Große Gefühle fordert die Jury diesmal von den Kandidaten, also darf im romantischen Shakespeare-Setting bei "Austria's Next Topmodel" geschrien werden, während der Fotopartner seinen letzten Atemzug tätigt. Manche wirken dabei allerdings weniger schmerzerfüllt als schlichtweg irre.

Es zieht sich ein Thema durch die 13. Folge der aktuellen Staffel von "Austria's Next Topmodel": Emotion. Man muss genau aufpassen, um diesen subtil eingebrachten roten Faden wirklich wahrnehmen zu können – die Moderatoren weisen nämlich wirklich nur in jedem zweiten Satz darauf hin.

Um dramatische Gefühlsausbrüche aus den Models herauszukitzeln, steht das Fotoshooting diesmal unter dem Motto "Romeo und Julia". Warum ging es doch da gleich? "Keine Ahnung, ich hab' den Film nie gesehen", meint Fabian treuherzig.

Gefühlvolles Ableben

Das Setting sieht wie folgt aus: Zwei Partner, der eine liegt gerade im Sterben, der andere klagt in die Kamera. Vorzugsweise wütend: Patrick wird gleich aufgefordert, ein dramatisches "Nein!" zu schreien. "Nein", ruft er also und klingt dabei, als würde er eine Fremdsprache lernen.

Nach einem feuchtfröhlichen Shooting kehrt ein Kandidat zurück in die Show.

Moderatorin Melanie will nachhelfen. "Doch!", setzt sie Patrick entgegen. "Nein!", plärrt der zurück. "Doch!", antwortet sie schlagfertig. Während sich die Auseinandersetzung in die Länge zieht, wundern sich die anderen Kandidaten backstage über die erhobenen Stimmen. "Sagen die 'Wein'?", rätselt Melisa, die offenbar geistig noch beim Shooting von vorletzter Woche verweilt.

Nicht, dass sich die anderen besser schlagen würden. Immerhin schaffen es manche der Mädels, höchst betrübt über das Ableben ihres Romeos zu schauen. Fabians Bild dagegen sieht nach wilder Maturafeier aus, während Bernhard gleich mit völlig irrem Kinski-Blick wirkt, als hätte er seine Liebste selber auf dem Gewissen.

Besuchstag in der Modelanstalt

Danach dürfen freundlichere Gefühle aufkommen: Es wurden Familienangehörige, Freunde und Liebste in die Sendung eingeladen, die eine umfassende Umarmungsorgie starten. Aber nachdem diese Leute ja sonst nicht Teil der Sendung sein dürfen, müssen sie wie beim Gefängnisbesuch das Beste aus der knappen Zeit machen.

Bei ANTM wird gezickt, geschmollt und schlechte Laune verbreitet.

Danach geht es zu einem Casting des Magazins "Die Wienerin", wo die Models ihre Englischkenntnisse an der Fotografin üben dürfen, die nicht Deutsch spricht. Dass Fabian hauptsächlich "yes" und "good" sagen kann, wissen wir ja schon seit Madrid. Melisa steht seinen Fähigkeiten aber in nichts nach: Sie schämt sich gleich so sehr, dass sie sich gar nicht erst an der Fremdsprache versucht.

Emotionaler Dreier im Zug

Den Job erhalten Mia, Angelina und Fabian – Letzterer, weil er sich so innig von Mia zur Probe küssen lässt. Nach eigenem Bekunden hatte er zwar keine Ahnung, worum es ging oder was die Castingleute wollten, aber er hat sich ja auch nicht bei "Austria's Next Sprachgenie" beworben.

Das Shooting zeigt eine Ménage-à-trois – ein fescher junger Mann, zwei attraktive junge Damen, da kann laut "Wienerin" ja emotional die Post abgehen. Im Ergebnis sitzen also alle im mondänen "Majestic Imperator"-Zug und schauen schmachtend. Wer dramatischere Gefühle oder pikantere Dreisamkeiten erwartet, hat Pech: Die sind wohl auf dem Abstellgleis gelandet.

Mei herzig: Die Kandidatinnen ist die Emotion ins Gesicht geschrieben.

Herz ist Trumpf

Selbst beim Abschluss-Walk will die Jury diesmal ausufernde Emotionen. Gelatscht wird also wie immer, nur dass die Mädchen diesmal besonders bescheuert aussehen. Nachdem sie beim "Romeo und Julia"-Shooting schon Frisuren verpasst bekamen, die nach Finger in der Steckdose aussahen, kriegen sie diesmal ein großes Herz rund um das Gesicht gemalt.

Die Zahl der Models bleibt übrigens schon wieder gleich. Tassilo muss zwar gehen, aber dafür wird Maximiliano wieder zurückgeholt. Der wurde zwar vor erst zwei Wochen herausgeworfen, aber plötzlich haben die Juroren festgestellt, dass er super beliebt bei den Online-Votings war. Vielleicht hat ja auch das liebe Bussi geholfen, das er Papis Loveday zum Abschied gegeben hat.