"Bares für Rares": Dieser Helm hatte es in sich

Nicht schön, aber außerst skurill: Eine ungewöhnliche Minibar sorgte am Donnerstag bei "Bares für Rares" für Partylaune. Ob sich das auch in hohen Geboten der Händler niederschlug?

"Ein echter Ritterhelm, wow!", freute sich Horst Lichter am Donnerstag bei "Bares für Rares". Doch die vermeintliche Kampf-Kopfbedeckung war nicht aus dem Mittelalter. Sie könnte aber dennoch in die Geschichte der beliebten ZDF-Sendung eingehen - als vielleicht kuriosestes Verkaufsobjekt ...
"Obwohl, der ist zu klein", dachte Lichter angesichts des Objekts auf dem Tisch laut. "Wobei - die waren ja damals kleine Typen." Experte Detlev Kümmel lüftete den Helm - und damit auch sein Geheimnis. Im Inneren versteckte sich eine leere Flasche sowie mehrere Gläschen. "Ach so, nee ist klar", kommentierte Lichter.
"Darunter steht: 'How dry I am', also 'Wie trocken bin ich'", zitierte Kümmel. "Das können wir ändern, wir haben ja ein Gegenmittel dafür." Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis galt: Flasche leer. "Wie kommst du an das Teil?", erkundigte sich der Moderator. "Das habe ich bei meinem Opa im Keller gefunden", erklärte Andreas Weber.
"Im Prinzip ist das eine Minibar", so Kümmel. "Es soll auch nicht antik wirken, sondern nur Spaß erzeugen." Bei Kümmel funktionierte dies: Er klappte den Helm ständig auf und zu. Sogar eine Alarmanlage war integriert: "Sobald ich die Flasche rausnehme, ertönt eine Melodie", so Kümmel. "Das ist blöd, wenn deine Frau nein sagt."
Kümmel empfahl 80 bis 100 Euro, der Monteur aus Bad Lippspringe war enttäuscht. Sein ehrgeiziger Plan, um seinem Wunschpreis von 150 Euro näher zu kommen: "Ich versuche die Händler zu überzeugen, indem ich standhaft bleibe." Immerhin: Die Händler zeigten sich schon auf den ersten Blick neugierig. "Ein Aschenbecher", glaubte Daniel Meyer.
Knapp daneben - ein Herrengedeck für Mittelalter-Fans! "Eine Hausbar", stellte Meyer (Mitte) fest. "Mit Spieluhr", staunte Fabian Kahl (zweiter von rechts). "Wunder über Wunder", kommentierte sein Händler-Kollege Steffen Mandel (links).
An dem Sprüchlein auf der Rückseite erkannten die Händler die Herkunft der Mittelalter-Minibar. "Die Engländer haben echt einen coolen Humor", fand Susanne Steiger. "Einen trockenen Humor", kalauerte der Verkäufer.
"Das ist ein guter Gag, ich fange bei 60 Euro an", erklärte Daniel Meyer. Susanne Steiger und Fabian Kahl stiegen ein. Als Kahl 120 Euro bot, meldete sich Steffen Mandel zu Wort: "Dinge, die die Welt nicht braucht ... aber schön." Meyer bot 125 und erwiderte: "Dinge, die man sich überhaupt nicht ausdenken kann."
Daniel Meyer hatte einen weiteren hochprozentigen Grund für sein Kaufinteresse: "Gesoffen wird immer." Fabian Kahl behauptete: "Ich habe ja die komplette Rüstung, der Bauch ist dann ein Kühlschrank, die Füße sind Bierhumpen." Meyer fantasierte: "Wenn du am Finger ziehst, kommen Eiswürfel raus." Das war wohl Händlerlatein statt Anglerlatein ...
Kahlschlag von Fabian: Als er 150 bot, gaben die anderen auf. "Der Händler in mir sagt: Halte dich zurück", so Meyer. Susanne Steiger bedauerte, dass nur drei Gläser dabei waren. Meyer schlug vor: "Ich würde notfalls auch aus der Flasche trinken." In Feierlaune war auch Andreas Weber: "Es freut mich sehr, dass es mehr als die Expertise wurde."
Die weiteren Handelsobjekte: Ein Silberservice, das Ehepaar Charlotte und Peter Schöneweis aus Paderborn dabei hatten, war Daniel Meyer 600 Euro wert. Expertin Wendela Horz hatte es auf 800 Euro taxiert.
Und das Geldspielgerät "Rex Rotor" aus den 50er-Jahren - "Eiche rustikal, der kann auch im Wohnzimmer hängen", so Kunstbanause Lichter - erzielte 100 Euro, den Wunschpreis von Verkäuferin Ute Gassen aus Dorsten.