Tilda Swinton wird 60: Die ausgefallenen Looks der Oscarpreisträgerin

Tilda Swinton feiert am 5. November ihren 60. Geburtstag. Dass die Schauspielerin es gerne extravagant mag, hat sie schon des Öfteren bewiesen. Die Oscarpreisträgerin scheut keine Experimente - sowohl in ihren verschiedenen Rollen als auch auf dem roten Teppich. © 1&1 Mail & Media/spot on news

Tilda Swinton wurde 1950 in London geboren, wuchs dann in Schottland auf. Nachdem sie ein Internat besucht hatte, studierte sie Sozial- und Politikwissenschaften an der Universität in Cambridge. Danach trat sie der Royal Shakespeare Company bei. Die 1,80 Meter große Schauspielerin trat zu Beginn ihrer Karriere im Theater auch ab und an in Männerrollen auf.
Zunächst spielte Swinton in experimentellen Filmen. 1990 schlüpfte sie in die Rolle der Madonna in "The Garden". Dafür trug sie eine ausgefallene Perücke mit langen roten Haaren.
Ob als Adeliger, der sich vom Mann zur Frau entwickelt in "Orlando" (1992, Bild), eine bisexuelle Juristin in "Female Percersions" (1995), oder eine Mathematikerin in "Leidenschaftliche Berechnung" (1997): Swinton brillierte in ausgefallenen Rollen.
In den 2000-er Jahren feierte sie ihren Durchbruch in Hollywood. Unter anderem spielte sie im Jahr 2000 in "The Beach" neben Leonardo di Caprio. Schon bei der Europapremiere des Films zeigte sie ihre Liebe für Farben: Die Rothaarige setzte auf ein lilafarbenes Kostüm, roten Lippenstift und blauen und pinken Lidschatten.
Ein Jahr darauf erschien sie zu den Filmfestspielen in Cannes in diesem ungewöhnlichen Outfit! Bei dem Event in Frankreich trug sie ein ausgestelltes weißes Kleid, das mit großen gemalten Früchten für einen Blickfang sorgte. Dazu kombinierte die Schauspielerin leicht durchsichtige grüne Handschuhe.
Im Science-Fiction-Drama "Teknolust" (2002) spielte Swinton die Wissenschaftlerin Rosetta Stone, die mit ihrer eigenen DNS experimentiert und sich drei Mal klont. Je nach dem, welchen Klon Swinton gerade spielte, wechselte ihre Perücken: von rot zu blond zu schwarz. Ebenfalls 2002 war sie in "The Deep End – Trügerische Stille" zu sehen, wofür sie unter anderem für einen Golden Globe nominiert wurde.
Es muss nicht immer ein Kleid sein: Tilda Swinton erschien in schwarzer Hose und schwarzem Blaser zur Premiere von "Adaption" im Jahr 2002. Die feminine Seite ging dennoch nicht verloren, denn die Schauspielerin präsentierte einen riesigen Kragen aus bunten Blumen.
Eine ihrer Paraderollen spielte Swinton zum ersten Mal 2005: In "Die Chroniken von Narnia: Der König von Narnia" verkörperte sie die brutale weiße Hexe Jadis. Im weiß-silbernen Kleid und Pelzumhang überzeugte sie als Königin von Narnia. Auch in den folgenden Teilen der Kinder-Fantasy-Reihe war Swinton dabei.
2008 konnte die Schauspielerin dann einen Oscar ergattern – für ihre Nebenrolle im Thriller "Michael Clayton". Zur Verleihung erschien sie in einer langen schwarzen, asymmetrischen Robe. Ihre kupferroten Haare hatte sie elegant nach hinten gestylt.
Elegant, reich, einsam: In "Der seltsame Fall des Benjamin Button" hat Tilda Swinton als Elizabeth Abbott eine heiße Affäre mit Benjamin Button, gespielt von Brad Pitt. In luxuriösen Kleidern und Perlenketten verführt die schicke Dame den immer jünger werdenden Protagonisten. Der Film wurde insgesamt 13 Mal für einen Oscar nominiert.
Sie kann sich auch sehr zart präsentieren: Zum Berliner Filmfestival 2009 erschien die große Frau in einem zartrosa, bodenlangen Kleid mit verspielten Applikationen in Höhe des Taillenbereichs. Zu der Zeit trug die Schauspielerin kurze blonde Haare. An der Seite hatte sie ihren Kopf geschoren.
