Phil Collins wird 69: Vom Schlagzeug-Wunderkind zum Musik-Superstar

Der Sänger und Drummer gehört mit über 250 Millionen verkauften Tonträgern seit Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Künstlern der Branche. Am 30. Januar 2020 feiert der Brite seinen 69. Geburtstag. © spot on news

Nach seiner Geburt am 30. Januar 1951 im Londoner Stadtteil Chiswick wuchs Phil Collins mit seinem Bruder Clive und seiner Schwester Carole in der britischen Hauptstadt auf. Bereits im Alter von fünf Jahren bekam er ein Spielzeug-Schlagzeug geschenkt. Der Startschuss einer großartigen Karriere. 
Später baute sein Onkel ihm ein provisorisches Schlagzeug, ehe er sich mit 12 Jahren ein richtiges kaufen konnte – mit der Unterstützung seiner Mutter und seines Bruders, der dafür eigens seine Modelleisenbahn verkaufte. Er übte zu Musik aus TV und Radio und brachte sich später sogar ein eigenes Notensystem bei.
Bereits als Teenager stand Phil Collins gern im Mittelpunkt, liebte die Aufmerksamkeit und betätigte sich daher auch als Schauspieler. In der West End-Produktion "Oliver!" spielte er als Artful Dodger seine erste Hauptrolle. Die Musik blieb dennoch seine große Leidenschaft. (Hier mit Bassist Mike Rutherford (li.) während eines Auftritts mit Genesis 1976)
Er gründete die Schulband "The Real Thing" und schloss sich später der Band "The Freehold" an, mit der er seinen allerersten Song "Lying Crying Dying" schrieb. Seinen ersten Plattenvertrag erhielt er schließlich als Schlagzeuger der Band "Fleming Youth", mit der er 1969 das Album "Ark 2" veröffentlichte. Der Erfolg blieb jedoch aus, weshalb sich die Band nach kurzer Zeit wieder auflöste.
1970 meldete sich Collins auf eine Anzeige der Band Genesis, die einen "für akustische Musik empfindsamen Schlagzeuger" suchte - und konnte sich gegen die anderen Bewerber durchsetzen. Doch beim Schlagzeugspiel alleine sollte es nicht bleiben: Auf dem 1971 veröffentlichten dritten Genesis-Album "Nursery Cryme" übernahm Collins beim Song "For Absent Friends" sogar die Hauptstimme.
Nachdem Peter Gabriel die Band auf eigenen Wunsch verließ, um sich seiner Solo-Karriere zu widmen, wurde Phil Collins zum Lead-Sänger von Genesis. Das erste Album mit Collins als Hauptstimme, "A Trick of the Tail" (1976), erreichte die Top 40 der US-Charts und kam in den UK-Charts sogar auf Platz 3.
Bereits Anfang der 80er Jahre feierte Collins als Solokünstler und mit Genesis große Erfolge und mauserte sich langsam aber sicher zum Weltstar. Die zuvor sehr experimentelle und für damalige Zeit musikalisch sehr fortschrittliche Band Genesis führte Collins in immer poppigere und radiotauglichere Gefilde. 1985 widmete ihm der Rolling Stone sogar eine Titel-Story. Im selben Jahr erschien sein bis dahin erfolgreichstes Solo-Album "No Jacket Required", für das er sogar einen Grammy in der Kategorie "Album des Jahres" gewann.
Trotz seines musikalischen Erfolgs trat Phil Collins auch hier und da als Schauspieler in Erscheinung. 1986 war er in einer Folge der Erfolgs-Serie "Miami Vice" zu sehen, für die er zuvor bereits einige Songs beigesteuert hatte, unter anderem den Nummer-Eins-Hit "In The Air Tonight", der in der Pilotfolge der Serie verwendet wurde.
1989 folgte mit "…But Seriously" Collins’ erfolgreichstes Album. Die Auskopplung "Another Day in Paradise" brachte ihm 1990 einen weiteren Grammy für die "Platte des Jahres“ ein. Der Titelsong von "Invisible Touch" erreichte als einziges Genesis-Lied die Nummer eins der US-amerikanischen Billboard Hot 100.
"We Can’t Dance" (1991) wurde das letzte und zugleich erfolgreichste Genesis-Album mit Collins als Lead-Sänger, der 1996 seinen Abschied von der Band bekannt gab, um sich ganz auf seine Solokarriere zu konzentrieren und mehr Zeit für sein Privatleben zu haben.
In den 90ern lief seine Solo-Karriere etwas schleppend, "Entertainment Weekly" schrieb sogar: "Selbst Phil Collins muss wissen, dass wir alle Phil Collins' überdrüssig geworden sind." Er gründete dennoch die "Phil Collins Big Band", mit der er als reiner Schlagzeuger Jazz-Interpretationen von seinen eigenen und von Genesis-Songs spielte. Kein Wunder: Collins zählte damals schon längst zu den einflussreichsten und renommiertesten Drummern der Welt.
Das neue Jahrtausend begann für Collins grandios: 2000 gewann er für den Song "You’ll Be in My Heart" aus dem Film "Tarzan" einen Oscar sowie einen Golden Globe.
Es hatte aber auch einige Tiefschläge parat: 2002 stellte man bei Collins einen teilweisen Verlust seines Hörvermögens auf dem linken Ohr fest. Nach der Abschieds-Tournee mit Genesis 2007 wurde der Musiker alkoholabhängig. Als er Anfang 2013 fast daran starb, unterzog er sich erfolgreich einer Entziehungskur. Noch heute ist er trocken.
Auch Phil Collins' Liebesleben war nicht weniger spannend: Von 1975 bis 1980 war er mit Andrea Bertorelli verheiratet, die er in einem Schauspielkurs in London kennengelernt hatte. Mit ihr hat er Sohn Simon, der 1976 geboren wurde. Zudem adoptierte Collins ihre Tochter Joely.
Mit seiner zweiten Ehefrau, Jill Tavelman, war er von 1984 bis 1996 verheiratet. Mit ihr hat er Tochter Lily Collins, die 1989 geboren wurde und inzwischen als Schauspielerin eine Hollywood-Größe ist.
1999 heiratete er Orianne Cevey, mit der Collins zwei Söhne bekam: Nicholas (2001) und Matthew Collins (2004). Zwar trennte sich das Paar 2006 und ließ sich 2008 scheiden, doch bereits 2010 bezeichnete der Musiker die Trennung als Fehler. Seit 2015 ist das Paar wieder liiert und lebt gemeinsam mit den beiden Söhnen in Miami.