"Bares für Rares": Skurriler Klorollenhalter beschert Horst Lichter "grandiosen Tag"

Das Trödelobjekt bei "Bares für Rares" am Donnerstag sorgte für Begeisterung. Es handelte sich um einen historischen Klopapierrollenhalter. Unsere Bildergalerie verrät mehr über diese besondere Trödelgeschichte.

Streng genommen war das Mitbringsel von Volker Schapeer ein echter Griff ins Klo. Warum schwärmte dann aber Detlev Kümmel euphorisch von einer "Innovation" und einem "Zeitdokument"? Auch Lichter fand das Verkaufsobjekt "grandios" und bedankte sich bei dem 44-Jährigen für den "grandiosen Tag", welchen das skurrile Objekt ihm bescherte.
"Dat is aber nicht das, was ich glaube?", fragte Horst Lichter. "Doch", erwiderte Volker Schappeer. "Das macht mich ein bisschen sprachlos", gab der Moderator zu. Als wäre der historische Klorollenhalter nicht schon kurios genug, erklärte der Großhandelskaufmann, es handele sich um ein Geschenk der Schwiegermutter an ihn und seine Frau.
Was Kümmel begeisterte, hatte mit dem Baujahr zu tun. Erst 1857 wurde das Toilettenpapier erfunden, damals noch als einzelne Tücher. 1890 kam die Toilettenpapier-Rolle auf den Markt. Der erste Hersteller von Toilettenrollen in Deutschland war dann 1928 Hakle. Daher sei das etwa zeitgleich entstandene Verkaufsobjekt so eine spektakuläre Innovation.
Vor der Erfindung des Toilettenpapiers habe man sich mit Laub, Rinde, Lumpen oder Zeitungspapier beholfen, dozierte Detlev Kümmel. So genau wollte man das eigentlich gar nicht wissen. Kümmel schwärmte vom Kerzenhalter, der ihn an die Eleganz eines alten Klaviers erinnere. "Hübsch gemacht", fand Lichter das nostalgische Donnerbalken-Accessoire.
"Der Spiegel ist nicht, um zu schauen, wie gut ich aussehe, sondern zur Kontrolle: Habe ich gut gereinigt?" Detlev Kümmel ersparte den Zuschauern kein intimes Detail. Auch eine Halterung für die Streichhölzer sowie eine Ablage für den Schlüssel war in dem Objekt aus Eichenholz verbaut.
Horst Lichter war noch immer völlig begeistert von dem Retro-Badezimmerutensil aus Norderstedt: "Ich bin dir wahnsinnig dankbar", erklärte er feierlich. "Du hast mir einen grandiosen Tag gemacht."
Volker Schappeer wollte den Spiegel mit der intimen Zusatzfunktion für 80 Euro verkaufen. "Damit bin ich nicht einverstanden", widersprach Detlev Kümmel energisch. "Das ist ein Zeitdokument", erklärte er voller Pathos. Mindestens 150 bis 200 Euro solle Schapeer dafür verlangen.
"Wow!", machte Lichter angesichts der nach oben korrigierten Preisempfehlung. "Grandios!", begeisterte er sich, fast mehr noch als der Verkäufer selbst. Volker Schapeer freute sich zwar auch, aber nicht nur auf das Geld: "Ich bin ein bisschen aufgeregt, denn ich treffe gleich die bekanntesten Händler Deutschlands", erklärte er.
Als Schapeer mit einem Korb den Händlerraum betrat, fragte Julian Schmitz-Avila, ob er "Pilze sammeln" wolle. "Ist das eine Schultafel?", fragte sich Walter Lehnertz. Jan Cizek dagegen erkannte: "Für Toilette". Volker Schapeer half: "Für einen Donnerbalken." Schmitz-Avila fragte nach: "Für ein was bitte?" Darauf der Verkäufer: "Für ein Plumpsklo."
Ist das ein Aschenbecher? Die Händler verkannten den Zweck der Schlüsselablage. "Und das hier ist für die Zeitung", vermutete Walter Lehnertz. "Für die Streichhölzer", korrigierte Volker Schapeer. Lehnertz darauf: "Ich würde das Ding hier abmachen und einen Handyhalter dran machen, dann kannst du das in den Flur hängen."
Christian Vechtel konnte sich das kuriose Stück für sein Gartenhäuschen vorstellen. Doch das Startgebot von Walter Lehnertz schreckte die anderen ab. 80 Euro waren dem Verkäufer eigentlich zu wenig: "Die Expertise war wesentlich höher", erklärte er. Lehnertz blieb hart und bekam seinen Handyhalter von 1928 für 80 Euro.