"Bares für Rares": Erfüllten die Händler einen Lebenstraum?

Üblicherweise geht es bei "Bares für Rares" um knallharte Verhandlungen über Antiquitäten und Speicherfundstücke. Kurz vor Weihnachten allerdings wirkte ein Gespräch im Händlerraum eher wie ein analoges Crowdfunding-Projekt. Ob die Händler am Donnerstag ein Herz für den Rentner hatten, der sich und der Partnerin mit dem Verkauf seiner Uhr einen Lebenstraum zum 70. Geburtstag erfüllen will?

In der Regel geht es im Händlerraum von "Bares für Rares" knallhart zur Sache. Kurz vor Weihnachten allerdings erinnerte nun ein Verkaufsgespräch eher an eine Art Crowdfunding-Projekt für den guten Zweck. Ob die Händler ein Herz für den Rentner hatten, der sich mit dem Verkauf seiner Uhr einen Traum wahrmachen wollte?
"Gott im Himmel", frohlockte Horst Lichter ob der Schönheit des Anblicks, als die Uhr das Licht des Studios erblickte. "Wenn er etwas mit Leidenschaft macht, dann Expertisen über alte Uhren", sagte Lichter über den Experten Sven Deutschmanek.
Lichter wollte wissen, warum Peter Feige das Erbstück weggeben wollte. Er werde bald 70, erklärte der Verkäufer. "Falls es für die Käufer interessant wird, will ich mit meiner lieben Inge eine Reise machen."
"Das ist das sogenannte Spiegelei", erklärte Sven Deutschmanek. Der Spitzname ist in Fachkreisen bekannt als Umschreibung der Navitimer - "eine der beliebtesten Breitling-Uhren", so der Experte.
Sven Deutschmanek stellte fest, dass das Armband nicht mehr straff war. Ein neues würde 1.000 Euro kosten. Das Plexiglas habe einige Kratzer. "Was mich aber am meisten stört: Die Uhr hat mal Wasser gesehen", lamentierte der Experte.
Obwohl die Uhr nicht ganz lupenrein war, erhoffte sich Peter Feige 2.500 Euro für die Urlaubskasse. Sven Deutschmanek taxierte auf lediglich 2.000 Euro. "Wenn ich dafür eine schöne Zeit mit meiner Inge habe, würde ich die Uhr dafür abgeben."
"Dir gönne ich, dass die Händler dir 4.000 geben. Nur damit du und Inge richtig Spaß im Leben haben", zeigte sich Horst Lichter warmherzig. "Es ist eine Wonne, mal wieder jemanden vor sich zu haben, der so ist wie du." Susanne Steiger (zweite von links) blieb nüchtern und sachlich: "Leider eine kleine Baustelle", urteilte sie.
"Die Uhr war bei mir immer im Safe und wurde nie getragen", konterte der Verkäufer. "Es lohnt sich auf jeden Fall, wurde mir gerade bei der Expertise gesagt." Steiger blieb hart: "Es kommt darauf an, wie viel der Einkaufspreis ist." Kollege Walter Lehnertz (links) vermisste den Druckknopf, hatte ihn aber nur übersehen.
Die Stimmung änderte sich, als Peter Feige von seinen Plänen erzählte. Da er im nächsten Monat 70 würde, wolle er "mit meiner Inge noch eine kleine Reise machen mit dem Wohnmobil". Lehnertz bot 80 Euro. "Ich wollte aber vom Nordkap bis nach Gibraltar fahren", gab Feige zu bedenken. "Okay, dann mache ich noch 500 drauf."
Julian Schmitz-Avila lieferte sich mit Susanne Steiger und Walter Lehnertz ein Wettbieten. Bei 1.850 Euro hatte Ersterer die Konkurrenz abgeschüttelt. Der Verkäufer allerdings sagte: "Meine Schmerzgrenze wäre 1.900." Schmitz-Avila zögerte, bevor er zustimmte. Wohl nicht nur wegen der Uhr an sich: "Freut mich, dass Sie eine schöne Reise mit dem Wohnmobil haben!"
Ebenfalls verkauft wurde in der Donnerstagssendung eine rubinrote Vase aus dem Besitz eines ehemaligen Kriminalbeamten. Fabian Kahl legte 250 Euro auf den Tisch.
Teurer war dieses Ölgemade des Dänen Christian Andreas Schleisner aus dem Jahr 1851. Wieder schlug Fabian Kahl zu, für 1.080 Euro.