"Bares für Rares" wird zur Spielhalle: Defekter Nadelspielautomat erzielt Wunschpreis

So ein Ding sieht man nicht häufig bei "Bares für Rares": Timo und Johannes Bierwagen-Beelmann bringen einen alten Nadelspielautomat in die ZDF-Trödelshow, der allerdings beschädigt ist. Beim geschätzten Wert des Geräts staunen sie nicht schlecht.

Der Automat stammt aus dem Besitz von Timo Bierwagen-Beelmann und seinem Sohn Johannes. Die Großeltern des Mannes von Timo Bierwagen-Beelmann haben den Automaten bei einem Antiquitätenhändler für die Kinder gekauft – in den 1950er- oder 1960er-Jahren.
Nach vielen Jahren im Spielbetrieb hat der Sohn allerdings kein Interesse mehr an dem Automaten. Horst Lichter dagegen ist begeistert von dem alten Teil aus massivem Eichenholz. "Ich finde so was sensationell. Und ohne Quatsch: Man kann damit so viel Spaß haben."
Die Bedienung ist einfach: Der Spieler wirft vorne Geld ein, bekommt eine Kugel und kann diese sofort losschießen. "Je nachdem, in welches Löchlein diese Kugel reingefallen ist, gab es dann Punkte“, erklärt der Experte Sven Deutschmanek. Allerdings hat dieser Automat keine Flipperarme, mit dem der Spieler eingreifen kann.
Die Buchstaben "ERBÜ" stehen laut Sven Deutschmanek für die Firma von Erich Büttner, der ab 1930 in Leipzig Geschicklichkeitsautomaten produziert hat. Diese sah man früher häufig in Kneipen. Bei diesem Exemplar ist das Spielfeld in perfektem Zustand. Besonders schön: Auf der Oberfläche des Automaten finden sich verschiedene Berufsbilder, wie ein Matrose oder ein Schneider.
Sven Deutschmanek kann zwar mit der Hand eine Kugel aktivieren, aber leider ist die Mechanik des Münzeinwurfs und der Klappen kaputt. Und auch Horst Lichter merkt sofort: "Der ist nicht mehr ganz so stabil auffe Beinchen, der Kollege." Zum Glück hatten die Verkäufer alle herausgebrochenen Teile dabei. "Das ist sehr gut, weil dadurch kann man es nachkonstruieren", lobt der Experte.
300 Euro lautet der Wunsch der Verkäufer. "300 Euro, das geht nicht", sagt Experte Sven Deutschmanek und schockt die beiden damit. Doch er klärt schnell auf: "Wir müssen das ganze verdoppeln auf 600 und dann noch 100 drauflegen." Eine schöne Preisvorstellung für einen alten Spielautomaten. Auch Horst Lichter freut sich. "Sven, du hast zwei neue Freunde gefunden."
Die Händler nehmen den Kasten ganz genau unter die Lupe. "Ein nostalgischer Flipper", fällt Esther Ollick dazu ein. Doch so richtig traut sich niemand, den Nadelspielautomaten auszuprobieren.
Walter "Waldi" Lehnertz bemerkt sofort die kaputten Stellen. "Ist denn die Kiste aus dem Auto gefallen? Weil da vorne sieht das ein bisschen defekt aus", stellt er fest. Timo Bierwagen-Beelmann führt den Händlern vor, wie der Automat funktioniert.
Wolfgang Pauritsch startet mit einem Gebot von 150 Euro. "200 ist das Ding allein als Deko wert“, kontert Walter Lehnertz. Er weißt allerdings, dass das Teil repariert werden muss, um Gewinn zu bringen. Sein Gegenangebot übersteigt die 260 Euro nicht.
Mit 260 Euro gaben sich die Bierwagen-Beelmann-Männer nicht zufrieden. 300 Euro wollen sie mindestens mit nach Hause nehmen. Walter Lehnertz willigt dann auch ein. "Ich will ja nicht, dass du Ärger mit deinem Mann kriegst", sagt er und zeigt Verständnis.
Außerdem wird dieser Teller eines Hosenbandordens aus dem Jahr 1940 an den Mann gebracht. Das gute Stück ist tatsächlich aus echtem Silber. Für 300 Euro wechselt es seinen Besitzer.
Da versteckt sich etwas Märchenhaftes im Keller: Die 17 Päckchen mit jeweils sechs Postkarten mit Märchenmotiven aus den 1930er-Jahren sind insgesamt 170 Euro wert. Zu wenig, findet die Besitzerin und nimmt die Karten wieder mit nach Hause.
Dieses traumhaft verarbeitete und mit echten Saphiren geschmückte Platin-Armband ist den Händlern 1.900 Euro wert.
Der Platin- und der Gemmen-Anhänger aus den 1960er-Jahren sind zwei sehr attraktive Schmuckstücke, die letztendlich für 400 Euro verkauft werden.
Eine Petroleumlampe aus England ist im Jahr 1901 ein Hochzeitsgeschenk. Obwohl sie nur 400 Euro wert ist, kann der Verkäufer 520 Euro für die Lampe heraushandeln.