Das Finale von "Austria's next Topmodel" gestaltet sich wie die gesamte Staffel: holprig, hölzern und mit vielen unfreiwilligen Lachern. Am Ende gibt es jedoch ein Weltneuheit: Es gewinnt ein gutaussehender Roboter.

Melanie Scheriau prophezeit zu der Beginn der Live-Show ein "sehr emotionales Finale". Oh nein, bitte nicht schon wieder! Der zweieinhalbstündige Heulkrampf der Jurorin in der vergangenen Woche war anstrengend genug. Und doch, wenn man den holprigen Anmoderationen von Larissa Marolt lauscht, könnte man aus Mitleid die eine oder andere Träne verdrücken.

Zum Heulen ist auch das, was sich Juror und selbsternannte "Fashion-Tunte" Papis Loveday für diesen besonderen Abend als Kopfbedeckung überlegt hat. Er trägt einen goldenen Helm, der sich in Form von übergroßen Klauen um sein Gesicht legt. Vom Hinterkopf stehen goldene Tentakeln ab. Ja, wirklich! Der Mann, der ausnahmslos alles "fabulous" findet, wurde von den Produzenten mit Sicherheit als Lebensversicherung für Notfälle eingebaut. Sollte während der Live-Show der Laufsteg anfangen zu brennen, keiner würde es mitkriegen, so hypnotisierend wirkt der optische Autounfall auf Papis Kopf.

"Du hast die Scheißgasse verlassen!"

Sie haben entschieden, welcher Finalist den Titel verdient hat.

Nicht alle Pannen lassen sich verhindern. Zum Beispiel ein paar Aussagen von Juror Michael Urban: Der haut an diesem Abend so richtig auf die Kacke, wortwörtlich. Als Finalist Manuel seinen ersten Walk erledigt, beglückwünscht Michael ihn, "die Scheißgasse verlassen" zu haben. Melanie Scheriau prustet, aber Herr Urban ist noch nicht fertig. Olivers Walk bezeichnet er als "behinderten Robo-Style". Als der Einspieler des Kandidaten eingeblendet wird, fühlt sich Urban an Arnold Schwarzenegger erinnert. Es gibt schönere Komplimente.

Nach der ersten Werbepause hat Papis, inzwischen umgezogen, seinen nächsten Auftritt. Im Krampus-Outfit ziert er nun die Jurorencouch. So bezeichnet es zumindest Moderatorin Bianca Schwarzjirg. "Nein, das ist Fashion", gibt sich Papis entrüstet. Schwarzjirg hat dieser einleuchtenden Argumentation nichts entgegen zu setzen: "Ok, es ist fabulous". Und Papis lehnt sich triumphierend grinsend zurück.

Wem schreibt Sanela Liebesbriefe?

Dann folgt der wohl intimste Moment des Finales. Hüstel, hüstel. Moderatorin Schwarzjirg fragt Sanela, wem und wann sie denn ihren letzten Liebesbrief geschrieben habe. Wen das wirklich interessiert? Man weiß es nicht. Sanela, wie immer schmerzhaft ehrlich, findet die unpersönlichste Antwort, die möglich wäre: Sie habe noch gar keinen geschrieben, wenn Liebesbriefe, dann doch bitte per Whatsapp. Hach, 2014 ist definitiv ein Jahr der Romantik.
Und die Pannen gehen weiter: Bei den Antworten der Kandidaten fällt öfter das Mikro aus, Melanie Scheriau begibt sich mal eben für eine gute halbe Stunde in ärztliche Behandlung.

And the Winner is…

Als Scheriau wieder erscheint, verkündet sie, dass Sanela und Oliver ins Finale des Finales einziehen. Bevor das passiert, dürfen beide noch einmal das Wort an die Zuschauer richten, die sie nun wählen werden. Oliver beginnt seine Ansprache mit "Ich bin kein großer Redner… " - und das Mikrofon fällt aus.
Er bekommt zwar ein neues, was er aber sagt ist vollkommen irrelevant. Österreich wählt den jungen Mann mit der Ausstrahlung des Terminators sowieso. Er quittiert seinen Sieg mit dem kühlstmöglichen Lächeln. Übrigens: Melanie Scheriau hat sich geirrt. Das Finale ist alles andere als emotional. Es ist kalt und holprig. Das passt – zumindest zu Gewinner Oliver. Fabulous.