Wieder eine Typveränderung: Bei der Premiere von "I Am Love" in New York 2011 zeigte sich die Schauspielerin mit hochgeschlossenem Kleid und noch kürzeren Haaren. Den Hinterkopf sowie die Seiten hatte die Schauspielerin vollkommen abrasiert und trug nun einen Irokesenschnitt.
Bei den Golden Globe Awards 2012 waren Tilda Swintons Haare platinblond. Die Seiten waren zwar nach wie vor kurz, die oberen Haare trug sie länger und elegant zur Seite geföhnt. Die Schauspielerin erschien in fliederfarbenem Kleid im Meerjungfrauenschnitt und mit schimmernden Blazer im selben Farbton. Sie war für einen Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin im Drama "We Need to Talk About Kevin" nominiert – ging aber leer aus.
Erkannt? Ja, das ist Tilda Swinton. Für "Grand Budapest Hotel" schlüpfte sie 2014 in die Rolle der alten Madame D. Die Tragikomödie überzeugt mit einer kuriosen Geschichte und schrillen Kostümen. Der Film war für 15 Oscars nominiert, von denen er vier abstauben konnte: Für das beste Szenenbild, das beste Kostümdesign, bestes Make-up und Frisuren sowie die beste Filmmusik.
Nicht mehr kurze Haare, sondern komplett ohne Haare zeigte sich die Schottin in "Doktor Strange" (2016). In dem Marvel-Superheldenfilm hat Tilda Swinton die Rolle der Ältesten inne, einer Frau, die übernatürliche Fähigkeiten besitzt und diese Doktor Strange lehrt. Dabei tritt sie willensstark, weise und streng auf.
Tilda Swinton kann scheinbar jede Frisur tragen: Ebenfalls 2016 präsentiert sie eine kurze, braune Lockenpracht im Film "A Bigger Splash". Im Erotik-Thriller verkörpert sie die Protagonistin Marianne Lane, die mit ihrem Liebhaber Strandtage in Italien verbringt – bis ihr ein ehemaliger Lover einen Strich durch die Rechnung macht.
Dass die Schulterpolster wieder aufleben, bewies die 60-Jährige bereits 2017. In Cannes trug sie beim Filmfestival ein mintgrünes Kostüm mit dicken Schulterpolstern. Dazu frisierte sie ihre mittlerweile weißen Haare zur Seite und wählte dezentes Make-up: Lediglich einen schlichten aprikotfarbenen Lippenstift wählte sie. Ihr Film "okja" von Oscar-Regisseur Bong Joon-ho (r.) feierte dort seine Premiere. Gemeinsam mit dem Erfolgsregisseur und Schauspieler Jake Gyllenhaal (l.) schritt sie über den roten Teppich.
Für den italienischen Horrorstreifen "Suspiria" (2018) streifte sich die Schauspielerin eine braune Langhaarperücke über. Im Film übernimmt die Schottin gleich drei Rollen: die der Madame Blanc (Bild), die der Helena Markos und die des Dr. Josef Klemperer. Der Film spielt im Berlin der 70er Jahre und beschäftigt sich unter anderem mit Hexenritualen.
Bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig im September, bei denen sie mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk ausgezeichnet wurde, begeisterte die 60-Jährige mit einem eleganten Auftritt. Die Schauspielerin trug in der rechten Hand eine goldene Maske im venezianischen Stil. Das Accessoire in Form eines Schmetterlings hielt sich Swinton immer wieder vor das Gesicht. Für ihren Auftritt wählte sie eine Schwarz-Weiß-Kombi aus bodenlangem Rock mit angedeutetem Vokuhila-Schnitt und ärmelloser Bluse mit Volant-Kragen.
In Zeiten der Corona-Pandemie trägt die Schauspielerin nicht nur ihre goldene Maske. In Venedig wurde sie in einem Freizeitlook fotografiert. Die Schauspielerin kombinierte bei ihrem Spaziergang durch die italienische Stadt eine lilafarbene Seidenhose und einen schimmernden, grünen Blazer, den sie gebunden hatte. Beide Teile erinnern stark an einen Schlafanzug. Das Tüpfelchen auf dem i war eine Stoffmaske in Orange.