"Bares für Rares": Händlerin verliert ihr Herz an jungen Athleten

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Begeisterung ist keine seltene Emotion bei "Bares für Rares". Moderator Horst Lichter ist immer mit ganzem Herzen bei der Sache. Diesmal aber war Liebe auf den ersten Blick im Spiel.

"Ich habe schon als kleines Kind mit dem gespielt", erinnerte sich Thorsten Breitenberger. Ein schwerer Spielkamerad, denn die Figur war aus Bronze. Den Spieltrieb weckte der Nackedei offenbar auch bei Susanne Steiger. Die Händlerin schmachtete den Sixpack-Athleten an und wollte ihn um jeden Preis. Ob die Mitbewerber diese Romanze verhinderten?
"Wenn ich mal ganz ehrlich bin, Thorsten, direkt auf den ersten Blick würde ich diese Figur niemals nicht deinem Besitz zuschreiben", begrüßte Horst Lichter den 55-Jährigen. Mit seinen tätowierten Unterarmen und dem Totenkopf auf dem Shirt verortete der Moderator den Versicherungsangestellten eher im Biker-Milieu. Lichter lag ausnahmsweise richtig.
Colmar Schulte-Goltz erklärte, die Figur stelle "einen Sportler dar, der ganz auf antike Art unbekleidet ist und nur einen Haarschmuck trägt". Die Statuette selbst allerdings war nicht antik, wie die Gravur "1900" verriet. Ebenso den Künstler: Emil Kiemlen.
"Ein herausragendes Kleinkunstwerk aus der Zeit des Jugendstils", urteilte der Experte. "Kaputt ist nix", stellte Horst Lichter fest. Es klang wie eine Frage. Colmar Schulte-Goltz fand "Partien, wo später etwas unmotiviert nachgearbeitet wurde, das kann man eigentlich schöner machen."
400 Euro erhoffte sich der Verkäufer. Die würde er "dem Papa geben, weil von dem habe ich die Figur". Colmar Schulte-Goltz hatte gute Nachrichten: "Im Kunsthandel wird diese Statuette 1.000 bis 1.200 bringen." Lichter pfiff anerkennend. Noch mehr Anerkennung schenkte man dem adretten Jüngling im Händlerraum ...
"Der hat ja gar nichts an", sprach Susanne Steiger das Offensichtliche aus. "Das war damals so", zitierte Thorsten Breitenberger den Experten in eigenen Worten. "Da hat man nackt gespielt?", hakte Steiger nach. Ihre Fantasie schien angeregt. Ludwig Hofmaier (rechts) achtete eher auf andere Qualitäten: "Schön gearbeitet, das Gesicht."
"Man sieht nicht nur die Muskeln, man fühlt sie auch." Susanne Steiger streichelte über den bronzenen Körper. "Das ist echt ... echt schön", hauchte die Händlerin, die normalerweise vor allem an Schmuck interessiert ist.
"Wie wird der denn gehandelt?", erkundigte sich Walter Lehnertz. "Von bis", lautete die Expertise von Wolfgang Pauritsch. "Ich würde mit 300 anfangen", erklärte er. "Das bringt mich noch nicht zum Lächeln", konterte Breitenberger. Hofmeier ging auf 350. Pauritsch darauf: "Ich mache sogar noch 400." Und der Besitzer? Der machte ein Pokerface.
Besitzanspruch? Susanne Steiger hatte bereits ihre Hand am Allerwertesten des Athleten. Die Händlerin räusperte sich. "Stehender Jüngling mit Kugel", zitierte sie mit belegter Stimme vom Tablet Wolfgang Pauritschs. Eine vergleichbare Figur "hat mal 1.000 Euro gebracht", so der Kollege. "Aber in den 90er-Jahren", gab Steiger zu bedenken.
Steiger versuchte, dem Charme des kleinen Athleten zu widerstehen. Vergeblich. "Ich sage 600!" Mit diesen Worten überraschte sie die Mitbewerber. Thorsten Breitenberger konnte sie dennoch zu 650 bewegen. "Du hast jetzt einen Nackedei", meinte Lehnertz. "Das ist der einzige Mann in meinem Geschäft, die Damen werden sich freuen", erwiderte Steiger.
"Ein Sonnenschirm soll das sein", analysierte Fabian Kahl. "Oder die Cocktails waren damals größer." Der Spaßvogel bezog sich auf einen Flanierschirm mit Elfenbeingriff aus dem 19. Jahrhundert. Anne Krüger aus Uelzen nannte 100 Euro als Schmerzgrenze, Detlev Kümmel empfahl 150 bis 200. Wolfgang Pauritsch wurde der neue Schirmherr für 250 Euro.
Ein italienisches Mosaik-Medaillon aus dem 19. Jahrhundert brachte Heinke Bentrup mit. "Ich liebe es, aber ich trage es nicht", erklärte die Düsseldorferin. Dr. Heide Rezepa-Zabel machte einen Goldtest. Den Schmuck aus 585er-Gold taxierte sie auf 800 bis 1.000 Euro. Susanne Steiger zahlte sogar 1.500. "Da geht mir das Herz auf", schwärmte sie.