"Bares für Rares": Diesen Flohmarktschatz hatte die Kandidatin "gerochen"

Flohmarktfreunde wissen es: Um zwischen allerlei Tand einen Volltreffer zu landen, braucht es das richtige Näschen. Eine Goldschmiedin aus NRW hatte den Wert ihres Zufallsfundes buchstäblich "gerochen", wie sie einem verblüfften Horst Lichter in der ZDF-Trödelshow berichtete.

Bevor geklärt wurde, um was es sich bei dem Döschen handelte, wollte Lichter unbedingt wissen, woher es kam. "Das war ein Zufallskauf vom Flohmarkt." Eigentlich hatte die Dame aus Schieder-Schwalenberg etwas anderes an dem Stand gekauft. "Da sprach mich die Inhaberin an, ob ich nicht auch eine Eule kaufen will. Und plötzlich hatte ich eine Eule."
"Nach meinem Kauf auf dem Flohmarkt habe ich dann an dem Stück gerochen und dachte mir: Das riecht alt und nach Silber. Da ich Goldschmiedin bin, kenne ich mich mit diesen Materialien aus." Doch gefallen hat es ihr auch auf den zweiten Blick nicht. Sie hoffte, dass sich vielleicht bei "Bares für Rares" ein Abnehmer finden würde.
Experte Colmar Schulte-Goltz (links) hatte auf jeden Fall Interesse an dem kleinen Döschen mit Eulenkopf. Doch um was handelte es sich genau? "Es ist ein bezauberndes Stück von der englischen Luxus-Manufaktur 'Sampson Mordan', die im 19. Jahrhundert gegründet wurde und wirklich sehr schöne Accessoires gemacht hat", erklärte der Experte.
Bei den Stücken dieser Manufaktur mit Sitz in London tauchen immer wieder Objekte mit dem Motiv der Eule auf. Hier ziert das Tier den Deckel einer Glasdose, die wohl zur Aufbewahrung von Kosmetikartikeln diente. Die Eule als Symbol für Weisheit fand sich seit der Antike als beliebtes Motiv auf Schmuckstücken und Objekten.
Die Dose wurde aus Kristallglas mit einem Sternchenschliff am Boden gefertigt. Vor allem der Eulenkopf als Deckel der Glasdoese wurde sehr aufwendig aus 925er-Sterlingsilber gearbeitet. Seitlich am Rand des Deckels konnte man eine eingravierte Grafenkrone mit Initialen erkennen, die jedoch nicht einer bestimmten Person zugewiesen werden konnte.
Nach dieser spannenden Expertise wollte Horst Lichter noch das Alter des Stücks wissen. Colmar Schulte-Goltz schätzte die Entstehungszeit auf um die Jahrhundertwende. Doch der Jahresbuchstaben-Stempel "b" am Deckel verriet sogar das exakte Jahr der Herstellung: 1897.
Da staunte Horst Lichter nicht schlecht: "Ui, das ist aber alt!" Experte Schulte-Goltz nickte zustimmend und betonte noch mal die Besonderheit dieses Stücks: "So ein schönes Objekt für den Toilettentisch!" Ein toller Fund, der einfach "nebenbei gekauft" wurde. Doch wie viel war das Glasdöschen wert? Regina Jaene erhoffte sich 600 Euro.
War der Wunschpreis der Verkäuferin realistisch? Denn vorne am Glas war eine Beschädigung: Ein Stück Glas war abgesprungen und das ließ sich auch nicht reparieren. Colmar Schulte-Goltz kam dennoch auf einen stolzen Preis. "Für ein solches Luxusobjekt aus diesem Haus würde ich sogar noch etwas höher gehen, auf 500 bis 800 Euro."
Auch die Händler fanden die kleine Eulen-Dose sehr interessant. "Die ist aber schön", staunte Elke Velten und Fabian Kahl (Mitte) zeigte mit einem knappen "Cool!" seine Begeisterung. Ludwig Hofmaier (rechts) fing ebenfalls an zu schwärmen, doch wurde er schnell enttäuscht, als er die Absplitterung sah. startete Kahl mit einem Gsgebot von 200 Euro.
Auch Elke Velten und Walter Lehnertz hatten Interesse an dem Luxus-Teil aus dem Hause "Sampson Mordan" doch mehr als 250 Euro war es ihnen nicht wert. Von den anderen Händlern kam ebenfalls keine weiteren Gebote mehr. Für 250 Euro wollte die Verkäuferin Regina Jaene die kleine Eule aber noch nicht abgeben.
Harte Verhandlungen folgten zwischen Regina Jaene und Fabian Kahl, bis sich die beiden doch noch einig wurden. Und so stieg der Endpreis tatsächlich auf 500 Euro. Ludwig Hofmaier hatte mit einem weiteren Gebot noch geholfen, den Preis in die Höhe zu treiben, doch am Ende ging die Glasdose zu Händler Kahl.