"7 Töchter" heißt das neue dreiteilige Vox-Format, bei dem sechs weibliche Promi-Sprösslinge über ihr Leben nahe dem Rampenlicht plaudern und ein weiterer als Gastgeber fungiert. In Folge-1 gab es Einblicke in das Leben von Schauspieler-Tochter Cheyenne Ochsenknecht und "Circus Roncalli"-Erbin Lili Paul.

Eine Kritik
von Bodo Klarsfeld

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Nach dem Vox-Doku-Format "6 Mütter", bei dem prominente Muttertiere wie Sarah Kern oder Dana Schweiger in Sachen Kindererziehung aus dem Nähkästchen plauderten, wurden nun Töchter in Stellung gebracht.

Im Rahmen einer dreiteiligen Personality-Doku will der Privatsender herausarbeiten, wie es sich so anfühlt, als Promi-Tochter aufzuwachsen. Und wie es einem so ergeht, wenn man schon als Kind einen bekannten Namen trägt und vom Rampenlicht erhellt oder geblendet wird.

"7 Töchter" auf Vox: Alle Protagonisten auf der Couch

Gastgeberin Laura Karasek, Tochter des 2015 verblichenen Literaturkritikers Hellmuth Karasek, empfing beim Auftakt von "7 Töchter" am Dienstagabend zunächst alle Protagonistinnen der drei Folgen auf der Couch. Die da wären:

  • Elena Carrière (22, Vater: Schauspieler Mathieu Carrière)
  • Caroline Bosbach (29, Vater: Politiker und Rechtsanwalt Wolfgang Bosbach)
  • Lilith Becker (19, Vater: Schauspieler Ben Becker)
  • Lou Beyer (31, Vater: Schlagerstar Nino de Angelo)
  • Cheyenne Ochsenknecht (19, Mutter: Ex-Model Natascha Ochsenknecht, Vater: Schauspieler Uwe Ochsenknecht)
  • Lili Paul (20, Vater: "Circus Roncalli"-Chef Bernhard Paul)

Pro Folge werden jedoch nur zwei der prominenten Sprösslinge im Zuge von Alltagsporträts und Interviews näher vorgestellt. Am Dienstagabend bekamen die Zuseher Einblicke in das Leben von Cheyenne Ochsenknecht und Lili Paul.

Der berühmte Name: "Halb Fluch, halb Segen"

"Ich will den Leuten näherbringen, dass ich nicht so eine Arschkuh oder eine oberflächliche und abgehobene ‚Tochter von‘ oder ‚Schwester von‘ bin", so die 19-Jährige, deren Brüder Wilson Gonzalez und Jimmy Blue Ochsenknecht eine Spur bekannter sind, über ihren Ansporn, bei "7 Töchter" mitzumachen.

"Halb Fluch, halb Segen" sei er jedenfalls, der Name Ochsenknecht, so Cheyenne. Heißt: Manchmal ist es einfach doof, die Tochter von Natascha und Uwe Ochsenknecht zu sein, dann wieder nicht so.

Etwa, wenn es um darum gehe, einen Tisch im Restaurant zu bekommen. "Aber es gibt schon Momente, da denk ich mir, ich will ganz normal sein", so Cheyenne.

Mobbing in der Schule und Paparazzi, die Jugendsünden dokumentieren

Was man nicht vergessen darf: Die Teilnehmer der Personality-Doku sind allesamt noch junge Menschen mit jeder Menge Aussicht auf Entwicklung. Und dass es Promikids auch nicht immer leicht haben, liegt durchaus auch im Bereich des Nachvollziehbaren.

Cheyenne sei in der Schule wegen ihres berühmten Nachnamens beispielsweise oft gemobbt und mitunter "Fotzenknecht" und "Ochsenhecht" genannt worden.

Und dann trinkt man auf einer Schülerparty ausnahmsweise einmal Hochprozentiges direkt aus der Pulle und schon blitzt den Eltern am Morgen danach das Foto auf den Titelseiten in die Augen, flankiert von einer "Betrunkene Ochsenknecht in einem Berliner Nachtclub"-Schlagzeile.

