Gérard Depardieu: Seine größten Rollen

Nicht alle seine Filme waren ein Volltreffer - aber das ist bei weit über 200 Produktionen auch kaum möglich. Das sind die größten Rollen des Gérard Depardieu, der am 27. Dezember seinen 70. Geburtstag feiert. © spot on news

Den Durchbruch schaffte Gérard Depardieu 1973 mit der Erotik-Komödie "Die Ausgebufften" von Betrand Bier. Besonders gute Kritiken bekam der Klamauk-Film nicht, aber er machte den bis dato unbekannten Hauptdarsteller über Nacht zum Star.
In "Die letzte Metro" (1980) von Francois Truffaut wird Depardieu als Theaterschauspieler und Frauenheld während der deutschen Besetzung von Paris zum Objekt der Begierde von Catherine Deneuve.
Truffaut zum Zweiten: Nur ein Jahr nach "Die letzte Metro" erscheint "Die Frau nebenan". In dem romantischen Liebesthriller mit Fanny Ardant in der weiblichen Hauptrolle geht es um die zerstörerische Macht der Liebe.
Gerade aus dem Knast entlassen wird Jean Lucas schon wieder in einen Raubüberfall verwickelt - und muss auch noch Papa spielen.
1990 erhielt der überaus produktive Depardieu seine erste Oscar-Nominierung für die Rolle des Cyrano de Bergerac in dem gleichnamigen Film von Jean-Paul Rappeneau. In der Adaption des Theaterstücks spielt er einen Fechtmeister und Poeten, der das Herz seiner Cousine gewinnen will.
In der bezaubernden Liebeskomödie "Greencard – Schein-Ehe mit Hindernissen" (1990) geht es um einen Künstler und eine Aktivistin, die eine Scheinehe eingehen und sich letztendlich wirklich verlieben. Der Schauspieler gewann dafür einen Golden Globe Award. Manch Kritiker mutmaßte gar, die Rolle wäre für Depardieu geschrieben worden.
Der Abenteuerfilm "Der Graf von Monte Christo" basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alexandre Dumas. In Frankreich war der Vierteiler, der heute als Mini-Serie durchgehen würde, der TV-Erfolg des Jahres 1998.
Für "Der Mann in der eisernen Maske" (1998) wurde Depardieu (l.) zum Musketier, der den König stürzen und mit seinem gefangen gehaltenen Zwillingsbruder ersetzen möchte. So richtig überzeugen konnte der Film die Kritiker trotz Starbesetzung nicht, Leonardo DiCaprio (r.) wurde sogar für den Antipreis Goldene Himbeere nominiert.
Einige Kritiker wunderten sich, warum so große Schauspieler wie Glenn Close und Depardieu in diesem Film mitspielten. Andere, wie der "Spiegel", erfreuten sich einfach an der Fortsetzung namens "102 Dalmatiner" (2000) und Gerards Karikatur von Modeschöpfern wie Gaultier und Galliano.
In "Daddy Cool" (2004) versucht die Rolle von Depardieu auf den Bahamas cool zu bleiben, obwohl seine pubertierende Tochter – übrigens die junge Katherine Heigl - behauptet, er wäre ihr älterer Lover. Die Komödie ist eine Neuverfilmung von "Mein Vater, der Held" (1991), in dem Depardieu auch schon die Hauptrolle gespielt hat.
Eine ganz andere Seite zeigte Depardieu als Obelix in den mittlerweile drei Realverfilmungen der "Asterix und Obelix"-Comics (1999, 2002, 2008). Während viele Kinogänger die Komödie und die Spiellust der Hauptdarsteller genossen, waren "wahre" Fans der Comics enttäuscht, dass die Filme den klugen Humor nicht einfangen konnten.
"House of Cards" auf Französisch: In der Netflix-Serie "Marseille" (2016) spielt Depardieu einen eigentlich scheidenden Bürgermeister, der die Politik nicht lassen kann und sich plötzlich in einem Netz von Intrigen wiederfindet. Im Februar 2018 erschien die 2. Staffel in Deutschland.