"Bares für Rares"-Experte findet Unstimmigkeiten an Pickelhaube

Der Besitzer glaubte, eine teure Rarität zu besitzen - doch Experte Albert Maier fielen diverse Unstimmigkeiten auf.

Als ihm eine militärische Kopfbedeckung unter die Augen kam, dachte Horst Lichter, er könnte den Kunst-Experten mimen. Falsch gedacht. "Das ist eine Pickelhaube und das, äh, das ist witzig. Keine Ahnung, was das ist!", fehlten dem Moderator in der Mittwochsausgabe der ZDF-Trödelshow "Bares für Rares" die Worte. Es gab noch mehr Verwirrendes!
"Erzähl mir nicht, das stammt noch aus deiner Familie?", fragte Lichter skeptisch. "Nein, nicht ganz", antwortete Peter Starke aus Arnsberg. "Ich habe das vor etwa 40 Jahren gegen einen Gusseisenofen getauscht." - "Ob das so ein guter Tausch war, was meinst du?", äußerte der Moderator Zweifel. Doch sein Gast aus dem Sauerland war überzeugt: "Ja!"
Leider hatte auch Albert Maier so seine Zweifel: "Ihr Helm macht mir leider Schwierigkeiten. An ihm wurde sehr viel rumgebastelt". Oben an der Helmspitze fehlten die originalen Sternschrauben. Aber noch "viel spannender und interessanter" waren die Wappenembleme. Denn diese passten laut Maier überhaupt nicht zusammen.
Das untere Emblem mit dem Wahlspruch "Mit Gott für König und Vaterland" deutete so auf einen normalen Offiziershelm aus dem Preußischen Heer. Doch darauf befand sich ein sehr seltenes Emblem mit zwei gekrönten Löwen sowie Kranichen. Das verweist auf das Fürstentum Reuß in Thüringen und würde den Wert des Helms auf 6.000 bis 8.000 Euro steigern.
Leider handelte es sich jedoch um einen konventionellen, preußischen Militärhelm. Erst im Nachhinein wurde das fürstliche Wappen angebracht. Auch die typische, in grünem und roten Stoff vernähte Innenseite der Pickelhaube spricht für einen normalen Militärhelm. Danach lag die Schätzung des Experten nur noch bei 800 bis 1.000 Euro.
Der Verkäufer erhielt dennoch eine Händlerkarte. Sein Wunschpreis lag bei 1.000 Euro. "Und da dachte ich noch, alles wäre original und passe zusammen", erklärte er. Doch ob die Händler Interesse an einem zusammengeschraubten Militärhelm haben würden? Lichter warnte noch scherzend: "Pass auf, dass die Händler dir keinen Ofen in Zahlung geben."
An seiner Pickelhaube ist zwar ziemlich rumgeschraubt worden, aber sie war dennoch "sehr, sehr rar und sehr alt", erklärte der Verkäufer stolz. Leider reagierten auch die Händler erst mal skeptisch auf seinen Helm. "Ist das original?", wollte Markus Wildhagen (Bild) wissen, und Fabian Kahl monierte: "Das ist doch gebastelt!"
Händler Julian Schmitz-Avila (links) gab ein erstes Gebot von 300 Euro und wurde schnell von Daniel Meyer (rechts) und Fabian Kahl überboten. Kahl fand sogar noch einen alten 100-Reichsmark-Schein in der Haube. "Den gibt's aber nur dazu, wenn sich jemand entschließt zu kaufen", alberte der Besitzer, der den Geldschein beim ersten Putzen des Helms entdeckt hatte.
Händler Meyer fand das Militärobjekt imposant "samt Haube, Ordensspange und 100 Mark" und bot 600 Euro. Nach einem kurzen Wettduel zwischen Meyer und Schmitz-Avila und dem Einwand, dass "der Zustand kein Einser-Zustand ist, sondern eine Zwei minus", boten sich beide Händler auf 800 Euro hoch. Dann war Schluss. Den Zuschlag erhielt Daniel Meyer.
Ebenfalls über den Händlertisch ging am Mittwoch bei "Bares für Rares" ein Spielautomat aus den 1950er-Jahren der Tura-Automatenfabrik. Dieser wurde für 700 Euro von Daniel Meyer gekauft, obwohl sich der Verkäufer einen Wert von 1.000 bis 2.000 Euro ausgemalt hatte.
Ursprünglich wollte die Verkäuferin nur 50 Euro für diese Wasserkaraffe aus den 1920er-Jahren. Denn diesen Preis hatte sie selbst dafür bezahlt. Doch Händlerin Elisabeth Nüdling erwarb das hübsche Teil aus 835er-Silber für stolze 400 Euro.