Letzte Woche haben wir beim Auftakt der "Balkan-Hochzeiten" etwas gelernt: Die Hochzeitsfeiern anderer Länder sind aufwendig. Im zweiten Teil der neuen ATV-Reality-Show vertiefen wir das Wissen: Sie sind noch aufwendiger.

"Engste Familie" wird bei der gezeigten serbischen Hochzeit zum Auftakt erwartet: 150 Leute. Es muss sich bei solch geringer Anzahl um den wirklich allerengsten Kreis der Vertrauten handeln.

Zum Glück werden später noch ein paar entferntere Verwandte und Freunde eingeladen: Bis zu 500 Menschen insgesamt sollen auf dem Fest herumschwirren, das bis zu sechs Tage dauern wird. Wir wollen lieber nicht rechnen, wie oft der DJ da "Power of Love" auflegen muss.

Wo die erste Folge der ATV-Show "Balkan-Hochzeiten" mit gigantischen Torten aufwarten konnte, wird diesmal mit ebenso großen Zahlen hausieren gegangen. Das Prinzip bleibt dasselbe: Wir sehen, wie andere Kulturen Hochzeiten feiern – und stellen fest, dass da genauso geklotzt wird.

Hochzeit mit Minimalbesetzung

Mit 500 bewegen sich die hier gezeigten Serben aber ohnehin am unteren Ende des Spektrums. "500 Gäste sind Minimum", erzählt da ein türkischer Brautvater eifrig. Normal sind 1.000, aber es können auch bis zu 2.000 werden. Um so viele Einladungen verschicken zu können, muss man wahrscheinlich schon beim ersten Kennenlernen anfangen.

Braut Madja, eine Afghanin, die ihren türkischen Freund heiraten will, feiert "klein, elegant und schön" – was wahrscheinlich die Gästeliste eher auf 1950 Personen reduziert.

Die 18-jährige Zukünftige, die noch zur Schule geht, hat allerdings auch eine gute Ausrede, warum sie die Hochzeitsgesellschaft nicht zum Maximum anwachsen lassen will: "Da sind dann so viele Kinder dabei. Wir mögen das nicht", erklärt sie. "Wenn wir romantisch tanzen, kommen sie und stören."

Fangt schon mal an zu sparen!

Derartige Größendimensionen strapazieren freilich den Geldbeutel. Alleine das afghanische Essen, wird uns erklärt, schlägt mit 7.000 Euro zu Buche. Wenn es stattdessen Schnitzel gäbe, könnte man damit die gesamte Hochzeit finanzieren. Sparfüchse können sich ja nebenbei ausrechnen, wie günstig ein romantisches Fest mit Cornflakes von einer No-Name-Marke käme.

Bis zu 100.000 Euro insgesamt kann so eine Feier kosten, erzählt uns ein Herr, der wahrscheinlich nur lacht, weil er in den Hochzeitsvorbereitungen schon leicht wahnsinnig zu werden droht.

Irgendwo anders erklärt uns aber ein sparsamer junger Mann, dass man auch schon ab 4.000 Euro feiern könnte. Vielleicht kriegt man das Hochzeitsvideo dann nur auf VHS-Kassette.

Immerhin kommt auch wieder Geld rein – wenn auch nicht für den armen Tropf, der alles bezahlen muss: Bei der türkischen Hochzeit geben die Gäste dem Brautpaar etwas Geld, gewissermaßen als Starthilfe.

Da können bei großen Familien und entsprechend vielen Gästen schon mal bis zu 100.000 Euro zusammenkommen, heißt es. Wie schön: Dann ist die Hochzeit vom Erstgeborenen ja auch schon wieder finanziert!