Ethan Hawke wird 50: Die wandelbarsten Schauspieler Hollywoods

Ethan Hawke wollte sich nie auf eine Sorte Film festlegen - und so kann der US-Schauspieler zu seinem 50. Geburtstag auf eine höchst abwechslungsreiche Karriere zurückblicken. Wir werfen einen Blick auf die größten Chamäleons der Branche: Leonardo DiCaprio, Christian Bale oder Johnny Depp glänzen in jeder Rolle.

Nachdem Hawke mit "Club der toten Dichter" (1989) einem größeren Publikum bekannt wurde, folgten Rollen in Abenteuerfilmen wie "Wolfsblut" (1991) und "Überleben" (1993). Mit "Before Sunrise" (1995, s. Abb.) ergatterte er die Hauptrolle in einem Liebesfilm. Erzählt wird die Urlaubsromanze zwischen der Französin Celine (Julie Delpy) und dem Amerikaner Jesse (Ethan Hawke). Mit einem Abstand von jeweils neun Jahren folgten die Fortsetzungen "Before Sunset" (2004) und "Before Midnight" (2013).
Die "Before"-Trilogie wurde über einen Zeitraum von beinahe 20 Jahren realisiert. Dass Ethan Hawke (l.) kein Problem mit längerfristigen Projekten hat, zeigt aber auch der Film "Boyhood" (2014, s. Abb.) - eine "Coming-Of-Age"-Geschichte mit einem Twist: Man konnte den Kindern tatsächlich beim Erwachsenwerden zusehen, denn der Film wurde stückchenweise über 12 Jahre hinweg gefilmt.
Sogar eine kurze Horrorphase hatte der US-Amerikaner: 2012 gab er die Hauptrolle in "Sinister" (s. Abb.) und 2013 im ersten "The Purge"-Film. Außerdem mimte er bereits einen Priester in "First Reformed" (2018), einen Cowboy im Western-Remake "Die glorreichen Sieben" (2016) und das Erfindergenie Nicolai Tesla im gleichnamigen "Tesla" (2020).
Auch er ist einer der wandelbarsten Schauspieler Hollywoods: Als Leonardo DiCaprio im Jahr 2016 für "The Revenant" (2015) seinen ersten Oscar bekam, hielten das viele für lange überfällig. Der Charakterdarsteller hat ein besonderes Händchen für zwielichtige reale Personen: In "Catch Me If You Can" (2002) gab er den Hochstapler Frank Abagnale, der über Jahre hinweg mit falschen Papieren als Pilot und Arzt arbeitete. Für "The Wolf of Wall Street" (2013) wurde er zum kriminellen Börsenmakler Jordan Belfort.
Weltberühmt wurde DiCaprio (l.) aber an der Seite von Kate Winslet (r.) mit dem Klassiker "Titanic" (1997). Die fiktive Romanze wurde in das reale Ereignis des Schiffunglücks eingeflochten.
Seine erste Oscar-Nominierung erhielt DiCaprio (m.) bereits für "Gilbert Grape - Irgendwo in Iowa" (1993). Dort spielte er mit 19 Jahren den geistig beeinträchtigten Arnie Grape, der nach dem Tod des Vaters in die Obhut seines großen Bruders Gilbert (r.) kommt - dargestellt von Johnny Depp, der sich zu dem Zeitpunkt bereits ebenso als Schauspielchamäleon in ausgefallenen Rollen beweisen konnte.
Johnny Depp ist hauptsächlich bekannt für seine kauzigen Rollen in den ungewöhnlichsten Verkleidungen - oft in Zusammenarbeit mit Regisseur Tim Burton. Begonnen hat diese Tradition bereits 1990 mit dem Film "Edward mit den Scherenhänden" (s. Abb.), in welchem er einen künstlichen Menschen mit Scheren anstelle von Händen mimt. Es folgten "Charlie und die Schokoladenfabrik" (2005), "Sweeney Todd" (2006) oder auch die "Fluch der Karibik"-Reihe mit Depp als stets betrunkener Pirat Jack Sparrow in der Hauptrolle.
Johnny Depps Spielfilmdebüt war der Horrorfilm "Nightmare on Elm Street" (1984, s. Abb.) - in einem Genre, von dem er sich danach weitgehend abgewandt hat. Stattdessen folgten mit "Platoon" (1986) ein Kriegsfilm oder mit "Cry-Baby" (1990) eine Liebeskomödie.
