• Seit rund 40 Jahren leiht Manfred Lehmann Bruce Willis seine Stimme.
  • Nun beendet der Hollywood-Star seine Karriere – und überrascht damit auch Lehmann.
  • Auf das Spätwerk von Willis blickt der Synchronsprecher allerdings kritisch.

Mehr Promi-News finden Sie hier

Hollywood-Star Bruce Willis (67), der gerade sein krankheitsbedingtes Karriereende verkündet hat, war für seine deutsche Stimme Manfred Lehmann einer der Schauspieler, den er am liebsten synchronisiert hat. Von der Nachricht vom Karriereende von Willis sei er am Mittwoch überrascht worden - und habe daraufhin auch sofort viele Anrufe bekommen.

"Er war mir schon einer der liebsten, weil wir kennen uns nicht, aber ich spreche den schon, glaube ich, seit 40 Jahren und da kriegt man schon so einiges mit und ich mochte den auch immer", sagte Lehmann am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Einmal habe er Willis auch persönlich getroffen. "Da haben wir so ein bisschen gesprochen und ich fand den sehr sympathisch."

"Wie er spricht und wie er sich bewegt - wenn ich den synchronisiere, weiß ich schon im Voraus, was mich da erwartet, er ist auch nicht so schwer zu synchronisieren", sagte Lehmann weiter. Der französische Schauspieler Gérard Depardieu beispielsweise sei deutlich schwerer zu synchronisieren, weil er "unheimlich viel" rede. Neben Willis und Depardieu synchronisiert Lehmann unter anderem auch Kurt Russell und Dolph Lundgren.

Synchronstimme kritisiert "schlechte Filme" von Bruce Willis

Lehmanns Lieblingsfilme von Willis seien beispielsweise "The Sixth Sense – Der Sechste Sinn" und "Last Boy Scout – Das Ziel ist Überleben". Insgesamt gefielen ihm die älteren Filme des Schauspielers besser. "Die letzten Filme waren nicht so dolle, aber liegt vielleicht auch am Alter. Und es waren auch keine großen Blockbuster mehr."

Bereits 2020 hatte sich Lehmann kritisch zu den letzten Filmen von Bruce Willis geäußert. In einem Interview mit der Sprecheragentur "Die Medien-Paten" sagte Lehmann, dass Willis aktuell "ziemlich schlechte Filme" drehe. "Er war immer ein cooler Typ, ich mag den eigentlich immer noch, aber man merkt, der muss auch Geld verdienen."

Manfred Lehmann - Interview mit der Stimme von Bruce Willis

Im Interview mit der Sprecheragentur "Die Medien-Paten" spricht Manfred Lehmann über seine Arbeit in der Synchron-Branche. Lehmann leiht unter anderem seit Jahrzehnten seine Stimme Bruce Willis. © YouTube

Manfred Lehmann ist heute kaum noch vor der Kamera zu sehen

Lehmann war früher des Öfteren auch selbst vor der Kamera zu sehen gewesen. So spielte er in mehreren "Tatort"-Folgen und vielen weiteren deutschen Produktionen mit. Auch in internationalen Produktionen hatte er Auftritte. In "Geheimcode: Wildgänse" (1985) trat er etwa an der Seite von Klaus Kinski auf.

Seit einigen Jahren arbeitet Lehmann hingegen hauptsächlich als Synchron- und Werbesprecher. In einem Interview mit den "Medien-Paten" von 2017 erklärte er: "Ich hab früher schon gerne gedreht, aber wenn du älter wirst, dann werden die Rollen auch immer beschissener."

Zudem habe er "einfach keine Lust mehr zu drehen" und verdiene mit seiner Arbeit als Sprecher "viel mehr, weil die Gagen, die sind nicht gestiegen, die sind eigentlich immer mehr runtergegangen beim Film". Lehmanns Tochter Dascha Lehmann arbeitet ebenfalls als Synchronsprecherin und ist unter anderem die deutsche Stimme von Katie Holmes und Keira Knightley. Auch ihr Mann Dennis Schmidt-Foß leiht seine Stimme bekannten Schauspielern wie Ryan Reynolds und Chris Evans. (thp/dpa)

Bruce Willis
Bildergalerie starten

Mr. "Stirb langsam": So kam Bruce Willis aus Idar-Oberstein nach Hollywood

Seine Paraderolle ist die des vom Pech verfolgten Polizeihelden John McClane in der "Stirb langsam"-Reihe. Im rheinland-pfälzischen Idar-Oberstein kam Bruce Willis zur Welt und startete seinen Siegeszug in Hollywood. Nun musste er seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden.