"Saucool!": Horst Lichter wird bei "Bares für Rares" zum Kindskopf

"Alles, was zum Spielen ist, alles, was verrückt ist": "Kindskopf" Horst Lichter kam am Donnerstag bei "Bares für Rares" voll auf seine Kosten.

Was ist rot, schnell und hat vier Räder? Nein, kein Ferrari. Mit dem Tretauto kam Klaus Dölken aus Weilerswist bei "Bares für Rares" um die Ecke. Der Neffe seines Schwagers wollte es loswerden, um auf ein echtes Auto upzugraden. Ob das Mitbringsel des 50-jährigen Fachlehrers der Renner war oder nur Lichter emotional Vollgas geben würde?
Bei allem, was "zum Spielen oder verrückt ist, kriege ich den Hals nicht voll", gab Horst Lichter zu. Das Kind im Moderator kam also am Mittwoch voll auf seine Kosten! "Das scheint wirklich alt zu sein, saucool!", schwärmte er, begeistert wie selten.
Baujahr 1969 - im Punkt "alt" stimmte die Hobby-Expertise des Moderators. Falsch lagen er und der Verkäufer in anderer Angelegenheit, wie Sven Deutschmanek korrigierte: "Ihr habt gesagt, es ist ein Kettcar, es ist aber ein Kindertretauto." Warum die Spitzfindigkeit? Kettcar ist ein geschützter Markenname. Das Modell jedoch stammte von Kalkhoff.
Die Firma Kettler hatte das Konzept Kettcar patentieren lassen. Um trotzdem Tretautos verkaufen zu können, mussten Mitbewerber die Bauweise leicht modifizieren. Umso mehr freute sich Deutschmanek, "was identisch ist mit einem Kettcar: die Handbremse, die jeder kennt". Lichters Erinnerung: "Damit konnte man immer schön quer fahren."
Deutschmanek lobte, dass man den Sitz verstellen könne. "Wenn das Kind größer wird, kann ich den Sitz nach hinten schieben", erkannte der Experte. Dass die Radkappen bis auf eine fehlten, bedauerte er. Immerhin: "Der Lack ist Original."
Eines fand Deutschmanek sogar besser als beim Original-Kettcar: "die Speichenfelgen." Der Experte war überzeugt, dass der Oldtimer sich auch heute noch gut verkaufen ließe. "Für ein Kleinkind ist das etwas Sensationelles", glaubte er. Für Lichter auch: "Das Ding ist wirklich ganz verrückt", frohlockte Horst.
Klaus Dölken wollte 120 bis 150 Euro mit dem Tretauto erwirtschaften. Deutschmaneks Rat: 200 bis 250 Euro. Lichter glaubte, ein solches Gefährt sei nicht nur bei Kindern angesagt, sondern auch oder bei Spielzeugsammlern und Oldtimer-Liebhabern. Auch der Moderator hatte einen Rat: "Pass auf, dass nicht der falsche direkt eine Probefahrt macht!"
"Da kannst du schon Blödsinn mit machen." Walter Lehnertz (links) bekam große Augen. "Aber das Problem an der Karre ist: Du musst treten, das hat kein Motörchen", scherzte Waldi. "Wenn du früher ein Kettcar hattest, lagst du weit vorne", wusste Julian Schmitz-Avila (zweiter von rechts). Ein Kindheitstrauma, denn er ging damals leer aus.
"Nein, der Herr, der das vorher gefahren hat, möchte gern auf ein Auto umsteigen", beantwortete der 50-jährige Verkäufer die Frage, ob er eine eigene Kindheitserinnerung mitgebracht habe. "Es ist kultig, irgendwie", fand Wolfgang Pauritsch (links). Walter Lehnertz sei hierfür Experte, glaubte Pauritsch.
Lehnertz meinte, er habe bereits viele Tretautos, warf dennoch 80 Euro als Startangebot in den Raum. Als der Verkäufer die deutlich höhere Expertise erwähnte, zahlte Waldi 100 Euro. "Ab geht die wilde Fahrt, Waldi!", stachelte Dr. Elisabeth Nüdling ihn an. Waldi blieb gelassen: "Das ist mir zu anstrengend." Als Kind hätte er anderes reagiert ...
Mit dem Kettcar seines Bruders durfte Lehnertz nicht fahren. Bei einer heimlichen Probefahrt schrottete er den Wagen. "Danach hat der nie mehr ein Kettcar gekriegt", erinnerte sich Waldi. Julian Schmitz-Avilas Schicksal war noch grausamer: "Wenn ich das als Kind gehabt hätte, ich wäre so glücklich gewesen." Na ja, er weiß ja wo Waldi wohnt ...