Gerade in den letzten Jahren widmet sich Depp wieder zunehmend ernsthafteren Rollen - ganz ohne auffällige Schminke oder kunterbunte Kostüme: In "Black Mass" (2015) wird er kaum wiedererkennbar zum eiskalten Gangster (s. Abb.) und in "Richard Says Goodbye" (2018) zum unheilbar kranken College-Professor.
Wenn von den wandelbarsten Schauspielern Die Rede ist, darf ein Name nicht fehlen: Daniel Day-Lewis. Der Brite ist bekannt für sein rigoroses "method acting"-Schauspiel, durch welches er die Rollen so realistisch wie kaum ein anderer darzubieten weiß. So ist er der bis heute einzige männliche Schauspieler mit drei Oscar-Auszeichnungen als "Bester Hauptdarsteller".
Day-Lewis' wohl bekannteste Oscar-Darstellung ist die des skrupellosen Ölbarons Daniel Plainview (r.) in "There Will Be Blood." (2007, s. Abb.). Auch für seine Performance als 16. US-Präsident Abraham Lincoln im gleichnamigen Film "Lincoln" (2012) wurde er mit dem Academy Award ausgezeichnet. Mittlerweile hat sich Day-Lewis aus der Schauspielerei zurückgezogen.
Von dem australischen Schauspieler Heath Ledger musste die Filmwelt viel zu früh Abschied nehmen: Der gefeierte Newcomer verstarb 2008 mit nur 28 Jahren an einer Medikamentenüberdosis.
Ledgers letzte vollständige Film-Performance sollte zugleich seine berühmteste sein: Für "The Dark Knight" (2008) wurde er eindrucksvoll zu Batmans verrücktem Erzfeind, dem Joker - und gewann postum den Oscar als "Bester Nebendarsteller".
Zuvor hatte Ledger (r.) in "Brokeback Mountain" (2005, s. Abb.) als homosexueller Liebhaber an der Seite von Jake Gyllenhaal (l.) geglänzt. Auch für Komödien wie "Ritter aus Leidenschaft" (2001) stand Ledger vor der Kamera. Während der Dreharbeiten zum Fantasyfilm "Das Kabinett des Doktor Parnassus" (2009) verstarb Ledger, woraufhin das Drehbuch umgeschrieben und die noch fehlenden Szenen von anderen Darstellern übernommen wurden.
Auch Heath Ledgers Batman-Co-Star Gary Oldman schreckt vor keiner Herausforderung zurück: Er war bereits Harry Potters Pate Sirius Black, der titelgebende Blutsauger in "Bram Stoker's Dracula" (1992) sowie Zuhälter und Drogendealer mit Dreadlocks in "True Romance" (1993).
Sympathische Heldenrollen stehen Oldman genauso gut wie schrullige Bösewichte in Klassikern wie "Das fünfte Element" (1997, s. Abb.) oder "Léon - Der Profi" (1994).
Den Haarschnitt wechselt Gary Oldman zwar für jede Rolle, doch in "Die dunkelste Stunde" (2017) verpasste man dem Briten per Maske ein völlig neues Antlitz. Kaum wiederzuerkennen erspielte er sich als Premierminister Winston Churchill seinen ersten Oscar als "Bester Hauptdarsteller".
Noch ein Batman-Chamäleon: Christian Bale spielte drei Filme lang den dunklen Rächer selbst, bewegt sich mittlerweile aber recht weit weg vom Blockbuster-Kino. Vom Serienkiller in "American Psycho" (2000) zum Propheten Moses in "Exodus" (2014) deckt er eine riesige Bandbreite ab - nach eigener Aussage kam diese Motivation für das Business von seinem Idol: Gary Oldman.
Christian Bale geht mit der Aufopferung für seine Rollen sogar noch einen Schritt weiter als Vorbild Oldman: Für "The Machinist" (2004, s. Abb.) magerte er sich auf 55 Kilogramm herunter. Danach legte er innerhalb von sechs Monaten wieder genug Muskelmasse für seine Rolle als durchtrainierter Batman zu.
Auch für seine Darstellung des US-amerikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney in Vice (2018) gab Bale vollen körperlichen Einsatz und legte 20 Kilogramm zu. Obwohl Ärzte ihm dringend von diesen extremen physischen Verwandlungen abraten, möchte er für seinen Job keine Kompromisse eingehen.