Seit zehn Jahren ziemlich beste Feinde: Oliver Pocher und Boris Becker

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Die Versteigerung privater Gegenstände von Tennislegende Boris Becker ist offiziell beendet. Auch Oliver Pocher hat dabei zugeschlagen und ersteigerte zwei Glas-Trophäen für über 23.000 Pfund (umgerechnet über 25.500 Euro). Dabei gab es auch eine Spitze gegen die Wimbledon-Legende. Wirklich grün sind die beiden sich nämlich nicht. Aber auch andere Promis hatten und haben Zoff mit dem Comedian. © spot on news

"Zwei Pokale für den guten Zweck ersteigert!", schrieb Pocher in seiner Instagram-Story. Als "guten Zweck" markierte er den offiziellen Instagram-Account von Becker. "Er hat uns viele grandiose Nachmittage und Nächte vorm TV geschenkt. Jetzt sollten wir auch mal was zurückgeben“, schreibt er weiter.
Durchaus eine Überraschung, wenn man die Vorgeschichte der beiden bedenkt. Sie liefern sich schon seit mehr als zehn Jahren einen öffentlichen Schlagabtausch.
Alles beginnt 2008: Boris Becker verlobt sich mit Sandy Meyer-Wölden. Oliver Pocher findet das urkomisch und witzelt in der Sendung "Schmidt & Pocher“: "Für Sandy trifft die Redensart zu: Zu jung zum Sterben, zu alt für Lothar Matthäus.“
Brisant wird es aber, als Becker und Meyer-Wölden 83 Tage später die Verlobung wieder auflösen, Becker zu seiner Freundin Lilly Kerssenberg zurückkehrt und diese 2009 heiratet. Denn genau einen Tag vor dieser Hochzeit gibt Meyer-Wölden bekannt, von nun an mit Comedian Pocher zusammen zu sein. Als dann auch noch beide Paare 2010 ihre ersten Kinder kriegen, kommt der Stein endgültig ins Rollen. Becker macht den Anfang, er schickt einen Videogruß an seine Ex und deren neuen Freund. "Ich hoffe, euer Baby ist putz und munter“, sagt er damals. Pocher äfft das Video in seiner Sendung nach.
So richtig los geht es mit dem Streit aber eigentlich erst 2013. In jenem Jahr veröffentlicht die Tennislegende die Autobiographie "Das Leben ist kein Spiel". Die Ex-Verlobte Sandy Meyer-Wölden kommt darin nicht gut weg. Pocher bricht daraufhin einen Twitter-Streit mit Becker vom Zaun, der in Pochers Tweet mündet, sich "gerne mal 1:1 auszutauschen, wenn du dich traust."
Das Ergebnis des Twitter-Duells ist die RTL-Sendung "Alle auf den Kleinen" im Oktober 2013, bei der Oliver Pocher zusammen mit Ex-Bro'Sis-Sänger Giovanni Zarella gegen Boris und Lilly Becker in zwölf Runden antreten. Am Ende kann Pocher das Duell für sich entscheiden, Frieden bringt das dem ungleichen Paar aber keinen. Doch zunächst scheint der Ärger verpufft. Becker erklärt 2014 die Streitigkeiten für beendet. Im gleichen Jahr lassen sich übrigens Pocher und Meyer-Wölden scheiden.
Im Juli 2018 setzt sich die Fehde fort: Pocher stichelt in einem Facebook-Video gegen Boris Becker und holt zum Rundumschlag aus. Vor allem schießt er sich auf das Insolvenzverfahren ein, das seit 2017 gegen Boris Becker läuft. "Wenn man Schulden hat, ist es tendenziell so wie mit Junkies, man erzählt nicht die Wahrheit und tut alles, um an den nächsten Schuss (Geld) zu kommen", schreibt Pocher. Oder auch: "Mach dir keine Sorgen, du wirst auch nie wieder das Geld verdienen, welches du anderen schuldest." Außerdem deutet der Entertainer an, dass auch einer seiner besten Freunde, sein Manager Sascha Rinne, zu den Gläubigern Beckers gehört: "Indirekt habe ich es aber erfahren, wie die Nummer läuft. Da mein bester Freund selbst 'Opfer' deiner Machenschaften geworden ist. Die Nummer läuft ganz einfach ... Du bist schon seit Jahren einfach PLEITE!", schreibt er.
Gemeinsam mit Comedy-Kollege Matze Knop (links) inszeniert Pocher außerdem ein Interview, in dem er sich als Boris Becker verkleidet. Dabei geht es vor allem um zwei Dinge: Beckers angeblich gefälschten Pass und die Schulden des ehemaligen Wimbledon-Siegers. Auf den Pass angesprochen, er: "Ich wollte natürlich Anonymität haben." Sofort wird Oliver Pocher alias Boris Becker korrigiert. "Sie meinen Immunität?" Die freche Antwort des Comedians: "Ich bin kerngesund, ich war beim Arzt, ich habe das prüfen lassen." Darauf Matze Knop: "Nein, nicht in Impotenz, Herr Becker." Als Pass zückt Pocher eine Payback-Karte aus Simbabwe und ein Dokument mit Stempel aus Pippi Langstrumpfs Taka-Tuka-Land hervor.
Ab geht’s auch auf Twitter: Auf Boris Beckers Account ist zu lesen: "Oliver Pocher: Halte einfach deine Klappe und kümmere dich um deine eigene Familiengeschichte (kompliziert genug...) anstatt dumm unqualifiziert daher zu reden (fällt dir wohl schwer)".
Und weil Pocher das nicht auf sich sitzen lassen kann, antwortet er mit einer heftigen Abrechnung in einem langen Brief auf Facebook. "Tendenziell bist du doch derjenige, der grundsätzlich IMMER die Öffentlichkeit sucht und alles mit seinen 'Fans' im Social Media teilt und dann sich wundert, warum es auch mal negative Stimmen gibt", schreibt Pocher. Erneut will er ihm auch Spartipps wegen Beckers Insolvenzverfahren geben. "RTL hilft. Peter Zwegat kommt vorbei, macht ein paar Aufstellungen und jetzt kommt das geilste für dich: Er bringt sogar noch ein KAMERATEAM mit...WinWin...gibt aber nicht soviel Gage wie bei 'Alle auf den Kleinen' damals", so Pocher.
Weiter erklärt Pocher in dem Brief, er werde sich nicht weiter einmischen, was die Trennung von Lilly betreffe. Pocher habe Lilly Becker während der Dreharbeiten zu "Global Gladiators" als "starke Persönlichkeit kennen gelernt", und wolle sich deswegen nicht mehr über die Ehe der Beckers auslassen. "Ich wünsche Lilly und Dir eine gütliche Einigung, Geld gibt’s ja momentan eh nicht wirklich zu holen."
Die Antwort von Boris Becker lässt nicht lange auf sich warten, in einem Tweet heißt es indirekt zu Pocher: "Schwierige Kindheit, Jehovas, kleinwüchsig, arbeitslos, eigene Kinder in Amerika, kämpft vor deutschen Gerichten um weniger Unterhaltszahlungen, leere Hallen … echt dumm gelaufen.“ Becker löschte den Tweet kurz darauf. Und so warten wir schon, nach Pochers neuen Sticheleien, gespannt auf die Fortsetzung der Becker-Pocher-Fehde.