"Bares für Rares": Diese Silbermünzen waren ein echt königliches Geschenk

"Sind das besondere Münzen?" Auf die unbedarfte Frage von Horst Lichter hatte "Bares für Rares"-Experte Albert Maier eine klare Antwort: Ja! Denn diese Gedenkmünzen hatten nicht nur Wert, sondern auch eine spezielle Geschichte ... © 1&1 Mail & Media/teleschau

Eigentlich heißt die Sendung "Bares für Rares", doch Heinz Wolf wollte Bares für Bares. Um genau zu sein: historische Münzen gegen das Geld der Händler eintauschen. Dank des Experten Albert Maier kam dabei - pünktlich zur Osterzeit - eine spannende Geschichte über eine Tradition des britischen Königshauses zum Gründonnerstag ans Licht.
"Winzige Münzen", stellte Horst Lichter fest. Er ist bekannt als Fachmann für das Offensichtliche. "Sind das besondere Münzen?", fragte der Moderator überflüssigerweise. Die Münzen standen lange in der Vitrine von Heinz Wolf. Er war es leid, Besuchern ständig erklären zu müssen, was es damit auf sich hatte. Lichter sollte der letzte sein ...
"So ein Set vergibt die Königin jedes Jahr an Leute, die sich verdient gemacht haben im sozialen und kirchlichen Leben", erklärte der 76-Jährige über die sogenannten Maundy Coins. "Ich gehe mal von England aus - weil coins ist Englisch und eine Königin haben wir keine", versuchte sich Lichter als Numismatik-Azubi.
"Die gibt immer so viel, wie sie alt ist", wusste der Besitzer. "Vor zwei Jahren beispielsweise hat sie 91 Sets gegeben." Albert Maier fand: "Man muss es vielleicht ein bisschen detaillierter erklären." Als Experte wollte er auch ein Wörtchen mitreden. "Das ist nicht erst seit Queen Elisabeth der II. Usus, sondern bereits seit 1650."
"Damals wurden die Münzen vom Herrschenden am Gründonnerstag den Armen geschenkt", so Maier. "Das sollte eine Erinnerung sein an die Fußwaschungen Christi." Denn Maundy stamme vom Lateinischen "Mandatum" - was Fußwaschung heißt. Später erst wurde aus dem Brauch eine Geste der ehrenhaften Anerkennung für soziale Verdienste des Beschenkten.
"Aber ich kann nicht extra dafür nach England", konterte der Verkäufer. Stattdessen ging er nach nebenan in den Händlerraum. "Sie bringen gleich zwei Sachen mit", freute sich Elisabeth Nüdling. "Ja, aber keinen Schmuck", gab Heinz Wolf zu. "Dann können Sie gerne wieder gehen", meinte Frau Doktor. Die Kollegen lachten.
"Das war natürlich ein Scherz! Schön, dass Sie da sind", entschuldigte sich die Händlerin. Den Verkäufer vergraulen erschien ihr wohl rückwirkend nicht als perfekte Verhandlungsstrategie. Die Kollegen (von links) Wolfgang Pauritsch, Julian Schmitz-Avila und Christian Vechtel nahmen die Münzen derweil wörtlich unter die Lupe.
Heinz Wolf aus Ninove in Belgien war zwar als Verkaufsdirektor das Thema Verkauf gewohnt, doch war er für einen Auftritt bei "Bares für Rares" fast schon zu ehrlich in seiner Verhandlungsstrategie: "Die haben in Großbritannien einen höheren Stellenwert als hier", sagte er. Dann gab er zu: "Und sie müssten gereinigt werden."
Numismatik sei "ein eigenes Feld", sinnierte Wolfgang Pauritsch. Walter Lehnertz (links) gab unverhohlen zu: "Ich habe keine Ahnung von dem Zeugs." Pauritsch startete mit 100 Euro und überbot sich dann ohne Not selbst, bevor andere mitboten. Nachdem er 150 Euro in den Raum warf, stiegen Walter Lehnertz und Christan Vechtel ein.
"Auch wenn ich die Münzen kriege, ist mir egal", so Lehnertz. Er bot 380. Wolfgang Pauritsch hingegen war aufrichtig interessiert. "400 ist ein guter Einkaufspreis", argumentierte er. Dann gab er dem Verkäufer nach: "420, damit Sie das letzte Wort haben." Lisa Nüdling wünschte sich zum Abschied: "Das nächste Mal bringen Sie Schmuck mit." Deal!
Ein ungewöhnliches Objekt brachte das Ehepaar Uhlhaas aus Erdweg mit. Sven Deutschmanek datierte die Punktmessmaschine für Sportschützen um 1900. 100 Euro erhofften sich die Besitzer, der Experte hielt sogar das Doppelte oder Dreifache für möglich. Wolfgang Pauritsch war sie 250 Euro wert. Der Händler ist selbst in einem Schützenverein.
"Ich frage Sie noch einmal: Haben Sie ein bisschen mehr bezahlt?", wollte Wolfgang Pauritsch wissen. Es ging um einen Ring mit Amethyst. Doch der Verkäufer war als Kriminalkommissar Verhöre gewohnt und verweigerte die Aussage. Die Coolness machte sich bezahlt: Elisabeth Nüdling zahlte mit 250 Euro die Summe, die Wendela Horz empfohlen hatte.