"Ich hätte gerne meine Familie, aber mit anderem Namen", so das Model.

Cheyenne Ochsenknecht spricht über Suizidgedanken

Das Verhältnis zur Mutter, bei der Cheyenne noch wohnt, ist gut ("Sie ist prinzipiell cool und entspannt"). Das zum Vater, der viel unterwegs war und ist, aber schwierig. "Es gibt Zeiten, wo wir gar keinen Kontakt haben. Und es sind Sachen vorgefallen, die sehr schlimm für mich waren", so die 19-jährige.

Sogar an Suizid dachte Cheyenne deshalb. "Jetzt einen Cut setzen und alles wäre vorbei". Ins Detail, was die Beziehung derartig getrübt habe, ging die Schauspieler-Tochter dann aber aus Rücksicht auf ihren Vater nicht. "Ich will nicht, dass er sauer ist, wenn ich über ihn erzähle."

Die unaufgeregte Lili Paul und der große Zirkus

In eine gänzlich andere Welt entführte uns in der ersten Folge von "7 Töchter" dann Lili. Die 20-jährige Tochter des "Circus Roncalli"-Chefs Bernhard Paul soll in Zukunft – gemeinsam mit ihren Geschwistern Vivian (30) und Adrian (28) – dem Familienunternehmen vorstehen.

Zehn Monate im Jahr verbringt der reife, kluge und geerdete Promi-Sprössling auf Tour und somit im Zirkus-Wohnwagen. Denn Lili Paul ist nicht nur professionelle Tochter, sondern hat auch einen echten Job. Denn Lili turnt und verbiegt sich auch als Artistin in der Manege – tagsüber trainierend, abends vor dem Publikum.

"Wenn man im Zirkus aufwächst, dann liebt man den Wohnwagen", ließ uns ihr prominenter Papa übrigens wissen. "Es ist so eine kleine heile Welt, in der wir leben", ergänzte Lili.

Familienmensch mit Verantwortung

Wie Vater Bernhard Paul erklärt, sei Lili ein absoluter Familienmensch "und immer ganz unglücklich, wenn bei einem Treffen einer von uns fehlt". Dennoch ist es natürlich das Imperium "Roncalli", in das auch Lili die meiste Zeit investiert.

Rund 1.000 Menschen arbeiten für das große Unternehmen, zu dem etwa auch ein Gastronomiebetrieb in Hamburg gehört. "Man trägt auch eine Riesenverantwortung für die vielen Leute, die hier arbeiten", so die 20-Jährige. Auch deshalb hat Lili vor der künftigen Chefrolle ein wenig Angst.

Um sich für diese Aufgabe zu wappnen, versucht sich die junge Frau sich "so viel wie möglich abzuschauen, was mein Vater so macht, wie er sich im Business verhält et cetera".

Bernhard Paul: "Sie wird ihren Weg machen"

Die zweite Stunde des Formats bot den Zuschauern vor allem spannende Einblicke in die Welt des Zirkus und in das Leben einer jungen intelligenten Frau. Dabei immer im Mittelpunkt: Die menschliche Komponente.

Wenn etwa Bruder Adrian über seine um acht Jahre jüngere Schwester meint, er sehe sie eindeutig als zukünftigen Kopf der Firma, "weil sie von uns Dreien am meisten taugt, was Disziplin und Durchsetzungsvermögen betrifft", so wird einem schon auch ein bisschen warm ums Herz.

Berührend auch, was der stolze Vater am Ende der ersten "7 Töchter"-Folge über Lili sagt: "Es ist eigentlich alles klar, es gibt keine offenen Fragen. Sie weiß genau, sie wird ihren Weg machen – und ich bin dabei!"

So geht Promi-Familie! Nein, falsch! "So geht Familie!" muss es eigentlich heißen.

Wenn Sie oder eine Ihnen nahestehende Person von Suizid-Gedanken betroffen sind, wenden Sie sich bitte an die Telefon-Seelsorge unter der Telefonnummer 08 00/ 11 10 - 111 (Deutschland), 142 (Österreich), 143 (Schweiz).

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