"Bares für Rares": Von diesen Spazierstöcken wollte sich das Ehepaar trennen

Edles Material mit einigen Mängeln: Experte Albert Maier musste die Erwartungen des Verkäufer-Ehepaars dämpfen. Aber was waren die Spazierstöcke den Händlern wert?

"Für einen Liebhaber sind diese Stöcke wertvoll, für unsere Söhne und Enkel uninteressant", glaubte Walter Müller. Apropos Liebhaber: Während die Gattin Lichter sofort das Du anbot, blieb der Ehemann reserviert. Er verweigerte gar den Handschlag: "Ich kann dir leider keine Hand reichen, denn die habe ich bei meiner Frau."
Für Lichter ein Grund mehr, weiter zu balzen: "Ach so, dann würde ich sie auch nicht loslassen", empfahl der Moderator. Dann stichelte er: "Du hast Schiss, dass ich sie mitnehme, dat Inge. Ich kann schon verstehen, dass du da Sorgen drum hast ... Gerade, wenn man so eine viel jüngere Frau hat". Die Dame lachte: "Herrlich." Der Gatte schwieg.
Bevor sich die Herren mit den Stöcken um Inge duellierten, lenkte Horst Lichter das Thema auf den eigentlichen Zweck der Sendung: "Albert brennt schon darauf, mir zu erklären, was das ist", meinte der Moderator. "Ich hoffe auf edle Materialien." Experte Albert Maier darauf: "Du hast natürlich wie immer recht, lieber Horst."
"Beide Griffe sind aus Elfenbein, beide Stöcke aus Ahorn, zirka um 1900 gemacht worden", so der Experte. "Hier kann man ganz gut den Falkner erkennen und hier einen Hundekopf", verwies Maier auf die Schnitzerei an einem der beiden Stöcke. "Wenn es perfekt wäre, wäre es das Highlight einer Spazierstocksammlung." Lichter staunte: "Was ist denn jetzt nicht perfekt?"
"Das ist ganz tragisch", fand Maier. "Der Falke ist kaputt." Horst Lichter stimmte zu: "Der ist weg, jetzt sehe ich das erst." Damit nicht genug: "Der Hund hat keinen Unterkiefer mehr", so Lichter. "Ihr zwei Lieben, das ist jetzt schade, aber nichtsdestotrotz ist er noch sehr schön", fand der Moderator. Aber würden das die Händler auch so sehen?
Bevor es in den Händlerraum ging, wurde das Ehepaar erst mal nach den eigenen Vorstellungen befragt. "500 Euro" erhofften sich die Müllers. "Fangen wir mal so an: Stell dir vor, er wäre ganz", schlug Lichter dem Experten zur Preisgestaltung vor. Albert Maier hätte dann für den verzierten Stock allein 700 bis 800 empfohlen. Doch mit Mängeln?
Durch die defekten Partien riet Albert Maier zu einem Verkaufspreis von lediglich 300 Euro. "Der andere ist aber nicht kaputt", argumentierte Lichter. Der sei "schön, aber nichts Besonderes", fand Maier. 150 Euro empfahl er. "Insgesamt also 450", freute sich Lichter über seine Kopfrechenkünste.
"Dat is Lucki-Ware", befand Walter Lehnertz (l.) noch in dem Moment, als das Ehepaar die Stöcke in den Händlerraum brachte. "Da habt ihr was Schönes mitgebracht", stimmte Ludwig "Lucki" Hofmaier (r.) auch zu. "Das wäre etwas für meinen Vater", glaubte Jan Cizek (2.v.r.). "Elfenbein im Originalzustand, das sieht man", urteilte Hofmaier.
Hofmaier begann das Wettbieten mit einer Startsumme von 300 Euro.
Alle männlichen Händler boten mit. Bei 400 Euro stieg auch Elke Velten ein. "Was sagen Sie dazu?", wollte Lucki von dem Ehepaar wissen. "Das ist noch ein bisschen knapp", fand Inge Müller. Zu hoch gepokert für Hofmaier - der Händler stieg aus. Dann aber kam noch ein Gebot ...
Daniel Meyer bot 420 Euro. Das Ehepaar dachte nach. Dann meinte Inge Müller: "Wenn niemand mehr bietet ..." Walter Lehnertz riet ihr: "Engelchen, das kannst du machen." "Engelchen" machte das.
Zu den anderen Raritäten aus der Sendung: "Ein theatralisches Gemälde", urteilte Horst Lichter über das Mitbringsel von Markus Hupfeld aus Kassel, ein Bild von Stanislaus Bender, erstanden bei einer Haushaltsauflösung. Albert Maier empfahl bis zu 1.500 Euro. Der Verkäufer hatte mit zirka 300 Euro gerechnet. Elke Velten kaufte das Ölgemälde für 1.400.
"Echt antik" und "200 Jahre alt" sei seine Taschenuhr möglicherweise, glaubte Jochen Wächter aus Neuheim in der Schweiz. Das bestätigte Expertin Wendela Horz. Doch die Uhr hatte einen Defekt. "Die bleibt stehen, weil sie kein Schmackes mehr hat", attestierte Walter Lehnertz. 160 Euro zahlte Ludwig Hofmaier dennoch, 20 Euro weniger als der Verkäufer sich erhofft hatte.