"Bares für Rares" kurios: Verliebte Händler drehen völlig durch

"Ich bin verliebt", offenbarte Walter Lehnertz. Eine Lampe hatte es dem "Bares für Rares"-Händler angetan. Doch Lehnertz hatte einen Nebenbuhler und die Situation eskalierte ...

Wenn die rosarote Brille aufgesetzt ist, verhalten sich Verliebte oft irrational. Das kann sogar den sonst so unterkühlten Händlern bei "Bares für Rares" passieren. Im Rausch der Gefühle lieferten Walter Lehnertz und sein Rivale eines der kuriosesten Bieter-Duelle in der Geschichte von "Bares für Rares". Und alles nur wegen einer Lampe!
Lichter vermutete, jemand habe da in Eigenregie eine Lampe selbst gebaut. "Da hat jemand eine Lampe gebaut", bestätigte Sven Deutschmanek. "Aber es war eine Firma", so der Experte. Die Firma Weinert aus Berlin baute Fluter für Fotoateliers oder Filmaufnahmen. Also doch Eigenregie ...
Die Klappen am Rand waren nicht die Idee eines kühnen Designers, sondern ganz pragmatisch: "Ich habe die Möglichkeit, über die Flügeltore das Licht punktuell da einzusetzen, wo ich es haben will", so Sven Deutschmanek. Ideal also für Film und Fotografie.
Wo er die Lampe her hatte, daran erinnerte sich Uwe Becker nicht. Vermutlich habe er sich auf einem Trödelmarkt "in die Lampe verliebt", vermutete der Malermeister. Sven Deutschmanek vermutete auch etwas. Nämlich, dass die Lampe in den 40er- oder 50er-Jahren gebaut wurde.
150 bis 200 Euro wollte der Malermeister für den antiken Fluter haben. "Kannst du nichts dagegen sagen", glaubte Lichter, denn Lampen seien teuer. Doch der Experte sagte etwas dagegen. Der Schalter funktionierte nicht mehr und müsse erneuert werden. Dennoch könne man die Lichtquelle für 100 bis 150 Euro verkaufen.
Ludwig Hofmaier und Walter Lehnertz hielt es nicht auf ihren Plätzen. "K. Weinert", las Lehnertz laut vor. "Kenn isch net." So unterkühlt sollte der Händler nicht lange bleiben. "Wenn ein Händler sich verliebt in diese Lampe, vielleicht kommt dann mehr als 150 raus", glaubte Uwe Becker. Zu Recht!
Susanne Steiger fragte den Kollegen Lehnertz, ob der Fluter aus den 30er-Jahren stamme. "Ja, 30er-Jahre", murmelte er. Es klang komplett geraten. "Vielleicht 20er", schickte er kleinlaut nach. "Ich habe euch die Erleuchtung mitgebracht" - mit diesen Worten betrat der Verkäufer siegessicher den Händlerraum.
"Für moderne Wohnungen auch ein schöner Hingucker", versuchte Uwe Becker den Händlern seinen Fluter schmackhaft zu machen. "Sehr minimalistisch, außergewöhnlich", begeisterte sich David Suppes (Mitte). Ob er wisse, wer der Designer sei. Becker verneinte natürlich. Denn es handelte sich ja gar nicht um eine Designerlampe ...
"Ich muss sie kaufen", glaubte Walter Lehnertz. Denn ein Kunde habe nach so einer Lampe gefragt und er hoffte, der würde wieder kommen. Sein erstes Gebot: 80 Euro. Uwe Becker erwiderte eiskalt: "lustig". Noch lustiger war der Zweikampf, der folgte. "Ich würde sie wahrscheinlich bei mir zu Hause hinstellen", gab David Suppes seine Gefühle preis.
Mit 150 Euro lag Suppes schon mit seinem Startgebot über dem Limit, das Deutschmanek empfohlen hatte. "Wenn man sich in die Lampe verliebt, ist das eine wunderschöne Dekoration", befeuerte Becker die Leidenschaft. "Ich habe mich verliebt", gestand Lehnertz. 180 Euro bot er. Suppes und er nannten voller Leidenschaft eine Zahl nach der nächsten.
"Waldi! Ich will die haben!", bettelte Suppes. "Dann wird sie teuer", gab Lehnertz eiskalt zurück. Im Rausch der Sinne verloren sie die Orientierung: "Wo sind wir denn?", fragte Lehnertz. Bald waren sie bei einem Mehrfachen des empfohlenen Expertenpreises. Bei 450 Euro gab Suppes auf und Lehnertz war glücklich. Liebe macht wohl auch Händler blind.