire angekündigt gewesen", heißt es in dem Beitrag. Wem er die Aktion angekündigt hat, lässt der Schauspieler allerdings offen. Zwei Dinge seien ihm zudem wichtig, schreibt Hallervorden: Er habe niemanden beleidigen oder Neonazis ermuntern wollen. "Genau das Gegenteil ist der Fall: Ich wollte nochmal ins Gedächtnis rufen, was passiert ist und nie wieder passieren darf."

Vonseiten der Facebook-Nutzer erfährt Hallervorden großteils Unterstützung. Einige loben Hallervordens Chuzpe, andere weisen drauf hin, dass auch beim Humor die Geschmäcker eben verschieden seien. Aber auch einige kritische Stimmen sind dabei. Die meisten stören sich am Rahmen: "Bedankt man sich für eine Auszeichnung indem man dem 'Gastgeber' noch eine reinwürgt ... und das auch noch wenn man in dem Land zu Gast ist?!", fragt etwa ein Nutzer. "Nur mal so als Einwurf: Christoph Waltz würde hier in Deutschland auch nicht das Bambi in Empfang nehmen und sich mit Worten wie: 'Vielen Dank für das BRAUNE Tier im goldenen Mantel, ich werd es mir Zuhause neben die GASheizung stellen!', bedanken." (ank)