Jeder kennt die besinnlichen Filmklassiker zur Festtagszeit, aber daneben gibt es eine ganze Reihe weniger bekannter Streifen, über die man sich teilweise nur wundern kann. Wookieweihnachten, Teufelspläne, Marsmenschen, Nazi-Experimente und mannsgroße Hasen: Wir präsentieren die fünf wahrlich merkwürdigsten Weihnachtsfilm-Auswüchse.

The Star Wars Holiday Special (1978)

Oh ja, auch im Weltraum feiert man Weihnachten – beziehungsweise einen entsprechenden Feiertag, der "Life Day" genannt wird. Nach dem unglaublichen Kinoerfolg des ersten "Krieg der Sterne"-Films im Jahr 1977 kam der Fernsehsender CBS auf die Idee, ein TV-Weihnachtsspecial mit den beliebten Charakteren des Science-Fiction-Abenteuers zu inszenieren. George Lucas war kaum involviert und überließ den Großteil des Konzepts der vom Sender angeheuerten Produktionsfirma. Deren brillante Idee war es, die Hälfte der Laufzeit mit vermeintlich niedlichen Wookies zu füllen, die sich ohne Untertitel gegenseitig anknurren.

Die Geniestreiche endeten da aber nicht: Man heuerte Artisten für eine kleine Zirkusnummer an, kommissionierte ein Zeichentrick-Segment, das die Boba-Fett-Figur vorstellen sollte, ließ die Rockband Jefferson Starship eine Nummer spielen, quetschte eine erotische Phantasie mit Sängerin Diahann Carroll hinein und fügte Comedy-Segmente hinzu – unter anderem eines mit Bea Arthur, die später als Dorothy in den Golden Girls bekannt werden sollte. Immerhin: Die Stars des Originalfilms sind alle dabei – Carrie Fisher singt sogar einen Song!

Dieses "Holiday Special" ist so fehlkalkuliert, dass man höchstens zur Bestrafung vorführen sollte. Hartnäckige "Star Wars"-Fans können hier aber testen, wie sehr sie sich tatsächlich im Einklang mit dem Universum befinden. Lucas versuchte übrigens vergeblich, alle Masterbänder zu kaufen und zu vernichten – ausgestrahlt wurde das Special nie wieder, aber es geistert als Kopie durch das Internet.

Wir verraten, wie es für die Stars der großen Weihnachtsfilme weiterging.

Santa Claus (1959)

Diese mexikanische Produktion mutet fast surreal an: Der Weihnachtsmann lebt in einem Palast im Weltall, von wo aus er die Kinder der Welt per Fernglas und anderen Überwachungsgeräten NSA-mäßig beobachtet. Keine Elfen, sondern Kinder aller Herren Länder helfen ihm bei der Herstellung von Geschenken! Dieses Jahr aber droht das Ausliefern der Geschenke zu scheitern: Lucifer schickt einen kleinen Teufel los, der den Weihnachtsmann sabotieren soll und nebenher kleine Bälger davon überzeugen will, Schlechtes zu tun.

Das schräge Spektakel hält eine Zeitlang bei Laune – aber man muss schon eine gehörige Portion Geduld mitbringen, um den statisch abgefilmten Streifen bis zum Ende durchhalten zu können. Es hilft freilich nicht, dass der Weihnachtsmann den irren Blick eines Axtmörders spazieren trägt und (zumindest in der US-Fassung) alle paar Sekunden grundlos lacht. Den Luzifer-Subplot nahmen die Amerikaner dagegen sehr ernst: Bei einer 1989 veröffentlichten Heimkino-Version wurden alle Teufelsszenen entfernt, so dass der Film nur mehr schlanke 63 Minuten dauert.

Santa Claus Conquers the Martians (1964)

Die armen Marsianer: Ihre Kinder sind lustlos und depressiv und verbringen den halben Tag damit, im Erdenfernsehen (in perfektem Empfang!) sehnsüchtig dem Weihnachtsmann zuzusehen. So bricht also eine Delegation von Marsmenschen auf, um Santa zu entführen. Dagegen haben nicht nur die beiden Kinder etwas, die dann auch noch zufällig gekidnappt werden, sondern auch ein Marskommandant, der dem ganzen sentimentalen Quark nichts abgewinnen kann und verbittert darauf hinweist, dass Mars einst der stolze Planet des Krieges war.

Sagen wir es mal so: Die Ausstattung von "Santa Claus Conquers the Martians" ist erbärmlich - die Marsianer sind dezent grün angemalt und tragen eine Art Trockenhaube mit Antennen als Kopfbedeckung. Die Darsteller spielen wie in der Augsburger Puppenkiste. Am Nordpol läuft ein Mensch in einem Eisbärenkostüm herum. Die Handlung spielt sich hauptsächlich in grauen Räumen ab, und die Story schreitet im Schneckentempo voran. Kein Wunder eigentlich, dass das irgendwie sympathische Billigfilmchen bei Trashfans höchsten Stellenwert genießt.

Elves (1989)

Es muss zu Weihnachten ja nicht immer Besinnlichkeit, Geschenke und Blockflötenmusik geben – stattdessen könnten auch Nazis, okkulte Legenden und mordende Monster auf dem Programm stehen. Apropos Monster: Was erwartet man sich von einem Film namens "Elves"? Richtig: Mehr als einen Elfen. Was bietet der Horrorfilm "Elves" also? Nun … weniger als zwei.

Das steif animierte Ungetüm, das sich hier durch die Besetzungsliste schnetzelt, soll ein Elf sein, wird aber gerne auch als Troll bezeichnet. Es entstammt den okkulten Experimenten einiger Altnazis und soll zum Heiligen Abend den Teenager Kirsten schwängern, um eine neue Herrenrasse ins Leben zu rufen – oder so ähnlich.

Man muss es diesem eher preiswert inszenierten Gruselstreifen lassen: Er nimmt sich selber nicht allzu ernst und stellt den üblichen Weihnachtsbildern mit Wonne ein ganz und gar bizarres Horrorgeschichtchen entgegen. Freunde gepflegter Achtziger-Videothekenware dürfen ruhig einen Blick riskieren – nur zum Familienfest sollte vielleicht doch ein anderes Filmprogramm gewählt werden.

Santa and the Ice Cream Bunny (1972)

Der Weihnachtsmann sitzt mit seinem Schlitten an einem Strand in Florida fest, die Rentiere sind abgehauen. Nachdem auch herbeigelaufene Kinder mit ihren Tieren nicht helfen können, erzählt ihnen der Weihnachtsmann das Märchen vom Däumelinchen von Hans Christian Andersen. Und siehe da: Ein weißer Hase kommt mit seinem Feuerwehrauto vorbeigefahren und kann Santa Claus helfen!

Dieser für ein paar Dollar inszenierte Streifen ist wohl der bizarrste Weihnachtsfilm der Welt: So ähnlich muss sich LSD anfühlen. Die Kinder schaffen Schafe, Kühe, Pferde und einen Mann im Gorillakostüm heran, der "Eiskremhase" kommt mit circa 7 km/h angebraust und lässt dabei unendlich lang die Sirene ertönen, die wie eine kaputte Bandmaschine klingt. Das Andersen-Märchen nimmt über eine Stunde Laufzeit ein und hat mit der Geschichte drumherum gar nichts zu tun – abgesehen davon, dass es ähnlich preiswert produziert ist. Und jeder Elfjährige würde ein professioneller aussehendes Produkt fabrizieren als das, was hier mit wackelnder Kamera eingefangen wurde. Die Beteiligten tun einem regelmäßig leid – wenn man nicht gerade Tränen lachend vom Sofa fällt!