Kein "Austria's Next Topmodel" ohne Streit – aber diesmal wollen die Models mit dem Gezanke beim Casting überzeugen. Die Coaches beschweren sich derweil, dass die Kandidaten viel zu kollegial miteinander umgehen – und in ihren Aufrissfähigkeiten zu wünschen übrig lassen.

Eine Glosse
von Christian Genzel

"Wir sind hier nicht beim Nächstenliebe-Seminar, wir sind bei Austria's Next Topmodel". Wer da akute Verwechslungsgefahr befürchtet, ist Coach Marina Hoermanseder: Eines ihrer Models hat es gewagt, bei einem Casting anderen den Vortritt zu lassen.

So geht das natürlich nicht! Immerhin ist ANTM ein Wettbewerb – ganz so wie Hammerwerfen oder die Pongauer Mikado-Meisterschaften. Wo käme man hin, wenn Models tatsächlich zusammenarbeiten würden – sich helfen, gegenseitig Castingtermine verraten oder gar Empfehlungen aussprechen würden?

Marinas Laune ist aber generell getrübt, weshalb es einen lautstarken Generalanpfiff gibt: Bei einem Casting für das Weekend-Magazin wurde niemand aus ihrem Team genommen. Dass die Teams völlig arbiträr zusammengestellt werden und bei drei Jobs eben nicht neun Models Arbeit finden, sagt ihr leider niemand.

Wer kann besser streiten?

Zugegeben – nicht jeder hat sich beim Casting gleich gut geschlagen. Der erste Teil lief noch fein: Die Verantwortlichen wollten alle Models in Unterwäsche sehen.

Fast alle: Der wundervollen Daniela wurde gesagt, sie brauche sich gar nicht erst auszuziehen. Sie sei zu mädchenhaft – was die Weekend-Leute bei der noch mädchenhafter wirkenden Julia offenbar kaum gestört hat.

Nachdem die schönen Körper zu allgemeinem Wohlwollen präsentiert wurden, sollten die Models in Gruppen zu je drei Leuten etwas vorspielen, was eine Rose und eine Krawatte beinhaltet.

Da lagen irgendwelche "50 Shades"-Szenarien dem Team um Max wohl zu nahe – weshalb sie stattdessen ein Streitgespräch im Stau spielen: Er herrscht seine Beifahrerin an, dass sie die Krawatte zuhause vergessen hat, während die dritte auf dem Rücksitz zu den Radioklängen herumhüpft.

Komisch eigentlich, dass das keinen Anklang bei den Machern fand. Ob die drei das Gespräch lieber in Unterwäsche hätten spielen sollen?

Es gewinnt dann aber ohnehin kein gesamtes Team – stattdessen picken sich die Weekend-Leute drei Models aus den Gruppen aus. So darf Isak wenig später mit Simone und Julia für die Kamera einen flotten Dreier nachspielen – ohne Rose und ohne Krawatte, aber dafür auch ohne Unterhose.

Modeln in vertrauter Umgebung

Für das große Fotoshooting stellen sich diesmal Marina und ihr Kollege Daniel Bamdad selber als Partner zur Verfügung. In einer Gewölbebar werden alle so verwuschelt, als hätten sie nach dem Glamrock-Konzert die Nacht durchgesoffen. Die Models freuen sich: Mit dem Szenario kennen sie sich aus.

Von Lukas, der für sein Bild Marina abschleppen will, ist seine Chefin dann aber doch enttäuscht: Es überzeugt sie gar nicht, wie er an ihr herumzerrt. "Ich hab mir gedacht, der Lukas macht das jeden Samstag. Der muss doch wissen, wie das geht", schüttelt sie den Kopf. "Also, wenn der das so macht, dann geht der jeden Samstag alleine nach Hause."

Alleine nach Hause geht aber jemand anderes – und das schon gleich zu Beginn der Sendung. Als neues Prinzip werden die Entscheidungen zur Vorsendung jetzt immer auf den Beginn der nächsten Folge vertagt, und weil Edvins Leistung als "Toyboy" in der letzten Woche wenig Anklang fand, darf er ab sofort nicht mehr mit den anderen Kindern spielen.

Wer also mit den heutigen Darbietungen nicht überzeugen konnte und heimreisen muss, werden wir erst nächste Woche erfahren. Hoffentlich wird es einer von den beiden Juroren.